Hedging im Energieeinkauf: Durch strukturierte Energiebeschaffung schwankende Preise absichern. © Scholt Energy

Die Energiemärkte haben sich strukturell verändert. Preisschwankungen sind heute kein Ausnahmefall mehr, sondern ein dauerhaftes Merkmal. Geopolitische Entwicklungen, volatile Gaspreise und der steigende Anteil erneuerbarer Energien führen dazu, dass sich Preisniveaus schneller und teilweise deutlich bewegen. Für Unternehmen bedeutet das eine grundlegende Veränderung im Energieeinkauf. Es geht nicht mehr darum, einen einzelnen günstigen Zeitpunkt zu treffen. Entscheidend ist vielmehr, wie mit dieser Volatilität umgegangen wird. Eine strukturierte Beschaffung hilft dabei, Risiken zu verteilen und Marktbewegungen gezielt zu nutzen. Genau hier setzt Hedging im Energieeinkauf an. Festpreis und Spotmarkt: Zwei Modelle mit Stärken und Schwächen In der Praxis dominieren zwei klassische Beschaffungsmodelle, die jeweils klare Vorteile bieten, aber auch strukturelle Grenzen haben. Festpreisverträge schaffen Planungssicherheit, da Unternehmen ihr Preisniveau für einen bestimmten Zeitraum im Voraus festlegen. Dieser Preis orientiert sich jedoch immer an der Marktsituation zum Zeitpunkt der Fixierung. Dadurch entsteht ein Timing-Risiko, da die Entscheidung stark von diesem einen Moment abhängt. Gleichzeitig enthalten Festpreise in volatilen Märkten häufig Risikoprämien, weil Anbieter zukünftige Unsicherheiten einpreisen. Die Beschaffung über den Spotmarkt bildet dagegen das aktuelle Marktniveau direkt ab. Unternehmen profitieren von günstigen Marktphasen, ohne Aufschläge für zukünftige Risiken zu zahlen. In den vergangenen Jahren lag das durchschnittliche Preisniveau am Spotmarkt häufig unter langfristigen Festpreisen. Gleichzeitig sind Unternehmen jedoch vollständig den kurzfristigen Preisschwankungen ausgesetzt. In angespannten Marktphasen kann das zu erheblichen Kostensteigerungen führen. Beide Modelle haben somit klare Stärken, aber auch Schwächen. Wer sich ausschließlich für eines entscheidet, ist zwangsläufig den jeweiligen Nachteilen ausgesetzt. Der hybride Ansatz: Strukturierte Beschaffung als zentraler Steuerungsfaktor Ein moderner Energieeinkauf kombiniert beide Modelle und ergänzt sie um eine strukturierte Steuerung der Einkaufszeitpunkte. Genau hier zeigt sich in der Praxis, wie Hedging im Energieeinkauf funktioniert. Ein Teil des Energiebedarfs wird frühzeitig über Terminmärkte abgesichert, um eine stabile Kostenbasis zu schaffen. Die Absicherung am Terminmarkt erfolgt dabei meist über ein Tranchenmodell, bei dem Mengen schrittweise eingekauft werden. Gleichzeitig bleibt ein Anteil bewusst flexibel und wird über den Spotmarkt beschafft, um von kurzfristigen Marktchancen zu profitieren. In der Praxis liegt der abgesicherte Anteil häufig im Bereich von 60 bis 70 Prozent, während der restliche Anteil flexibel bleibt. Diese Aufteilung ist bewusst flexibel gestaltet. Unternehmen entscheiden selbst, wie hoch ihr Absicherungsgrad ist. Maßgeblich sind dabei das eigene Risikoprofil, die gewünschte Planungssicherheit und die Flexibilität, die man sich für die Zukunft erhalten möchte. Der entscheidende Mehrwert liegt in der zeitlichen Struktur des Einkaufs. Statt den Preis zu einem einzelnen Zeitpunkt festzulegen, erfolgt die Absicherung schrittweise über einen längeren Zeitraum. Dadurch entsteht ein Durchschnittspreis, der extreme Ausschläge reduziert. Gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von einzelnen Marktmomenten deutlich. Eine fundierte Marktanalyse ist dabei die Grundlage. Sie hilft, Preisniveaus einzuordnen und geeignete Zeitpunkte für Teilabsicherungen zu identifizieren. Ziel ist nicht die perfekte Prognose, sondern eine strukturierte Entscheidungsbasis. Anbieter wie Scholt Energy unterstützen Unternehmen genau in diesem Prozess mit datenbasierter Analyse und konkreten Handlungsempfehlungen, um die strukturierte Beschaffung individuell auf das Risikoprofil des Kunden zuzuschneiden. Volatilität als Normalzustand und wie Unternehmen sie nutzen können Ein Blick auf die Terminmärkte zeigt, wie stark sich Preise bewegen können und warum Hedging im Energieeinkauf heute unverzichtbar ist. Der Jahreskontrakt für das Lieferjahr 2027, der sogenannte Cal-27, schwankte im Verlauf des Jahres 2025 zwischen rund 73 und 87 Euro pro MWh. Diese Entwicklung fand in einem Jahr statt, das geopolitisch vergleichsweise ruhig war. Im Jahr 2026 haben sich diese Bewegungen weiter verstärkt. Die Ausschläge sind größer und kurzfristiger geworden. Diese Entwicklung ist Ausdruck einer strukturellen Veränderung der Energiemärkte. Volatilität ist damit der Normalzustand. Für den Energieeinkauf bedeutet das, dass es nicht mehr ausreicht, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Entscheidend ist, wie mit diesen Schwankungen umgegangen wird. Eine strukturierte Beschaffung ermöglicht es, unterschiedliche Marktphasen gezielt zu nutzen. In Phasen niedriger Preise entstehen häufig gute Möglichkeiten zur Absicherung. Unternehmen können diese Phasen nutzen, um langfristig attraktive Preisniveaus zu sichern. In Hochpreisphasen verschiebt sich die Zielsetzung. Hier geht es vor allem darum, Risiken zu begrenzen und sich gegen weitere Preissteigerungen abzusichern. Gleichzeitig bleibt ein Teil der Beschaffung flexibel, sodass Unternehmen von möglichen Preisrückgängen profitieren können. Wenn in vorherigen Marktphasen bereits ein ausreichender Anteil zu günstigen Preisen abgesichert wurde, entsteht zusätzlicher Handlungsspielraum. Unternehmen können solche Hochpreisphasen zunächst abwarten, ohne unmittelbar unter Druck zu geraten. Entscheidend ist dabei der Blick auf das bestehende Portfolio. Je nach Absicherungsstand kann es sinnvoll sein, gezielt weitere Teilmengen abzusichern, um das Risiko zusätzlicher Preissteigerungen zu begrenzen. So lässt sich vermeiden, dass Unternehmen in Phasen sehr hoher Spotmarktpreise vollständig exponiert sind, wie es in Energiekrisen häufig der Fall ist.   