Hedging im Energieeinkauf: Durch strukturierte Energiebeschaffung schwankende Preise absichern. © Scholt Energy

Die Energiemärkte haben sich strukturell verändert. Preisschwankungen sind heute kein Ausnahmefall mehr, sondern ein dauerhaftes Merkmal. Geopolitische Entwicklungen, volatile Gaspreise und der steigende Anteil erneuerbarer Energien führen dazu, dass sich Preisniveaus schneller und teilweise deutlich bewegen. Für Unternehmen bedeutet das eine grundlegende Veränderung im Energieeinkauf. Es geht nicht mehr darum, einen einzelnen günstigen Zeitpunkt zu treffen. Entscheidend ist vielmehr, wie mit dieser Volatilität umgegangen wird. Eine strukturierte Beschaffung hilft dabei, Risiken zu verteilen und Marktbewegungen gezielt zu nutzen. Genau hier setzt Hedging im Energieeinkauf an. Festpreis und Spotmarkt: Zwei Modelle mit Stärken und Schwächen In der Praxis dominieren zwei klassische Beschaffungsmodelle, die jeweils klare Vorteile bieten, aber auch strukturelle Grenzen haben. Festpreisverträge schaffen Planungssicherheit, da Unternehmen ihr Preisniveau für einen bestimmten Zeitraum im Voraus festlegen. Dieser Preis orientiert sich jedoch immer an der Marktsituation zum Zeitpunkt der Fixierung. Dadurch entsteht ein Timing-Risiko, da die Entscheidung stark von diesem einen Moment abhängt. Gleichzeitig enthalten Festpreise in volatilen Märkten häufig Risikoprämien, weil Anbieter zukünftige Unsicherheiten einpreisen. Die Beschaffung über den Spotmarkt bildet dagegen das aktuelle Marktniveau direkt ab. Unternehmen profitieren von günstigen Marktphasen, ohne Aufschläge für zukünftige Risiken zu zahlen. In den vergangenen Jahren lag das durchschnittliche Preisniveau am Spotmarkt häufig unter langfristigen Festpreisen. Gleichzeitig sind Unternehmen jedoch vollständig den kurzfristigen Preisschwankungen ausgesetzt. In angespannten Marktphasen kann das zu erheblichen Kostensteigerungen führen. Beide Modelle haben somit klare Stärken, aber auch Schwächen. Wer sich ausschließlich für eines entscheidet, ist zwangsläufig den jeweiligen Nachteilen ausgesetzt. Der hybride Ansatz: Strukturierte Beschaffung als zentraler Steuerungsfaktor Ein moderner Energieeinkauf kombiniert beide Modelle und ergänzt sie um eine strukturierte Steuerung der Einkaufszeitpunkte. Genau hier zeigt sich in der Praxis, wie Hedging im Energieeinkauf funktioniert. Ein Teil des Energiebedarfs wird frühzeitig über Terminmärkte abgesichert, um eine stabile Kostenbasis zu schaffen. Die Absicherung am Terminmarkt erfolgt dabei meist über ein Tranchenmodell, bei dem Mengen schrittweise eingekauft werden. Gleichzeitig bleibt ein Anteil bewusst flexibel und wird über den Spotmarkt beschafft, um von kurzfristigen Marktchancen zu profitieren. In der Praxis liegt der abgesicherte Anteil häufig im Bereich von 60 bis 70 Prozent, während der restliche Anteil flexibel bleibt. Diese Aufteilung ist bewusst flexibel gestaltet. Unternehmen entscheiden selbst, wie hoch ihr Absicherungsgrad ist. Maßgeblich sind dabei das eigene Risikoprofil, die gewünschte Planungssicherheit und die Flexibilität, die man sich für die Zukunft erhalten möchte. Der entscheidende Mehrwert liegt in der zeitlichen Struktur des Einkaufs. Statt den Preis zu einem einzelnen Zeitpunkt festzulegen, erfolgt die Absicherung schrittweise über einen längeren Zeitraum. Dadurch entsteht ein Durchschnittspreis, der extreme Ausschläge reduziert. Gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von einzelnen Marktmomenten deutlich. Eine fundierte Marktanalyse ist dabei die Grundlage. Sie hilft, Preisniveaus einzuordnen und geeignete Zeitpunkte für Teilabsicherungen zu identifizieren. Ziel ist nicht die perfekte Prognose, sondern eine strukturierte Entscheidungsbasis. Anbieter wie Scholt Energy unterstützen Unternehmen genau in diesem Prozess mit datenbasierter Analyse und konkreten Handlungsempfehlungen, um die strukturierte Beschaffung individuell auf das Risikoprofil des Kunden zuzuschneiden. Volatilität als Normalzustand und wie Unternehmen sie nutzen können Ein Blick auf die Terminmärkte zeigt, wie stark sich Preise bewegen können und warum Hedging im Energieeinkauf heute unverzichtbar ist. Der Jahreskontrakt für das Lieferjahr 2027, der sogenannte Cal-27, schwankte im Verlauf des Jahres 2025 zwischen rund 73 und 87 Euro pro MWh. Diese Entwicklung fand in einem Jahr statt, das geopolitisch vergleichsweise ruhig war. Im Jahr 2026 haben sich diese Bewegungen weiter verstärkt. Die Ausschläge sind größer und kurzfristiger geworden. Diese Entwicklung ist Ausdruck einer strukturellen Veränderung der Energiemärkte. Volatilität ist damit der Normalzustand. Für den Energieeinkauf bedeutet das, dass es nicht mehr ausreicht, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Entscheidend ist, wie mit diesen Schwankungen umgegangen wird. Eine strukturierte Beschaffung ermöglicht es, unterschiedliche Marktphasen gezielt zu nutzen. In Phasen niedriger Preise entstehen häufig gute Möglichkeiten zur Absicherung. Unternehmen können diese Phasen nutzen, um langfristig attraktive Preisniveaus zu sichern. In Hochpreisphasen verschiebt sich die Zielsetzung. Hier geht es vor allem darum, Risiken zu begrenzen und sich gegen weitere Preissteigerungen abzusichern. Gleichzeitig bleibt ein Teil der Beschaffung flexibel, sodass Unternehmen von möglichen Preisrückgängen profitieren können. Wenn in vorherigen Marktphasen bereits ein ausreichender Anteil zu günstigen Preisen abgesichert wurde, entsteht zusätzlicher Handlungsspielraum. Unternehmen können solche Hochpreisphasen zunächst abwarten, ohne unmittelbar unter Druck zu geraten. Entscheidend ist dabei der Blick auf das bestehende Portfolio. Je nach Absicherungsstand kann es sinnvoll sein, gezielt weitere Teilmengen abzusichern, um das Risiko zusätzlicher Preissteigerungen zu begrenzen. So lässt sich vermeiden, dass Unternehmen in Phasen sehr hoher Spotmarktpreise vollständig exponiert sind, wie es in Energiekrisen häufig der Fall ist.   Kontinuierliche Optimierung statt einmaliger Entscheidung Langfristig entsteht aus Hedging im Energieeinkauf ein kontinuierlicher Optimierungsprozess. Unternehmen bauen ihre Absicherung schrittweise auf und sichern sich so über die Zeit unterschiedliche Preisniveaus. Gleichzeitig bleibt ein Teil der Beschaffung flexibel und kann an aktuelle Marktbedingungen angepasst werden. Diese Flexibilität ermöglicht es auch, Veränderungen im Verbrauch zu berücksichtigen, etwa durch konjunkturelle Entwicklungen, eigene Energieerzeugung oder den Einsatz von Speicherlösungen. Im Ergebnis entsteht ein System, das sich laufend weiterentwickelt. Im Gegensatz dazu stehen einmalige Beschaffungsentscheidungen, die stark vom gewählten Zeitpunkt abhängen und damit deutlich spekulativer sind.   Fazit: Hedging im Energieeinkauf als strategischer Erfolgsfaktor Hedging im Energieeinkauf ersetzt punktuelle Entscheidungen durch einen systematischen und langfristigen Prozess. Festpreis- und Spotmodelle werden gezielt kombiniert, um Risiken zu verteilen und Marktchancen zu nutzen. Unternehmen, die diesen Ansatz verfolgen, erreichen stabilere Kostenstrukturen und bleiben gleichzeitig flexibel. In der Praxis zeigt sich eine hohe Zufriedenheit mit diesem Modell, was sich in stabilen Kundenbeziehungen und niedrigen Wechselraten widerspiegelt. Ein entscheidender Faktor ist der langfristige Effekt. Je länger die Strategie angewendet wird, desto stärker wirken die Effekte der Risikostreuung. Neben einer höheren Stabilität können so auch zusätzliche Kostenvorteile entstehen, da unterschiedliche Marktphasen konsequent genutzt werden. Scholt Energy hat sich auf genau diesen Ansatz spezialisiert und begleitet Unternehmen aktiv bei der Umsetzung. Als unabhängiger Energiepartner entwickelt Scholt gemeinsam mit seinen Kunden individuelle Hedging-Strategien im Energieeinkauf, die auf das jeweilige Risikoprofil abgestimmt sind. Persönliche Ansprechpartner mit umfangreicher Markterfahrung begleiten den gesamten Prozess. Die Strategie wird nicht einmalig definiert, sondern kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert. So entsteht über Jahre hinweg ein belastbares und flexibles Beschaffungsmodell. Darüber hinaus unterstützt..

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Die Energiewirtschaft steht vor entscheidenden Jahren. Wärmewende, Netzausbau, Regulierung, Finanzierung und Versorgungssicherheit müssen parallel gelöst werden. Die Energiemanager-Konferenz 2026 bringt dazu führende Entscheider aus Stadtwerken, Energieversorgungsunternehmen, Industrie, Politik, Beratung und Finanzwelt zusammen. Die Veranstaltung gilt als zentrale Plattform für strategischen Austausch, belastbare Orientierung und konkrete Lösungen für den Energiemarkt. Im Mittelpunkt des diesjährigen Programms steht die Wärmewende unter neuen politischen und wirtschaftlichen Vorzeichen. Diskutiert werden Positionen zum Fortgang der Transformation, die Auswirkungen des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes sowie der aktuelle Stand der kommunalen Wärmeplanung. Branchenführer und Experten zeigen, was bereits erreicht wurde und welche Schritte jetzt folgen müssen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem künftigen Wärmesystem in Deutschland. Die Konferenz beleuchtet, wie Fernwärme und Wärmepumpen sinnvoll zusammenspielen, welche Hebel die Bundesförderung effiziente Wärmenetze bietet und welche Technologien im Markt langfristig tragfähig sind. Teilnehmer erhalten Einblicke in wirtschaftliche, technische und regulatorische Erfolgsfaktoren für die Umsetzung vor Ort. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Zukunft der Gasinfrastruktur. Thematisiert werden die Umwidmung, Stilllegung und der Rückbau von Erdgasnetzen sowie die Perspektiven grüner Gase im Wärmenetz. Beiträge zu Wasserstoff, Biomethan und Biokraftstoffen zeigen, welchen realen Beitrag diese Energieträger zur Dekarbonisierung leisten können und wo technische oder wirtschaftliche Grenzen liegen. Auch die Finanzierung rückt in den Fokus. Diskutiert werden die Auswirkungen neuer Gesetze auf Projekte und Kapitalzugang, tragfähige Refinanzierungsmodelle für Fernwärmenetze sowie die Rolle von Banken und Investoren als Treiber der Wärmewende. Ergänzt wird das Programm durch Praxisberichte zu Bürgerbeteiligung und zu regulatorischen Vorgaben, die Investitionen bremsen oder beschleunigen können. Die Energiemanager-Konferenz richtet sich an Geschäftsführer, Vorstände, Bereichsleiter und Fachentscheider, die den Wandel aktiv gestalten wollen. Neben hochkarätigen Vorträgen und Debatten bietet die Veranstaltung exzellente Networking-Möglichkeiten mit führenden Köpfen der Branche. Weitere Informationen und Anmeldung:Zur Konferenzseite

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Ab Oktober 2025 der neue Geschäftsführer der Stadtwerke Lünen: Urs Reitis (m.) zusammen mit dem SWL-Aufsichtsratsvorsitzenden Hugo Becker (l.) und dem aktuel-len SWL-Geschäftsführer Dr. Achim Grunenberg (r.).