Kontinuierliche Optimierung statt einmaliger Entscheidung Langfristig entsteht aus Hedging im Energieeinkauf ein kontinuierlicher Optimierungsprozess. Unternehmen bauen ihre Absicherung schrittweise auf und sichern sich so über die Zeit unterschiedliche Preisniveaus. Gleichzeitig bleibt ein Teil der Beschaffung flexibel und kann an aktuelle Marktbedingungen angepasst werden. Diese Flexibilität ermöglicht es auch, Veränderungen im Verbrauch zu berücksichtigen, etwa durch konjunkturelle Entwicklungen, eigene Energieerzeugung oder den Einsatz von Speicherlösungen. Im Ergebnis entsteht ein System, das sich laufend weiterentwickelt. Im Gegensatz dazu stehen einmalige Beschaffungsentscheidungen, die stark vom gewählten Zeitpunkt abhängen und damit deutlich spekulativer sind.   Fazit: Hedging im Energieeinkauf als strategischer Erfolgsfaktor Hedging im Energieeinkauf ersetzt punktuelle Entscheidungen durch einen systematischen und langfristigen Prozess. Festpreis- und Spotmodelle werden gezielt kombiniert, um Risiken zu verteilen und Marktchancen zu nutzen. Unternehmen, die diesen Ansatz verfolgen, erreichen stabilere Kostenstrukturen und bleiben gleichzeitig flexibel. In der Praxis zeigt sich eine hohe Zufriedenheit mit diesem Modell, was sich in stabilen Kundenbeziehungen und niedrigen Wechselraten widerspiegelt. Ein entscheidender Faktor ist der langfristige Effekt. Je länger die Strategie angewendet wird, desto stärker wirken die Effekte der Risikostreuung. Neben einer höheren Stabilität können so auch zusätzliche Kostenvorteile entstehen, da unterschiedliche Marktphasen konsequent genutzt werden. Scholt Energy hat sich auf genau diesen Ansatz spezialisiert und begleitet Unternehmen aktiv bei der Umsetzung. Als unabhängiger Energiepartner entwickelt Scholt gemeinsam mit seinen Kunden individuelle Hedging-Strategien im Energieeinkauf, die auf das jeweilige Risikoprofil abgestimmt sind. Persönliche Ansprechpartner mit umfangreicher Markterfahrung begleiten den gesamten Prozess. Die Strategie wird nicht einmalig definiert, sondern kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert. So entsteht über Jahre hinweg ein belastbares und flexibles Beschaffungsmodell. Darüber hinaus unterstützt..

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Eine neue Studie warnt: Ohne Reform der Netzfinanzierung steigen Stromkosten und soziale Ungleichheit – das gefährdet die Energiewende. Die Energiewende in Deutschland und Europa braucht dringend eine Reform der Stromnetzfinanzierung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), die im Auftrag von Climate Action Network (CAN) Europe erstellt wurde. Ohne strukturelle Änderungen drohen laut der Studie steigende Netzentgelte, die vor allem einkommensschwache Haushalte überproportional belasten. Der Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze sind zentrale Voraussetzungen für die Dekarbonisierung der europäischen Energiewirtschaft. Bereits heute machen Netzentgelte einen erheblichen Anteil an den Stromkosten aus. Besonders stark trifft dies einkommensschwache Regionen in Osteuropa: In Bulgarien etwa ist die Belastung durch Netzentgelte im Verhältnis zum Einkommen fast fünfmal so hoch wie in Dänemark. Deutschland liegt im europäischen Vergleich im unteren Mittelfeld. „Pauschale Senkungen der Netzentgelte durch staatliche Zuschüsse lösen das Problem nicht. Sie verschieben nur erhebliche Kosten in den Steuertopf, ohne die Ursachen anzugehen“, sagt Marie Wettingfeld, wissenschaftliche Referentin beim FÖS und Hauptautorin der Studie. Stattdessen brauche es eine grundlegende Reform der Netzfinanzierung und der Entgeltregeln. Eine Option sei ein öffentlicher Infrastrukturfonds, dessen Anteile über den Finanzmarkt vermarktet werden können. Auf diese Weise ließen sich private Kapitalquellen erschließen und öffentliche Mittel effizienter einsetzen. Der Fonds müsse dabei klar von Bereichen getrennt werden, in denen gezielt private Investitionen gewünscht sind, um eine schnellere Umsetzung zu erreichen – etwa bei innovativen Technologien zur netzdienlichen Nutzung von Flexibilitäten. Zudem empfiehlt das FÖS eine stärkere staatliche Beteiligung an Netzbetreibern. Diese könne die Kreditwürdigkeit erhöhen, die Finanzierungskosten senken und so langfristig für stabile Netzentgelte sorgen. „Klare und dauerhafte Beteiligungsstrukturen können langfristig für stabile und bezahlbare Netzentgelte sorgen“, so Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin des FÖS. Voraussetzung sei jedoch eine Kombination mit verbindlichen regulatorischen Vorgaben und einer Reform der bestehenden Anreizregulierung. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie liegt auf der Tarifgestaltung. Die Forscherinnen und Forscher sprechen sich für eine stärker differenzierte Tarifstruktur aus, die zeitabhängige Modelle einschließt. Diese können dazu beitragen, Lastspitzen zu reduzieren und die Integration von erneuerbaren Energien ins Netz zu erleichtern. Allerdings sei der Einsatz intelligenter Messsysteme für das Angebot von differenzierten und fairen Tarifen unerlässlich. Die Autorinnen und Autoren der Studie betonen, dass es keine universelle Lösung für ganz Europa gebe. Stattdessen müsse eine Kombination verschiedener Finanzierungs- und Tarifmodelle gefunden werden, die auf die jeweiligen nationalen Gegebenheiten zugeschnitten ist.