Ein Rückkehrer mit Vision, ein Unternehmen im Wandel und eine Region mit Ambitionen: Die Stadtwerke Lünen holen sich mit Urs Reitis einen Mann an Bord, der nicht nur fachlich überzeugt, sondern auch emotional verbunden ist – mit dem Ruhrgebiet, mit der Energiewelt von morgen und mit dem Anspruch, lokale Energieversorgung nachhaltig zu gestalten. Klingt spannend? Ist es auch. Denn was auf den ersten Blick wie ein regulärer Wechsel in der Chefetage wirkt, ist in Wirklichkeit ein kraftvoller Auftakt für neue Energiepolitik auf kommunaler Ebene. Wer ist Urs Reitis – und was bringt er mit? Urs Reitis ist 45, gebürtiger Dortmunder, und hat Energie im Blut – beruflich wie geografisch. Der studierte Energiewirtschaftler und -techniker blickt auf eine beeindruckende Karriere im kommunalen Energiesektor zurück: Zuletzt war er Geschäftsführer der BonnNetz GmbH, der Netzgesellschaft der Stadtwerke Bonn. Dort hat er nicht nur den Betrieb geleitet, sondern aktiv zukunftsweisende Projekte wie die Kommunale Wärmeplanung angeschoben. Davor war er im westfälischen Warendorf in leitender Funktion tätig – kennt also nicht nur Großstädte, sondern auch mittelgroße Versorgungslandschaften, wie sie Lünen repräsentiert. Und genau das ist sein Vorteil: Verständnis für die Region, Erfahrung in der Transformation, Leidenschaft für die Aufgabe. Die Rückkehr ins Ruhrgebiet: Mehr als ein Jobwechsel Mit dem Wechsel nach Lünen kehrt Reitis zurück in seine Heimatregion – in ein Umfeld, das wie kaum ein anderes vor den Herausforderungen der Energie- und Wärmewende steht. „Mich reizt es, die großen Herausforderungen gemeinsam vor Ort aktiv anzugehen“, sagt Reitis – und diese Worte wirken nicht wie PR, sondern wie ein echtes Bekenntnis. Denn Lünen ist mehr als nur eine Stadt. Lünen ist ein energetischer Mikrokosmos: Heimat des Entsorgungsriesen Remondis, Standort eines Biomassekraftwerks, aber auch eines Steinkohlekraftwerks, das mittelfristig transformiert werden muss. Wer hier antritt, braucht Mut zur Veränderung – und Ideen, wie nachhaltige Versorgung in einer Stadt mit industrieller Prägung aussehen kann. Die neue Doppelspitze: Übergang mit Strategie Bis mindestens Mai 2026 wird es bei den Stadtwerken Lünen eine Doppelspitze geben: Reitis tritt im Oktober 2025 an, während der bisherige Geschäftsführer Achim Grunenberg noch kein genaues Austrittsdatum genannt hat. Was nach Zwischenlösung klingt, ist in Wahrheit ein kluger Schritt: Erfahrung trifft Erneuerung. Zwei Führungsstile, ein Ziel. Diese Übergangszeit gibt Raum für: Know-how-Transfer Gemeinsame Strategieentwicklung Stabile Führung in der Transformationsphase Und das ist wichtig – denn Lünen steht vor großen Aufgaben. Energie- und Wärmewende – vor Ort gedacht Reitis bringt aus Bonn eines der heißesten Themen der Zukunft mit nach Lünen: die Kommunale Wärmeplanung. Bis Mai 2025 muss jedes größere Versorgungsunternehmen in Deutschland seinen Fahrplan zur Wärmewende vorlegen – also zur Frage: Wie machen wir unsere Heizsysteme klimaneutral, effizient und sozial verträglich? Das ist kein kleines Projekt. Das ist die Grundlage für eine dekarbonisierte Zukunft. Und Reitis hat genau das bereits in Bonn durchdacht und vorangetrieben. Sein Vorteil in Lünen: Die Stadtwerke sind 100-prozentige Tochter der Kommune. Das bedeutet direkte Abstimmung mit Politik, Verwaltung und Bürgern – und: echte Gestaltungsmacht. Reitis bringt also nicht nur Ideen mit, sondern auch den Hebel, sie umzusetzen.

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Kerstin Andreae -Energiemanagerin des Jahres 2025 - energie & management Quelle BDEW 2

Ehrung für herausragendes Energiemanagement: Kerstin Andreae zur „Energiemanagerin des Jahres 2025“ gekürt Die renommierte Auszeichnung „Energiemanager des Jahres“ geht in diesem Jahr an eine herausragende Stimme der deutschen Energiewirtschaft: Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), erhält den Preis für ihre entscheidende Rolle bei der Transformation des Energiesektors. Die Jury würdigt insbesondere ihr strategisches Geschick und ihre Führungsstärke in herausfordernden Zeiten, in denen sie den BDEW zu einem zentralen Akteur der Energiewende weiterentwickelt hat. Der Preis „Energiemanager des Jahres“ wurde vor mehr als 20 Jahren von E&M-Herausgeber Helmut Sendner ins Leben gerufen. Das Medienhaus Energie & Management würdigt damit herausragende Leistungen im Bereich nachhaltiges Energiemanagement. Eine Jury mit Experten und Expertinnen aus Energiewirtschaft, Wissenschaft und Medien bestimmt die jährliche Preisträgerin beziehungsweise den jährlichen Preisträger. Die Jury hat überzeugt, wie Andreae den BDEW in den vergangenen Jahren durch bewegte Zeiten geführt hat. Nach dem Stopp der russischen Gaslieferungen hat sie maßgeblich dazu beigetragen, die Gasversorgung in Deutschland auf ein neues Fundament zu stellen. Sie setzt sich für den Umbau der Wärmeversorgung ein, dabei auf den gezielten Ausbau sowie die Förderung der meist kommunalen Wärmenetze. Ein weiteres Thema, das ihr am Herzen liegt, ist Planungssicherheit für die Energiewirtschaft in Zeiten der Energiewende, die sie maßgeblich unterstützt. Unter ihrer Führung hat sich der BDEW konsequent weiterentwickelt. Dabei gilt es, die Balance zwischen großen Energieversorgern, Stadtwerken und regionalen Energieversorgern und den kleinen kommunalen Unternehmen zu finden sowie über alle Wertschöpfungsstufen – Erzeugung, Handel, Netze, Vertrieb – hinweg Themen voranzubringen. Weiterhin ist Andreae das zentrale Sprachrohr der Energiewirtschaft in die Politik. Ausdruck ihrer Wertschätzung war die Vertragsverlängerung als BDEW-Chefin im März 2024 um weitere fünf Jahre. Kerstin Andreae sagt über sich selbst: „In meiner Rolle als Verbandschefin der Energiewirtschaft habe ich die Ehre, die Stimme unserer Mitgliedsunternehmen zu sein. Mit großer Leidenschaft setze ich mich für ihre Interessen ein und agiere an der Schnittstelle von Wirtschaft und Politik. Ein strategischer Weitblick ist dabei unverzichtbar – wir denken nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten. Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit erfordern ein sensibles Gleichgewicht und die Branche spielt dabei eine zentrale Rolle. Dabei leitet mich eine optimistische Haltung, die unsere gemeinsamen Ziele stets klar im Blick behält.“ Vita Andreae: Kerstin Andreae wurde am 21. Oktober 1968 in Schramberg im Schwarzwald geboren. Sie studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg und sammelte erste Berufserfahrung im Projektmanagement und im Bereich erneuerbarer Energien. 2002 zog sie als Abgeordnete der Grünen in den Bundestag ein. Dort war sie unter anderem kommunal- und wirtschaftspolitische Sprecherin sowie stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Seit 2019 ist Andreae Hauptgeschäftsführerin des BDEW. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder und lebt mit ihrer Familie in Berlin.     Die Entscheidung der Jury für Kerstin Andreae als „Energiemanagerin des Jahres 2025“ fiel mit großer Mehrheit – und wird von den Jurymitgliedern einstimmig als konsequente Wahl bezeichnet. Mit ihrer strategischen Weitsicht, ihrem Pragmatismus und ihrer Fähigkeit, zwischen politischen Anforderungen und den Interessen der Branche zu vermitteln, habe sie sich als eine der wichtigsten Stimmen der Energiewirtschaft etabliert. Jury hebt Führungsstärke und strategischen Weitblick hervor Helmut Sendner, Initiator des Preises und Jurymitglied, betont: „Kerstin Andreae ist keine klassische Energiemanagerin, die ausschließlich an Umsatz- und Gewinnsteigerungen gemessen wird. Sie ist eine Möglich-Macherin für die 2.000 Mitglieder des BDEW, eine pragmatische Diskussionspartnerin in der politischen Auseinandersetzung und eine einflussreiche Stimme in der öffentlichen Wahrnehmung.“ Prof. Christian Held, Partner der Kanzlei Becker Büttner Held und ebenfalls Jurymitglied, unterstreicht: „Andreae hat eine beeindruckende (energie-)politische Laufbahn hinter sich und leitet mit großem Geschick den wichtigsten Verband der deutschen Energiewirtschaft. Sie verbindet Interessenvertretung mit gesellschaftlicher Verantwortung – eine Fähigkeit, die heute wichtiger denn je ist.“ Dr. Christof Spangenberg, Geschäftsführer der m3 management consulting GmbH und Jurymitglied, ergänzt: „Sie vereint Vision und Machbarkeit zu einer realistischen Agenda und sorgt dafür, dass Fortschritt mit Pragmatismus einhergeht. Ihr strategisches Geschick macht sie zu einer der zentralen Stimmen der Branche.“ Über den Preis „Energiemanager des Jahres“ Die renommierte Auszeichnung wurde vor über 20 Jahren vom Medienhaus Energie & Management ins Leben gerufen und wird in Kooperation mit Becker Büttner Held sowie m3 management consulting GmbH verliehen. Eine hochkarätige Jury aus führenden Experten der Energiewirtschaft bestimmt jedes Jahr die Preisträgerin oder den Preisträger. Weitere Informationen unter www.energiemanager-des-jahres.de. Preisverleihung im Rahmen der E&M-Energiemanager-Tagung Die feierliche Preisverleihung an Kerstin Andreae findet am 25. September 2025 im Rahmen der Abendveranstaltung der E&M-Energiemanager-Konferenz in Berlin statt. Die Laudatio hält Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen. Die Konferenz widmet sich dem aktuellen Spannungsfeld zwischen Energieversorgern und Industrie. Hochrangige Experten werden die neuesten Entwicklungen und Herausforderungen der Branche diskutieren. Die Veranstaltung ist öffentlich – weitere Informationen und Anmeldung unter www.energiemanager-online.de.

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Der angeschlagene Ökoenergie-Konzern Baywa Re könnte zum Minderheitsgesellschafter EIP wechseln. Gleichzeitig gehört ein Stellenabbau zu einem dreijährigen Konzept mit den Banken. Schöne Bescherung: Die Baywa Re aus München hat sich mit einem massiven Stellenabbau und einer weiteren Konzentration auf das Kerngeschäft sowie auf profitable Märkte bei den Banken eine finanzielle Perspektive bis Ende 2027 erkauft. Darüber hinaus wird die Braut hübsch gemacht, um sie möglicherweise an den Gesellschafter Energie Infrastructure Partners (EIP) abzustoßen, einen weltweit agierenden Infrastrukturinvestor. Laut einer Mitteilung des Erneuerbaren-Projektierers und Direktvermarkters vom 20. Dezember 2024 baut die Baywa Re während des neuen Finanzierungszeitraums sicher rund 350 Stellen (Vollzeit-Äquivalente, FTE) ab, um das in Eckpunkten bekannte Sanierungsgutachten von Boston Consulting zu erfüllen. Da sich das Unternehmen aber durch Verkäufe aus Nebengeschäftsfeldern zurückzieht und sich bereits restrukturiert, kann der Stellenabbau demnach bis zu 2.400 der weltweit 4.250 Stellen betreffen. Bisher war lediglich davon die Rede gewesen, dass im gesamten Baywa-Agrarhandelskonzern 1.500 Positionen gestrichen werden (wir berichteten). In den ersten drei Quartalen in diesem Jahr war die Baywa Re das Sorgenkind des Konzerns: Sie rutschte im operativen Geschäft (Ebit) von plus 106 Millionen Euro mit minus 165 Millionen Euro in die roten Zahlen. Dem Konzern blieb nur noch ein zweistelliges positives Millionen-Ebit. Als Gründe für die Schieflage der Baywa Re wurde die Bevorratung teuer eingekaufter PV-Module, Verzögerungen in der Projektentwicklung und erste Restrukturierungskosten angegeben. Über eine Avallinie der Banken in dreistelliger Millionenhöhe hinaus hatte EIP, die 49 Prozent an Baywa Re hält, im Oktober, als das Unternehmen aus dem Sanierungsgutachten von Boston Consulting berichtete, einen Gesellschafterkredit in zweistelliger Millionenhöhe zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus spülten besonders viele Projektverkäufe frisches Geld in die Kasse (wir berichteten). Gespräche über Übernahme durch EIP Mit EIP befindet sich die Baywa Re offenbar bereits in „fortgeschrittenen Gesprächen, über eine weitere Kapitalstärkung der ,BayWa r.e.‘, die zu einem Kontrollwechsel zu Gunsten von EIP führen könnte“. Ein Abschluss im Laufe des ersten Quartals 2025 wird angestrebt. Baywa Re zählte beispielhaft auf, welche Aktivitäten weiter als Kerngeschäft gelten sollen, in denen das Unternehmen über eine gute Wettbewerbsposition verfügt und die eine positive Marktprognose haben: die Projektentwicklung im Bereich Wind, Solar und Batteriespeicher, der Betrieb eigener Anlagen ‚Independent Power Producer‘ (IPP) − und damit auch die Position als Direktvermarkter −, die Instandhaltung und der Energiehandel, der sich weitgehend am Standort Leipzig (ehemalige Clens Clean Energy Sourcing) befindet. Leistungsziel in der Projektierung sind mehr als 2.000 MW pro Jahr. Die Eigenposition von 1.000 MW grüner Kraftwerke im Betrieb soll nach einer „Optimierung“ von 2026 an wachsen. Auch will man weiter weltweit tätig sein, sich aber auf Märkte „mit geringem wirtschaftlichen Risiko“ und „mit Wachstumschancen“ konzentrieren. Welche Länder das sind, wurde nicht mitgeteilt, ebenso wenig, welche Aktivitäten abzustoßen wären. Bekannt ist, dass sich Baywa Re von der eigenen Software-Entwicklung trennt. Und schließlich steht die Baywa Re vor einer Zentralisierung bei Querschnittsfunktionen wie Controlling, Finanzen und Personal. Das kaufmännische Ziel Der neue Chief Restructuring Officer (CRO) Felix Colsman formuliert das kaufmännische Ziel bis Ende 2027 folgendermaßen − er bezieht sich dabei auf das Restrukturierungsprogramm „Repower“ und mit „Ebitda“ auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda): „Nach der Umsetzung aller notwendigen Transformationsmaßnahmen wird die neue Baywa Re eine marktübliche Ebitda-Marge mit einem ausgewogenen Risikoprofil über alle Geschäftsbereiche erzielen.“

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Ein Schaubild sagt mehr als tausend Worte: In einer aktuellen Infografik beleuchten wir regelmäßig Zahlen aus dem energiewirtschaftlichen Bereich. Quelle: Statista Ausgehend vom Basisjahr 2020 (Index = 100) beschreibt der Verbraucherpreisindex die relative Entwicklung der Verbraucherpreise für Fernwärme in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts. Der Verbraucherpreisindex für Fernwärme lag im April 2024 bei 177,7 Punkten, demnach lagen die Verbraucherpreise für Fernwärme in diesem Monat rund 77,7 Prozent höher als zum Jahr 2020. Der Einbruch des Index im Dezember 2022 ist auf die Kostenübernahme des Bundes auf den Dezember-Abschlag für Gas und Wärme zurückzuführen.