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Die Internationale Agentur für erneuerbare Energien hat ihren jährlichen Bericht zum weltweiten Ausbau der Stromerzeugungskapazität bei erneuerbaren Energien vorgelegt.

Weltweit sind Erneuerbare weiter auf Rekordkurs Die Internationale Agentur für erneuerbare Energien hat ihren jährlichen Bericht zum weltweiten Ausbau der Stromerzeugungskapazität bei erneuerbaren Energien vorgelegt. Die globale Stromerzeugungskapazität auf Basis Erneuerbarer hat sich im Lauf des vergangenen Jahres um 585.200 MW oder 15 Prozent auf 4,448 Millionen MW erhöht. Damit wurde 2024 der größte bisher innerhalb eines Jahres erreichte Zubau realisiert. Dies geht aus der „Renewable Capacity Statistics 2025“ hervor, die jetzt von der International Renewable Energy Agency (Irena), Abu Dhabi, veröffentlicht worden ist. Laut Irena entfielen 84 Prozent aller Neuinstallationen auf China, die USA und die EU. Den größten Zuwachs erzielten 2024 Photovoltaikanlagen. Die weltweiten Solarkapazitäten zur Stromerzeugung nahmen 2024 um 451.900 MW oder 32 Prozent auf 1,866 Millionen MW zu. Die Leistung der Windanlagen erhöhte sich zeitgleich um 113.200 MW, entsprechend 11 Prozent, auf 1,133 Millionen MW. Damit entfielen allein auf Sonne und Wind 96,6 Prozent der regenerativen Zubauleistung. Mit 2,6 Prozent war die Wasserkraft und mit 0,8 Prozent die Bioenergie an der Kapazitätszunahme beteiligt. Geothermie und Meeresenergie machten zusammen weniger als 0,1 Prozent aus. So sieht es im Bestand aus Solarenergie ist die grüne Technologie mit der weltweit größten Erzeugungsleistung – vor Wasserkraft und vor Windenergie. Nach Technologien setzte sich die Kapazität der erneuerbaren Stromerzeuger Ende 2024 wie folgt zusammen: Solarenergie: 41,9 Prozent Wasserkraft: 28,8 Prozent Windenergie: 25,5 Prozent Bioenergie: 3,4 Prozent Geothermie und Meeresenergie: 0,4 Prozent Seit Ende 2010 hat sich diese Erzeugungskapazität damit fast vervierfacht. Die Kapazität an Windanlagen entspricht heute der sechsfachen von 14 Jahren zuvor. Bei den Solaranlagen liegt der Faktor sogar bei 45. Die Kapazität von Wasserkraftwerken (ohne Pumpspeicher) hat in dem genannten Zeitraum um 39 Prozent zugenommen. Die Leistung der Bioenergie-Anlagen hat sich mehr als verdoppelt. Geothermie konnte um 54 Prozent zulegen. Bei der Meeresenergie fand eine Verdopplung auf 500 MW statt. Das Kapazitätswachstum verteilt sich auf alle Weltregionen. Die größte Dynamik wurde in Mittel- und Südostasien verzeichnet. Dies gilt auch für 2024: Asien war – ohne Eurasien und ohne den Mittleren Osten gerechnet – an dem Kapazitätszuwachs mit 72 Prozent beteiligt. Es entfielen 12 Prozent auf Europa und 1,4 Prozent auf Eurasien – dazu werden Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Russland und die Türkei gezählt. China in allen Technologien vorne – außer einer China ist nicht nur das Land mit dem weltweit höchsten Energie- und Kohleverbrauch. Vielmehr dominiert es auch die installierte Ökostrom-Leistung. Zum globalen Zuwachs darin trugen die Neuinstallationen in China 2024 mit 373.600 MW 64 Prozent bei. Damit waren Ende 2024 in China insgesamt 1,83 Millionen MW installiert. Dies entspricht einem globalen Anteil von 41 Prozent. Damit stellt sich die Rangliste der Staaten – gemessen an der Höhe der Ende 2024 installierten Erneuerbare-Energien-Kapazität zur Stromerzeugung wie folgt dar: China: 1.827.700 MW USA: 428.400 MW Brasilien: 213.900 MW Indien: 204.300 MW Deutschland: 178.700 MW Japan: 132.300 MW Kanada: 110.500 MW Spanien: 88.500 MW Frankreich: 74.300 MW Italien: 72.100 MW Auf diese zehn Staaten entfielen somit 75 Prozent der weltweiten Erneuerbaren-Kraftwerksleistung, auf Deutschland allein 4 Prozent. Auch bei Betrachtung nach einzelnen grünen Technologien führt China bei Wasser, Wind, Sonne und Bioenergie. Bei Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) belegen Brasilien, USA, Kanada, Russland, Indien, Norwegen, Türkei, Japan und Frankreich die Plätze zwei bis zehn. Bemerkenswert ist: Die Wasserkraft-Leistung der Stromerzeugungskapazitäten auf Basis Wasserkraft auf dem gesamten Kontinent Afrika ist – trotz der dort bestehenden großen Potenziale – mit 39.300 MW kaum größer als in Norwegen mit 34.700 MW. Bei Wind ist Deutschland auf dem Treppchen Anders als bei Wasserkraft stellt sich das weltweite Länder-Ranking bei Windkraft und Solarenergie dar. Bei Wind steht Deutschland – hinter China und USA – auf Platz drei. Bei Offshorewind führt China seit 2021 ebenfalls die Rangliste an – gefolgt von Großbritannien und Deutschland. An fünfter Stelle ist Deutschland im weltweiten Ranking bei Solarkapazitäten platziert, hinter China, USA, Indien und Japan. Bei Bioenergie belegt Deutschland 2024 ebenfalls den fünften Rang – hinter China, Brasilien, Indien und USA. Die Top Ten bei Geothermie sind die USA, Indonesien, Philippinen, Türkei, Neuseeland, Mexiko, Kenia, Island, Italien und Japan. Die Ende 2024 installierte regenerative Leistung entsprach 46 Prozent der gesamten weltweit installierten Stromerzeugungskapazität.