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Der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix erhöht sich ständig. Das Statistische Bundesamt meldet neue offizielle Zahlen.  Im ersten Quartal 2024 erhöhte sich die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien in Deutschland auf einen Anteil von 58,4 Prozent. Dies ist der höchste Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien für ein erstes Quartal seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte der Anteil 48,5 Prozent betragen. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden 121,5 Milliarden kWh Strom produziert und in das Stromnetz eingespeist. Das waren 7,5 Prozent weniger Strom als im Vorjahresquartal. Trotz des allgemeinen Rückgangs der Stromerzeugung stieg die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien um 11,6 Prozent. Demgegenüber ging die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern um 25,4 Prozent auf einen Anteil von 41,6 Prozent an der inländischen Stromproduktion zurück. Den größten absoluten Anstieg bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien verzeichnete die Windkraft mit einem Plus von 5,0 Milliarden kWh (plus 12 Prozent). Im ersten Quartal 2024 stammten 46,8 Milliarden kWh und damit 38,5 Prozent des gesamten inländisch produzierten Stroms aus Windkraft. Damit war die Windkraft wie bereits im ersten Quartal 2023 (31,8 Prozent) die wichtigste Energiequelle. Am zweitgrößten war der absolute Anstieg mit 1,4 Milliarden Kilowattstunden bei der Stromerzeugung aus Photovoltaik (plus 21 Prozent). Insgesamt wurden 8,1 Milliarden kWh Strom aus Photovoltaik erzeugt, das waren 6,6 Prozent der Stromproduktion. Der starke Rückgang der Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern lässt sich vor allem auf die deutliche Abnahme der Stromproduktion aus Kohle zurückführen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2023 sank die Stromeinspeisung aus Kohle im ersten Quartal 2024 um 11,0 Milliarden kWh oder 28,2 Prozent. Mit einem Anteil von 23 Prozent an der gesamten Stromproduktion war Kohle im ersten Quartal 2024 aber weiterhin der zweitwichtigste Energieträger. Da am 15. April 2023 die letzten drei Kernkraftwerke abgeschaltet worden waren, gab es im ersten Quartal 2024 keine Stromeinspeisung aus inländisch erzeugter Kernenergie mehr. Im ersten Quartal 2023 waren noch 5,8 Milliarden kWh oder 4,4 Prozent des Stroms aus Kernenergie erzeugt worden.

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Die Bundesnetzagentur hat eine Festlegung zum finanziellen Ausgleich von Redispatch-Maßnahmen erlassen. Die Beschlusskammer 8 der Bonner Behörde in Bonn hat sich mit Kosten und Erlösen aus dem finanziellen Ausgleich von Redispatch-Maßnahmen beschäftigt. Weiterhin wurde eine Entscheidung über die Kosten und Erlöse aus den Maßnahmen zur Bewirtschaftung von Engpässen in den deutschen Regelzonen und auf den grenzüberschreitenden Verbindungsleitungen getroffen. Hintergrund für die Regelung ist unter anderem im Paragraf 13a Absatz 2 Satz 1 im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Dieser besagt, dass vorgenommene Anpassung zwischen dem Betreiber des Übertragungsnetzes und dem Betreiber der Anlage zur Erzeugung oder Speicherung von elektrischer Energie angemessen finanziell auszugleichen ist. Gegenüber den regelzonenverantwortlichen Übertragungsnetzbetreibern sei nun eine wirksame Verfahrensregulierung der Kosten und Erlöse erlassen worden, heißt es vonseiten der Behörde. Die Beschlusskammer 8 hat eine entsprechende öffentliche Bekanntmachung am 5. Juni ins Netz gestellt. Der Beschluss lässt sich dort nachlesen und herunterladen   . Wie die Behörde weiter mitteilt, ist die Höhe des finanziellen Ausgleichs von Redispatch-Maßnahmen Gegenstand einer gesonderten Entscheidung. Sie ist ebenfalls auf der Internetseite der Netzagentur beziehungsweise bei der Beschlusskammer 8 zu finden   .

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Die Cuxhavener PNE AG hat ihr US-Geschäft verkauft. Der Erlös, über dessen Höhe Stillschweigen vereinbart wurde, soll das Wachstum als unabhängiger Stromversorger finanzieren. Das börsennotierte Grünenergie-Unternehmen PNE AG aus Cuxhaven hat nach eigenen Angaben vom 6. Juni sein US-Geschäft an den US-amerikanischen Investor Lotus Infrastructure Partners verkauft. Der Mitteilung zufolge umfasst dies sowohl die Gesellschaft PNE USA, Inc. mit Sitz in Chicago als auch die Projektpipeline und die Beschäftigten. Diese besteht derzeit aus 18 Windenergie-, Photovoltaik und Energiespeicher-Projekten mit einer Gesamtleistung von mehr als 3.000 MW in verschiedenen Entwicklungsphasen. Über den Kaufpreis, auf den Lotus Infrastructure eine Anzahlung geleistet hat, haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Das Gros der weiteren Zahlungen ist erfolgsabhängig, je nach Projektfortschritten. Mit Abschluss der Transaktion ist der Windparkprojektierungs-Pionier PNE, dessen Vorläufer 1995 von Norbert Plambeck gegründet worden war, laut Antwort auf eine Frage der Redaktion nur noch in 14 Ländern in Europa, Afrika und Asien tätig. PNE kündigte an, den Verkaufserlös in die Umsetzung der Unternehmensstrategie „Scale up 2.0“ zu investieren. Diese sieht eine technologische und geografische Verbreiterung der Geschäftstätigkeiten vor, unter anderem einen massiven Ausbau des Eigenportfolios in Europa. „Wir können uns nun auf das weitere Wachstum als Independent Power Producer (IPP) in Europa konzentrieren“, erklärte der scheidende CEO Markus Lesser. US-Großbank ist größter Aktionär PNE ist an der Frankfurter Börse notiert und Mitglied der Börsenindizes S-Dax und Tec-Dax. Größter Aktionär ist mit gut 44 Prozent die US-Investmentbank Morgan Stanley. Auch den Rest der 76,6 Millionen Aktien halten Finanzinvestoren. Ende Mai genehmigten sich die Aktionäre erneut insgesamt 8 Ct Dividende und Sonderdividende pro Aktie, insgesamt 6 Millionen Euro. Der Rest des 2023er-Bilanzgewinns von 273 Millionen Euro wird auf Rechnung vorgetragen, bleibt also im Unternehmen. Nach dem ersten Quartal 2024 bestätigte PNE sein Ziel, in diesem Jahr einen operativen Gewinn von 40 bis 50 Millionen Euro zu erwirtschaften. 2023 waren es knapp 40 Millionen Euro gewesen. Im Folgequartal sank der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) leicht auf 8,5 Millionen Euro. Unterm Strich stand im Zeitraum Januar bis März 2024 pro Aktie ein unverwässerter Verlust von 6 Ct (erstes Quartal 2023: minus 8 Ct).

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Mit allen Mitteln versuchte das Ostseebad Binz auf Rügen das Flüssigerdgas-Terminal im benachbarten Mukran zu verhindern. Auch ein letzter Versuch vor Gericht brachte keinen Erfolg. Der Aufnahme des Regelbetriebs am Flüssigerdgas-Terminal in Mukran auf Rügen steht rechtlich nichts mehr im Wege. Das Bundesverwaltungsgericht lehnte am 7. Juni Eilanträge gegen die Genehmigung von Errichtung und Betrieb des Terminals ab. Die Anträge seien unzulässig, die von den Antragstellern geltend gemachten Sicherheitsrisiken nicht erkennbar, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts. Geklagt hatten die Gemeinde Binz, das Deutsche Jugendherbergswerk als Betreiber der Jugendherberge Prora und zwei private Grundstückseigentümer aus Sassnitz. Von der Gemeinde Binz verlautete, dass man zunächst die ausführliche Urteilsbegründung abwarten wolle. Die Deutsche Regas hatte im März mit dem Probebetrieb im Hafen von Mukran begonnen, auf Bitten des Gerichts aber mit dem Antrag auf Regelbetrieb gewartet, bis über die Eilanträge entschieden ist. Nach Betreiberangaben kamen bislang vier Lieferungen in Mukran an, wo ein „Energos-Power“ das verflüssigte Erdgas aufnimmt, wieder in Gas umwandelt und über eine etwa 50 Kilometer lange Pipeline durch die Ostsee zum Leitungsknotenpunkt in Lubmin bei Greifswald leitet. Künftig soll in Mukran ein zweites sogenanntes Regasifizierungsschiff stationiert werden. Es handelt sich um die „Neptune“, die bisher in Lubmin im Einsatz war. Die angestrebte Gesamtkapazität bezifferte Regas mit 13,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr, was in etwa 15 Prozent des aktuellen deutschen Jahresverbrauchs entspreche. Die Investitionskosten beliefen sich den Angaben zufolge auf rund 200 Millionen Euro.

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Nachdem die Verhandlungen mit der EU-Kommission zur Kraftwerksstrategie weiter anhalten, plädiert der Branchenverband BEE dafür, andere flexible Anlagen voranzubringen. Da konkrete Ausschreibungen für Kraftwerke nach Angaben der Bundesnetzagentur wohl in diesem Jahr nicht mehr kommen werde, setzt sich der BEE dafür ein, „bestehenden beziehungsweise schnell ausweitbaren heimischen Kapazitäten der flexibel steuerbaren Anlagen (Erneuerbare, Speicher und Sektorenkopplung) jetzt mit einfachen Gesetzesänderungen voranzubringen“, wie es in einer Verbandsmitteilung heißt. „Der Spatz in der Hand wartet darauf, gefüttert zu werden. Das geht schneller, als auf die Taube auf dem Dach zu warten. Denn im Falle der H2-ready-Gaskraftwerke benötigt die Klärung beihilferechtlicher Fragen mit der EU-Kommission offenbar mehr Zeit“, so BEE-Präsidentin Simone Peter. Um die Lücke schließen, die nach der Halbierung der Kraftwerksstrategie auf 10.000 MW Leistung entstanden ist, fordert der BEE die kombinierte Betrachtung von Kapazität und Flexibilität. „Die Kapazitäten, die künftig über die zehn Gigawatt gebraucht werden, müssen bereits heute als dringend benötigte Flexibilitätsoptionen aufgebaut werden“ erklärte Peter. Das aktuelle Strommarktdesign sei den wachsenden Herausforderungen, die mit der Entfesselung von Wind- und Solarenergie und damit ihrer systemsetzenden Rolle im Strommarkt einhergehen, nicht gewachsen. Statt Wind- und Solarstrom abzuregeln, weil der Ausbau der Netze weiter stockt, brauche es flexibel steuerbare Kraftwerke, die den Ausgleich gewährleisten. Hierfür stünden schon heute zigtausend Bioenergie- und Wasserkraftanlagen zur Verfügung. „Auch Speicher und Sektorenkopplungsanlagen kommen schnell hinzu, wenn entsprechende Anreize gesetzt werden. Ihre dezentrale Verfügbarkeit sei gleichzeitig ein Garant für Systemdienlichkeit, wie sie in den Eckpunkten der Kraftwerksstrategie gefordert wird. „Zudem sind heimische Wertschöpfung, Resilienz und Bezahlbarkeit mit diesem Erneuerbaren-Anlagenpark verbunden“, so Peter. Damit werde die weitere Dekarbonisierung und die Stromversorgungssicherheit gleichzeitig gewährleistet und Kosten gegenüber zusätzlichen H2-ready-Gaskraftwerken gespart. Der BEE hatte im April ein Thesenpapier vorgelegt, in dem er empfiehlt, die Flexibilitätsoptionen im Energiesystem ganzheitlich zu prüfen und bereits vorhandene erneuerbare Potenziale zu nutzen. Allein der bestehende Biogasanlagenpark kann nach den Erkenntnissen des Verbandes bei Umrüstung auf eine flexible Fahrweise zwischen 18.000 bis 27.000 MW gesicherte flexible Leistung bereitstellen. Eine Weiterentwicklung der Vergütungsstruktur im EEG, etwa der Flexibilitätsprämie, wäre hierfür notwendig. Im Bereich der Speicher wird die Absenkung der Stromnebenkosten von Stromspeichern als wirksame Maßnahme gesehen. Kleine, netzdienliche Elektrolyseure könnten zudem erheblich zur Netzstabilität und zur Senkung von Netzkosten beitragen. Das gelte auch für stetig verfügbare, planbare und flexibel steuerbare Wasserkraft. „Der erneuerbare Energiemix ist hier und heute nutzbar. Gesetzliche Anpassungen können zügig für weitere Kapazität und neue Flexibilität sorgen,” betonte Peter.