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Andreas Berg übernimmt zum 1. April 2025 das Ressort Technik im Vorstand der Westenergie AG.

Die Energiewende schreitet voran – und sie braucht kluge Köpfe, mutige Entscheidungen und technologische Power. Genau hier setzt die Westenergie AG an, die mit einer Personalentscheidung nicht nur ein neues Kapitel aufschlägt, sondern auch klare Zeichen in Richtung Zukunft setzt: Dr. Andreas Berg übernimmt ab dem 1. April 2025 das Technikressort im Vorstand und tritt damit in die Fußstapfen des langjährigen Experten Stefan Küppers. Aber was bedeutet das für Westenergie, die Region und vor allem für die Energiezukunft Deutschlands? Lass uns gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wer ist Andreas Berg – und warum ist er der Richtige? Dr. Andreas Berg ist Elektrotechniker mit Leib und Seele – promoviert, erfahren, visionär. Seine Laufbahn liest sich wie das Who’s Who der Energiebranche: Nach seinem Studium und seiner Promotion an der renommierten RWTH Aachen war er bei der VSE-Gruppe tätig und kümmerte sich dort um Schlüsselthemen wie erneuerbare Energien, Digitalisierung, Strategieentwicklung und IT. Später führte ihn sein Weg zur Syna GmbH, einem Netzbetreiber und Tochterunternehmen der Süwag Energie AG (ebenfalls Teil des E.ON-Konzerns), wo er als Technischer Geschäftsführer die digitale und technische Weiterentwicklung maßgeblich prägte. Nun bringt er diese geballte Kompetenz zur Westenergie AG, der größten regionalen Energiedienstleisterin im E.ON-Konzern – mit über 10.000 km Stromnetz, 9.000 km Gasnetz und einer klaren Vision für die digitale Infrastruktur der Zukunft. Mit dem Wechsel von Stefan Küppers zu Andreas Berg kommt es nicht zu einem Bruch, sondern zu einer Evolution. Küppers war über drei Jahrzehnte in der Energiebranche tätig und wird auch weiterhin als Senior Expert in Konzernprojekten sowie in der Verbandsarbeit beim VDE aktiv bleiben. Es ist also ein fließender Übergang mit Erfahrungskontinuität und frischem Innovationsgeist. Und genau das braucht es, denn: Die kommenden Jahre stehen im Zeichen einer massiven Transformation. Die Herausforderungen: Digitalisierung trifft Netzausbau Berg bringt es auf den Punkt: „Um die klimaneutrale Energieversorgung zu erreichen, müssen wir unsere Netze ausbauen und digitalisieren, Prozesse effizient gestalten und die Kundenperspektive stärker einbeziehen.“ Klingt einfach – ist es aber nicht. Denn die Energiewende ist nicht nur eine technologische, sondern auch eine gesellschaftliche Mammutaufgabe. Westenergie steht hierbei an vorderster Front: mit Strom- und Gasverteilnetzen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen, mit zahlreichen Kommunalpartnerschaften und mit einem klaren Fokus auf Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, intelligente Netze und digitale Infrastruktur. Ein neuer Kurs: Technik trifft Menschlichkeit Was Andreas Berg auszeichnet, ist seine Fähigkeit, Technik mit Menschen zu verbinden. Für ihn ist Digitalisierung kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung und Kundennähe. Sein Ziel: Prozesse optimieren, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren. Die Kundenperspektive rückt also stärker in den Mittelpunkt. Das bedeutet: transparente Kommunikation, bessere digitale Services, mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten. Denn nur so kann Vertrauen entstehen – und nur so wird die Energiewende zu einer gemeinsamen Aufgabe. Ein Blick nach vorn: Was erwartet uns? Westenergie bereitet sich mit dem Führungswechsel auf eine Zeit intensiver technischer Neuerungen vor. Die Schlüsselbegriffe sind klar: Smart Grids: Intelligente Stromnetze, die sich flexibel an Angebot und Nachfrage anpassen. Sektorkopplung: Strom, Wärme und Mobilität wachsen technisch zusammen. Digitale Steuerungssysteme: Für mehr Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit. E-Mobilität: Ausbau der Ladeinfrastruktur in ländlichen und urbanen Räumen. Cybersecurity: Schutz kritischer Infrastrukturen wird zur Top-Priorität. Künstliche Intelligenz im Netzbetrieb: Für proaktive Wartung und intelligente Lastverteilung. Partnerschaft mit Kommunen: Für individuelle Lösungen vor Ort. All das braucht einen erfahrenen Kapitän – und mit Berg ist einer gefunden, der nicht nur Kurs halten, sondern auch neu navigieren kann. 7 Vorteile des Führungswechsels für Westenergie und die Region: Frische Impulse durch technologische Exzellenz und Digitalisierungsexpertise. Kontinuität im Wandel, da Küppers als Senior Expert weiter aktiv bleibt. Stärkung der Energiewende durch gezielten Ausbau der Infrastruktur. Erhöhte Kundennähe durch neue digitale Schnittstellen und Services. Regionale Verankerung wird vertieft durch kommunale Partnerschaften. Innovationsförderung durch Integration moderner Technologien. Mehr Versorgungssicherheit durch smarte, widerstandsfähige Netzarchitektur. Fakten & Zahlen zur Westenergie AG und dem Wechsel: Unternehmen: Westenergie AG, Tochter der E.ON SE Netzgebiete: NRW, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen Mitarbeitende: Mehrere Tausend, inkl. Kommunalpartnern Neuer Technikvorstand: Dr. Andreas Berg (ab 1. April 2025) Vorgänger: Stefan Küppers (bis September 2025 aktiv) Netzlänge: ca. 10.000 km Strom, 9.000 km Gas Fokusbereiche: Energienetze, Digitalisierung, Elektromobilität