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Die Debatte um CO₂-Speicherung, auch bekannt als Carbon Capture and Storage (CCS), gewinnt an Fahrt. Während einige die Technologie als notwendigen Schritt im Kampf gegen den Klimawandel betrachten, warnen andere vor potenziellen Risiken für Klima und Gesundheit. Die Speicherung von CO₂ unter der Erde wird als eine Möglichkeit gesehen, das Treibhausgas aus der Atmosphäre zu entfernen und so die Erderwärmung zu bekämpfen. Die Technologie steht jedoch in Deutschland und weltweit unter kritischer Beobachtung. Vorteile und Hoffnungen In Dänemark wurde kürzlich ein Pilotprojekt genehmigt, bei dem bis zu 15.000 Tonnen CO₂ in einem ehemaligen Ölfeld in der Nordsee gespeichert werden sollen. Dieser Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein und zeigt das Potenzial der Technologie auf, Teil einer breiteren Klimaschutzstrategie zu sein. Das Projekt unterstreicht die Machbarkeit und Notwendigkeit von CCS im Kontext der globalen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Kritik und Herausforderungen Trotz des Potenzials von CCS zur Minderung der Klimakrise gibt es Bedenken hinsichtlich der langfristigen Sicherheit und der Umweltauswirkungen der unterirdischen CO₂-Speicherung. Kritiker befürchten, dass die Technologie die Emissionen nicht nachhaltig reduziert und stattdessen zu einem verzögerten Umstieg auf erneuerbare Energien führen könnte. Die Sorgen umfassen auch potenzielle Risiken für das Grundwasser und die Stabilität der Speicherstätten. Wirtschaftliche Aspekte und Klimazertifikate Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Rolle von Klimazertifikaten im Zusammenhang mit CO₂-Speicherprojekten. Klimazertifikate, die zur Kompensation von Emissionen dienen, könnten eine finanzielle Unterstützung für Landwirte bieten, die durch Humusaufbau CO₂ binden. Diese Praxis wird jedoch kritisch betrachtet, da bisher eine wissenschaftliche Basis für die Bewertung der langfristigen Klimawirksamkeit fehlt. Trotzdem erkennen Studien das Potenzial von Humusaufbau und anderen landwirtschaftlichen Praktiken zur CO₂-Bindung an, wobei die Notwendigkeit einer dauerhaften und nachhaltigen Speicherung von Kohlenstoff im Boden betont wird. Die CO₂-Speicherung bleibt ein kontrovers diskutiertes Thema. Während sie das Potenzial hat, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, müssen die Risiken und Herausforderungen sorgfältig abgewogen werden. Zukünftige Forschungen und Pilotprojekte werden entscheidend sein, um die Sicherheit, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit dieser Technologie zu bewerten und ihren Platz in der globalen Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels zu bestimmen​​​​​​.

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Das Rathaus von Hamminkeln will Stadtwerke gründen und die Mehrheit an den Verteilnetzen übernehmen: Im regulierten Netzbereich bekomme man mehr für sein Kapital als am Markt, hieß es. Der Streit der Netzbetreiber mit dem Regulierer darüber, welche Zinsen sie aufs investierte Kapital aufschlagen dürfen, wenn sie die Netzentgelte berechnen, ist alt. Sie klagen, die Bundesnetzagentur lege die Zinssätze so niedrig fest, dass es attraktiver sei, sein Geld woanders zu investieren. Jetzt gibt es aber einen Beleg dafür, dass die zugestandenen Eigenkapital-Zinssätze so weit über dem Marktniveau liegen, dass eine Stadt genau aus diesem Grund ihren Einstieg in das bisher private Strom- und Gasverteilnetz für lukrativ hält. Die niederrheinische 27.000-Einwohner-Stadt Hamminkeln (NRW) konkretisiert derzeit Überlegungen, eigene Stadtwerke zu gründen und sich maßgeblich am Verteilnetz im Stadtgebiet zu beteiligen. Der Anlass dazu rückt derweil näher: Die extern vergebenen Netzkonzessionen enden. Das Stromnetz gehört noch bis 2028 der Eon-Konzerngesellschaft Westnetz, das Gasnetz bis 2034 der kommunalen Gelsenwasser Energienetze aus Gelsenkirchen. Kämmerer Robert Graaf will nicht nur den kommunalen Daumen auf die Netze bekommen, sondern den großen Wurf: die Gründung von Stadtwerken. Dabei heißt es in einer Vorlage an den Bauausschuss, der am 1. Februar die ersten Schritte dem Plenum empfehlen soll, welcher wiederum zwei Wochen später entscheidet: Der „Vorteil“ etwa einer mehrheitlichen Übernahme des Gasnetzes liege „darin, dass die kalkulatorische Eigenkapital-Verzinsung gesetzlich reguliert und festgeschrieben ist. Aktuell betragen die Zinssätze 5,07 Prozent vor Körperschaftsteuer für Neuanlagen und 3,51 Prozent vor Körperschaftsteuer für Altanlagen“. (Gemeint ist die Gewerbesteuer, Anmerkung der Redaktion). „Sogar“ bei „Kreditnotwendigkeiten vorteilhaft“ Diese Zinssätze liegen nach Meinung Graafs sowohl „oberhalb der am Kapitalmarkt zu erwirtschaftenden Eigenkapital-Verzinsung“ als auch oberhalb der Fremdkapital-Zinssätze. Daher sei der Erwerb von mindestens 51 Prozent des Gasnetzes in einer neu zu gründenden KG, die es dann an den Altkonzessionär Gelsenwasser Energienetze verpachtet, „sogar“ dann „vorteilhaft, wenn Kreditnotwendigkeiten für das Anlagevermögen bestehen“. Auf gut Deutsch: Mit dem regulierten Eigenkapital-Zinssatz, der bei 40 Prozent der Netzinvestitionen und der Instandhaltung des Bestandsnetzes anerkannt wird, lassen sich die Netzentgelte künstlich hochhalten, der designierte Netzbetreiber zahlt sogar bei 100 Prozent Kreditaufnahme weniger Zinsen, als er kalkulieren darf, und die Differenz treibt mit dem Entgeltumsatz auch den Gewinn hoch. Personalaufwand falle praktisch nicht an, da die bisherigen Konzessionäre die Netze weiter betreiben sollen. Aber warum noch ein Gasnetz? Wegen Wasserstoffs Warum sich die Stadt Hamminkeln überhaupt noch für das 120 Kilometer lange Gasnetz mit 4.600 Zählpunkten interessiert, wenn Deutschland 2045 klimaneutral sein soll, beantwortet die Vorlage unter Berufung auf Gelsenwasser so: Die Lage des Netzes in der Nähe des „Wasserstoff-Startnetzes 2030“ sei „stark privilegiert“, fast alle Gasleitungen in Hamminkeln seien sowohl wasserstoff- als auch biogastauglich, und schon 2028 werde die erste Ferngasleitung in der Nähe auf Wasserstoff umgestellt. Gelsenwasser Energienetze steht laut einer Präsentation „im engen Austausch“ mit seinen vorgelagerten Netzbetreibern, um dann vorrangig den Industrie- und Gewerbebedarf bedienen zu können. Gelsenwasser hat der Stadt angeboten, einen kommunalen Wärmeplan aufzustellen, und erwartet die Antwort in diesem Monat. Er hat in den vergangenen zehn Jahren 20 Strom- und Gasnetze übernommen und betreibt in NRW und Niedersachsen 50 Netze. Der große kommunalwirtschaftliche Wurf in Hamminkeln, der noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll, wird nach den Vorstellungen im Rathaus folgendermaßen aussehen: Die Stadt gründet eine „Hamminkeln Holding GmbH“ und als 51-Prozent-Tochter davon die „Stadtwerke Hamminkeln GmbH“. Strategischer Partner des Stadtwerks mit 49 Prozent wird Gelsenwasser, die bei der Betriebsführung des Abwasser-Eigenbetriebs maßgeblich hilft. Gelsenwasser veräußert sein Gasnetz an eine 100-prozentige Stadtwerke-Tochter, pachtet es und macht den Netzbetrieb. An einer neuen lokalen Stromnetz-KG behält die Westnetz-Mutter Westenergie 49 Prozent, sonst läuft alles wie beim Gas. In Kooperation mit einer ungenannten Vertriebsgesellschaft, mit der es „vielversprechende Gespräche“ gab, wird auf Holdingebene ein Stromvertrieb aufgebaut. Geschäftsmodell: den Strom aus ausgeförderten PV- und Biogasanlagen in der Region, an denen die Stadt teilweise schon beteiligt ist, oberhalb des Börsenpreises einzukaufen und den Stadtbürgern unterhalb des Marktpreises anzubieten.