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Kerstin Andreae -Energiemanagerin des Jahres 2025 - energie & management Quelle BDEW 2

Ehrung für herausragendes Energiemanagement: Kerstin Andreae zur „Energiemanagerin des Jahres 2025“ gekürt Die renommierte Auszeichnung „Energiemanager des Jahres“ geht in diesem Jahr an eine herausragende Stimme der deutschen Energiewirtschaft: Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), erhält den Preis für ihre entscheidende Rolle bei der Transformation des Energiesektors. Die Jury würdigt insbesondere ihr strategisches Geschick und ihre Führungsstärke in herausfordernden Zeiten, in denen sie den BDEW zu einem zentralen Akteur der Energiewende weiterentwickelt hat. Der Preis „Energiemanager des Jahres“ wurde vor mehr als 20 Jahren von E&M-Herausgeber Helmut Sendner ins Leben gerufen. Das Medienhaus Energie & Management würdigt damit herausragende Leistungen im Bereich nachhaltiges Energiemanagement. Eine Jury mit Experten und Expertinnen aus Energiewirtschaft, Wissenschaft und Medien bestimmt die jährliche Preisträgerin beziehungsweise den jährlichen Preisträger. Die Jury hat überzeugt, wie Andreae den BDEW in den vergangenen Jahren durch bewegte Zeiten geführt hat. Nach dem Stopp der russischen Gaslieferungen hat sie maßgeblich dazu beigetragen, die Gasversorgung in Deutschland auf ein neues Fundament zu stellen. Sie setzt sich für den Umbau der Wärmeversorgung ein, dabei auf den gezielten Ausbau sowie die Förderung der meist kommunalen Wärmenetze. Ein weiteres Thema, das ihr am Herzen liegt, ist Planungssicherheit für die Energiewirtschaft in Zeiten der Energiewende, die sie maßgeblich unterstützt. Unter ihrer Führung hat sich der BDEW konsequent weiterentwickelt. Dabei gilt es, die Balance zwischen großen Energieversorgern, Stadtwerken und regionalen Energieversorgern und den kleinen kommunalen Unternehmen zu finden sowie über alle Wertschöpfungsstufen – Erzeugung, Handel, Netze, Vertrieb – hinweg Themen voranzubringen. Weiterhin ist Andreae das zentrale Sprachrohr der Energiewirtschaft in die Politik. Ausdruck ihrer Wertschätzung war die Vertragsverlängerung als BDEW-Chefin im März 2024 um weitere fünf Jahre. Kerstin Andreae sagt über sich selbst: „In meiner Rolle als Verbandschefin der Energiewirtschaft habe ich die Ehre, die Stimme unserer Mitgliedsunternehmen zu sein. Mit großer Leidenschaft setze ich mich für ihre Interessen ein und agiere an der Schnittstelle von Wirtschaft und Politik. Ein strategischer Weitblick ist dabei unverzichtbar – wir denken nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten. Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit erfordern ein sensibles Gleichgewicht und die Branche spielt dabei eine zentrale Rolle. Dabei leitet mich eine optimistische Haltung, die unsere gemeinsamen Ziele stets klar im Blick behält.“ Vita Andreae: Kerstin Andreae wurde am 21. Oktober 1968 in Schramberg im Schwarzwald geboren. Sie studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg und sammelte erste Berufserfahrung im Projektmanagement und im Bereich erneuerbarer Energien. 2002 zog sie als Abgeordnete der Grünen in den Bundestag ein. Dort war sie unter anderem kommunal- und wirtschaftspolitische Sprecherin sowie stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Seit 2019 ist Andreae Hauptgeschäftsführerin des BDEW. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder und lebt mit ihrer Familie in Berlin.     Die Entscheidung der Jury für Kerstin Andreae als „Energiemanagerin des Jahres 2025“ fiel mit großer Mehrheit – und wird von den Jurymitgliedern einstimmig als konsequente Wahl bezeichnet. Mit ihrer strategischen Weitsicht, ihrem Pragmatismus und ihrer Fähigkeit, zwischen politischen Anforderungen und den Interessen der Branche zu vermitteln, habe sie sich als eine der wichtigsten Stimmen der Energiewirtschaft etabliert. Jury hebt Führungsstärke und strategischen Weitblick hervor Helmut Sendner, Initiator des Preises und Jurymitglied, betont: „Kerstin Andreae ist keine klassische Energiemanagerin, die ausschließlich an Umsatz- und Gewinnsteigerungen gemessen wird. Sie ist eine Möglich-Macherin für die 2.000 Mitglieder des BDEW, eine pragmatische Diskussionspartnerin in der politischen Auseinandersetzung und eine einflussreiche Stimme in der öffentlichen Wahrnehmung.“ Prof. Christian Held, Partner der Kanzlei Becker Büttner Held und ebenfalls Jurymitglied, unterstreicht: „Andreae hat eine beeindruckende (energie-)politische Laufbahn hinter sich und leitet mit großem Geschick den wichtigsten Verband der deutschen Energiewirtschaft. Sie verbindet Interessenvertretung mit gesellschaftlicher Verantwortung – eine Fähigkeit, die heute wichtiger denn je ist.“ Dr. Christof Spangenberg, Geschäftsführer der m3 management consulting GmbH und Jurymitglied, ergänzt: „Sie vereint Vision und Machbarkeit zu einer realistischen Agenda und sorgt dafür, dass Fortschritt mit Pragmatismus einhergeht. Ihr strategisches Geschick macht sie zu einer der zentralen Stimmen der Branche.“ Über den Preis „Energiemanager des Jahres“ Die renommierte Auszeichnung wurde vor über 20 Jahren vom Medienhaus Energie & Management ins Leben gerufen und wird in Kooperation mit Becker Büttner Held sowie m3 management consulting GmbH verliehen. Eine hochkarätige Jury aus führenden Experten der Energiewirtschaft bestimmt jedes Jahr die Preisträgerin oder den Preisträger. Weitere Informationen unter www.energiemanager-des-jahres.de. Preisverleihung im Rahmen der E&M-Energiemanager-Tagung Die feierliche Preisverleihung an Kerstin Andreae findet am 25. September 2025 im Rahmen der Abendveranstaltung der E&M-Energiemanager-Konferenz in Berlin statt. Die Laudatio hält Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen. Die Konferenz widmet sich dem aktuellen Spannungsfeld zwischen Energieversorgern und Industrie. Hochrangige Experten werden die neuesten Entwicklungen und Herausforderungen der Branche diskutieren. Die Veranstaltung ist öffentlich – weitere Informationen und Anmeldung unter www.energiemanager-online.de.

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Power Purchase Agreements – ein Geschäftsmodell auch für Stadtwerke?

PPA spielen für Stadtwerke derzeit noch eine eher untergeordnete Rolle, werden aber perspektivisch immer relevanter. Warum es für Stadtwerke lohnt, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Mehrjährige Stromlieferverträge aus Erneuerbare-Energien-Anlagen, so genannte Power Purchase Agreements (PPA), haben in den letzten Jahren einen starken Boom erlebt – verbunden mit vielen Hoffnungen. Denn mit PPAs lassen sich Stromerzeugungskapazitäten langfristig binden und Preisniveaus absichern. Mit der Energiekrise traten und treten im Energiemarkt jedoch völlig neue Herausforderungen und Regularien in den Vordergrund, die für Unsicherheit sorgten, wie z.B. Schwierigkeiten bei der Preisfindung für längerfristige Strombezugsverträge oder eine drohende Gewinnabschöpfung für die Stromerzeugung im Rahmen der Strompreisbremse. Während das Gesamtvolumen der abgeschlossenen PPAs auch im vergangenen Jahr relativ stabil blieb, wurden überwiegend so genannte Corporate PPAs abgeschlossen. Dabei handelt es sich um direkte Lieferverträge zwischen großen Erzeugern erneuerbarer Energien und großen Abnehmern aus Industrie und Dienstleistungsbereichen, die den Strom in ihren Betriebsstätten selbst verbrauchen. So schließen z.B. Betreiber von Rechenzentren und Serverfarmen wie Google, Microsoft oder Amazon derzeit vermehrt PPAs ab, um ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Stadtwerke hingegen spielen in diesem Umfeld bisher keine oder nur eine untergeordnete Rolle, da die Nachfrage ihrer Kunden nach PPAs häufig (noch) relativ gering ist. Bei Gewerbe- und Mittelstandskunden lag der Fokus in der Vergangenheit und insbesondere in den letzten Monaten eher auf Kostenreduktion und Versorgungssicherheit. Aspekte wie die Sicherstellung von „grünen“ Lieferverpflichtungen oder die Erfüllung eigener Nachhaltigkeitsziele, die den Bezug von Ökostrom aus der Region fördern würden, entfalten noch nicht die erhoffte Wirksamkeit. Zumal die PPAs aufgrund ihrer „grünen“ Eigenschaften in der Regel entsprechend teurer sind. Auf Seiten der Privatverbraucher steigt zwar seit Jahren die Nachfrage nach Ökostrom, aus welchen (regionalen) Quellen dieser stammt, ist bei vielen von nachgelagerter Bedeutung oder kann aufgrund der vielschichtigen Definition des Begriffs Ökostrom dem Kunden nicht angemessen vermittelt werden. Größere Industrieunternehmen sind häufig keine Stadtwerke-Kunden mehr bzw. nicht mehr auf diese angewiesen, sondern haben in den letzten Jahren eigene Energiebeschaffungseinheiten aufgebaut und beziehen teilweise schon über Corporate PPAs Energie direkt vom Erzeuger. Im Gegensatz zu anderen Ländern wie beispielsweise den USA spielen PPAs auch für Kommunen in Deutschland bislang eine untergeordnete Rolle. Alternative Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten sowie fehlender Handlungsdruck und politscher Wille führen bislang zu einer geringen Relevanz von PPAs im kommunalen Umfeld. Auch auf der Erzeugerseite ist das Angebot an PPAs aus der Region derzeit häufig noch gering, da der Ausbau der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren eher schleppend verlaufen ist und kaum neue PV- oder Windanlagen als potenzielle PPA-Quellen zur Verfügung stehen. Insbesondere beim Zubau der Windenergie, die aufgrund der hohen Leistungsgrößen besonders relevant für den PPA-Markt wären, befindet sich Deutschland in den letzten beiden Jahren auf einem geringen Zubau-Niveau von nur gut 2 GW. Dies entspricht etwa ein Drittel den Zubauzahlen von 2017[1]. Auch im Bereich der PV-Freiflächen – der zweiten zentralen Säule für PPAs – kam der Zubau in den letzten Jahren nur sehr schleppend voran.   Energiewende als Treiber Die Energiewende erfordert allerdings in den nächsten Jahren einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energiekapazitäten. Insbesondere für Erneuerbare-Energien-Anlagen, die keiner staatlichen Einspeisevergütung unterliegen bzw. diese nicht in Anspruch nehmen wollen (um somit z.B. gewisse Ausschreibungspflichten zu umgehen), könnten PPAs verstärkt zum Einsatz kommen, da sie eine mittel- bis langfristige Finanzierung und Absicherung der Investitionskosten von Erneuerbare-Energien-Projekten ermöglichen. Unterstützt durch sinkende Investitionskosten für Solar- und Windkraftanlagen auf der einen sowie (vermeintlich) weiter steigenden Strompreisen auf der anderen Seite werden PPAs auf der Erzeugungsseite jedoch zunehmend interessant. Denn so lässt sich ein hohes Energiepreisniveau mittels PPAs zur Absicherung von Investitionsrisiken für geplante Anlagen nutzen, um die eigene Kreditwürdigkeit ggf. Kapitalgebern zu stärken. Bei Bestandsanlagen können die hohen Preise so für die nächsten Jahre gesichert werden. Auch das Anfang 2023 in Kraft getretene Lieferkettengesetz wird perspektivisch für eine steigende Nachfrage nach PPAs sorgen, vor allem bei mittelständischen Industrie- und Gewerbekunden, da es Unternehmen verpflichtet nachzuweisen, dass auch ihre Vorlieferanten in der Lieferkette nachhaltig agieren. Der „ökologische (und soziale) Fußabdruck“ eines Produktes und die nachhaltige Praxis des Unternehmens werden so transparent. Mittelständische Industrie- und Gewerbeunternehmen werden daher bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategien verstärkt nach verlässlichen und möglichst regionalen Bezugsquellen für Ökostrom suchen. Wenn sie ihre Erneuerbare Energie über PPAs beziehen, erfüllen sie sogar höhere Nachhaltigkeitsstandards, da sie damit grüne Energieanlagen ohne staatliche Subventionen realisieren können. Auf der anderen Seite wird durch die Sensibilisierung der Gesellschaft für Nachhaltigkeitsaspekte, aber auch durch Regulierungen wie das Lieferkettengesetz, eine langfristige grüne Beschaffung mit kalkulierbaren Preisen von zentraler Bedeutung sein. Dies schafft insbesondere bei B2B-Kunden ein Marktpotenzial, an dem auch Stadtwerke partizipieren können. So können sich Stadtwerke als grüner Partner und Anbieter regional gebundener Energieerzeugungsleistung positionieren und die Regionalität grüner Energie entsprechend als ihren USP vermarkten. Um zukünftig höchsten Nachhaltigkeitsanforderungen gerecht zu werden und entsprechende Gütesiegel zu erhalten, wird die Energiebeschaffung über PPA nach unserer Einschätzung zu einem wichtigen Kriterium. Auch Kommunen werden als PPA-Kunden zunehmend interessanter, denn auch sie haben Klimaschutzziele zu erreichen. Hohe Strombedarfe der Kommunen können über PPA teilweise gedeckt werden. Dafür brauchen sie aber regionale Partner, die nicht nur über Know How und Expertise verfügen, sondern auch über den nötigen Zugang zu Erneuerbarer Energie. Mittels PPAs können Kommunen den Ausbau regionaler Erneuerbaren Energie-Anlagen vorantreiben, vorbei an einer (weniger) attraktiven staatlichen EEG-Einspeisevergütung oder komplexen Förderprogrammen. Insbesondere für Kommunen ohne eigenes Stadtwerk ist diese Option interessant, da sie Erneuerbare Energie-Projekte nicht an ihr Stadtwerk „delegieren“ können. Die Abwicklung erfolgt stattdessen über Bürger-Energie-Genossenschaften (ggf. mit kommunaler Beteiligung). Implikation und Fragestellungen für Stadtwerke Auch wenn PPAs für Stadtwerke derzeit noch eine untergeordnete Rolle spielen, werden sie perspektivisch an Bedeutung gewinnen. Es ist also wichtig, dass sich Stadtwerke frühzeitig mit der Thematik beschäftigen. Dabei stehen drei zentrale Fragenblöcke im Vordergrund: Wo liegen in meinem Versorgungsgebiet überhaupt PPA-Potenziale auf Erzeugerseite? Welches Portfolio kann ich aufbauen und rentabel bewirtschaften? Größere Erzeugungsanlagen (sowohl Post-EEG als auch neue Anlagen) sind stark im Fokus des Wettbewerbs. Das macht es schwierig für Stadtwerke, hier konkurrenzfähig zu agieren. Der Fokus sollte deshalb primär im kleineren und mittleren Segment liegen, d.h. im Bereich von 1-10 MW Erzeugungsleistung. Allerdings ist hier die Marge je Kunde..

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Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium, bei seiner Laudatio auf den "Energiemanager des Jahres", Gunar Hering, Vorstandsvorsitzender der Enertrag SE Quelle: E&M / Angela Regenbrecht

ENERGIEMANAGER DES JAHRES. Bei einer glanzvollen Feier wurde dem CEO von Enertrag, Gunar Hering, in Berlin der E&M-Preis „Energiemanager des Jahres“ verliehen. Die Laudatio hielt Staatssekretär Michael Kellner. Gunar Hering stehe nicht für die traditionelle Energiewirtschaft, aber das sei von der Jury eine ganz bewusste Entscheidung gewesen, sagte E&M-Herausgeber Helmut Sendner. Am Abend des 20. Septembers wurde der Preis in Berlin feierlich übergeben. Der geehrte CEO von Enertrag setze schon seit Jahren ausschließlich auf erneuerbare Energien und treibe als Vorstandsvorsitzender des Erneuerbaren-Unternehmens Enertrag konsequent die Energiewende voran. Deswegen wurde er von der Jury mit dem Preis „Energiemanager des Jahres 2022“ ausgezeichnet. Zahlreiche Kollegen, Weggefährten und Freunde fanden bei herrlichem Wetter den Weg nach Berlin in den Veranstaltungsort Spreespeicher, direkt am Flussufer gelegen. Schon am Nachmittag vor der Preisverleihung trafen sich dort zahlreiche Energieakteure und Industrievertreter zur gleichnamigen E&M-Veranstaltung Energiemanagerkonferenz. Diskutiert wurde dort, wie Energiewirtschaft und Industrie die Energiewende gemeinsam stemmen können. Wie Sendner bei der Preisverleihung sagte, war für viele der Name Hering eine Überraschung, weil der promovierte Physiker aus einem anderen Lager komme als viele seine Vorgänger. Aber genau deswegen sei er auch ausgewählt worden. Auch für den Jubilar war die Auszeichnung eine große Überraschung. Er hätte niemals damit gerechnet, sagte Hering in seinen Dankesworten. Gleichwohl: „Es ist mir wirklich eine große Ehre.“ Der Preis bestärke ihn, mit allen Kollegen und Kolleginnen den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. 100 Prozent erneuerbare Energie sind möglich Enertrag mit Sitz auf Gut Dauerthal in Brandenburg setzt ausschließlich auf erneuerbare Energien und auf grünen Wasserstoff. Mit Gunar Hering an der Spitze produziert das Unternehmen jährlich rund 2 Milliarden kWh Strom aus knapp 800 eigenen Erneuerbaren-Anlagen – vor allem Windkraft – und treibt aktiv Projekte in neun Ländern weltweit voran. Neben dem Hauptstandort Dauerthal in der Uckermark betreibt es zehn Regionalbüros in ganz Deutschland. Im Ausland ist es in Polen, Frankreich, Spanien, Uruguay, Vietnam, Ghana, Südafrika und Namibia engagiert. In seiner Laudatio würdigte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWK), Michael Kellner, den Einsatz des Preisträgers für die nationale wie auch internationale Energiewende. Er sei zugleich Bundestagsabgeordneter der Grünen für die Region Uckermark, von daher freue es ihn besonders, dass eine Persönlichkeit aus seinem Wahlkreis mit dem Preis „Energiemanager des Jahres“ ausgezeichnet wurde, sagte Kellner. Es sei eine unglaubliche Leistung, was Hering und alle Mitarbeiter von Enertrag aufgebaut hätten. „Dafür meinen aller-, allergrößten Respekt“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär unter dem Beifall der Gäste. Bei der Preisverleihung gehört seit langem eine kurze Interviewsession von Jurymitgliedern zum Programm. Den Preisträger über seine weiteren Pläne zu befragen, oblag dieses Mal wieder Christof Spangenberg, Geschäftsführer von M3 Management Consulting, und Christian Held, Partner bei Becker Büttner Held. Beide Unternehmen unterstützen den Fachverlag Energie & Management bei der jährlichen Verleihung des Preises, der im Jahr 2001 von Helmut Sendner ins Leben gerufen worden war. Der Preisträger im Interview Auf die Frage von Jurymitglied Spangenberg, welche Rolle Enertrag in der Energiewende für sich vorsieht, sagte Hering: „Als Enertrag vor rund 30 Jahren gegründet wurde, stand die Frage im Raum, ob man mit Windenergie sicher und zuverlässig Energie erzeugen kann. Heute wissen wir: Es geht.“ Das von Enertrag verantwortete Verbundkraftwerk Uckermark könne alles, was ein konventionelles Kraftwerk auch kann: sicher und zuverlässig Energie erzeugen – aber das nachhaltig. „Das sind innovative Ideen, die Enertrag ausmacht.“ Und: „Wir möchten bei der Energiewende mit gutem Beispiel vorangehen.“ Auf die Frage von Jurymitglied Christian Held, wie Hering zu Wasserstoff in Erdgas-Leitungen stehe, antwortete Hering: Es gebe heute noch sehr viele Bereiche, die mit Öl und Erdgas versorgt würden. Diese müsse künftig mit grünem Wasserstoff geschehen. Er plädiere dafür, Gasnetze, die perspektivisch nicht mehr zum Erdgastransport genutzt werden, schnell auf Wasserstoff umzustellen, denn die Pipelines seien gut geeignet, große Mengen an Energie zu transportieren. Prinzipiell sei man bei der Energiewende in Deutschland schon ein ganzes Stück vorangekommen. Gleichzeitig bleibe noch sehr viel zu tun. Er wünsche sich, dass alle gemeinsam diese Aufgabe mit Leidenschaft anpacken, „denn das sind auch die Grundwerte von Enertrag“. In einer separaten Meldung sehen Sie eine Bildergalerie von der Preisverleihung am 20. September im Spreespeicher (nur online).  

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