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Diederik Samsom gilt in Brüssel als Architekt des europäischen Klimapaktes (Green Deal). Jetzt verlässt der Niederländer die EU-Kommission. Samsom begann seine politische Karriere in den 90er Jahren als Greenpeace-Aktivist. 2003 wurde er ins niederländische Unterhaus gewählt und stieg zum Chef der Sozialdemokraten (Parteij van de Arbeid) auf. Den Parteivorsitz legte er 2017 nieder. Sein Parteifreund, Frans Timmermans, wurde 2019 Klimakommissar und Vize-Präsident in der Kommission von Ursula von der Leyen. Er holte Samsom als Chef seines Leitungsstabes nach Brüssel. Dort galt er als Timmermans engster Mitarbeiter und als die treibende Kraft einer anspruchsvollen Klimapolitik. Mit dem Klimagesetz wurde das Klimaziel der EU auf 55 Prozent angehoben. Danach brachten Timmermans und Samsom alle Bereiche der europäischen Wirtschaft auf Linie. Timmermans konnte sich darauf verlassen, das Samsom die Strategien dafür entwickelte und hinter den Kulissen auch dafür sorgte, dass sie umgesetzt wurden. Timmermans ging Mitte letzten Jahres nach Den Haag zurück. Die Regierung der Niederlande schlug den Christdemokraten Wopke Hoekstra als seinen Nachfolger vor. Der war in der Vergangenheit nicht durch ein besonderes Engagement für den Klimaschutz aufgefallen. Im Europäischen Parlament, wo die Umweltverbände über einen erheblichen Einfluss verfügen, kam der Niederländer nicht gut an. Am Ende sprachen sich die Abgeordneten dennoch für Hoekstra aus, weil die Aussicht bestand, dass Samsom weiter im Hintergrund die Fäden ziehen würde. Hoekstra bestätigte ihn als Chef seines Kabinetts. Aber die Zusammenarbeit zwischen dem Sozialdemokraten und dem Christdemokraten dauerte nur ein viertel Jahr. Jetzt hat Samsom seinen Job bei der Kommission gekündigt. Nicht weil die Kommission in ihrem klimapolitischen Eifer nachgelassen habe, hat der Niederländer dem Online-Portal Politico versichert. Gleichzeitig macht er kein Geheimnis daraus, dass er nicht alles toll findet, was sein neuer Chef macht: „Ich habe ihm drei Dinge versprochen: ihm bei der Bestätigung durch das Parlament zu helfen, ihn bei der Vorbereitung der sehr komplexen Klimakonferenz zu unterstützen und dass ich bis zur letzten, wichtigen Entscheidung bleiben würde: dem Vorschlag für das Klimaziel für 2040.“ Die Kommission wird diesen Vorschlag voraussichtlich am 7. Februar vorlegen. Samsom will der Kommission „für einige Monate“ weiter als Berater zur Verfügung stehen. Was er danach macht, hat er noch nicht verraten.

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Energieversorger verkennen das Potenzial von Erdwärme, lautet eine Erkenntnis aus einer Befragung von 70 Topmanagern. Auch Speicher und steuerbare Lasten seien lohnende Geschäftsfelder. Die Energiewende verlangt technologische Entwicklungen und unternehmerischen Weitblick. Eine Studie hat nun herausgefunden, dass die meisten Entscheider in Energieversorgungsunternehmen (EVU) das Hauptgeschäft in Freiflächen-Solaranlagen und Windkraftwerken an Land sehen, gefolgt von Offshore-Wind und Wasserkraft. Geothermie und Biomasse hingegen seien die Stiefkinder. Dabei habe der Großteil der etwa 50 existierenden Erdwärme-Großanlagen das Zeug, sich zum Erfolgsmodell zu entwickeln, so Matthias Deeg. Er ist Energiewirtschaftsexperte beim internationalen Beratungsunternehmen Horvath, das nun die Firmenbefragung „Strategieentwicklung von Energieversorgern“ ausgewertet und vorgelegt hat. Die Branche müsse im Bereich Geothermie „aufwachen“ und nicht vor dem Einsatz des derzeit nötigen Risikokapitals zurückschrecken, so Matthias Deeg. Ein ehrgeiziges Ziel verfolgen laut Studie immerhin mehr als die Hälfte der befragten EVUs: Sie wollen bis 2030 den von ihnen vertriebenen Strom zu 75 Prozent aus eigener, grüner Produktion sicherstellen. Aus dieser enormen Transformation ergeben sich laut Horvath Herausforderungen, Geschäftsmodelle für Flexibilität zu entwickeln – etwa im Bereich Batteriespeicher, Lastenmanagement und intelligenter Netze. Branche tappt bei Flexibilitätsprojekten noch im Dunkeln Hier sehen rund drei Viertel der Befragten zwar ein Wachstumsfeld, gleichzeitig herrsche bei der konkreten Ausgestaltung von Geschäftsmodellen für Flexibilität weiter Unklarheit – hier tappe die Branche noch im Dunkeln. Die Mehrheit der EVU erwarte zudem noch keine hohen Renditen. Horvath-Experte Matthias Deeg widerspricht mit Blick auf Lastenmanagement und intelligente Netze: „Dort sind künftig die Profite zu holen – je früher die Marktteilnehmer hier ihre Kompetenzen ausbauen, desto besser.“ Die Frage von Strom-Beschaffung und Belieferung läuft laut Horvath-Studie eindeutig auf Langzeitverträge hinaus, das Power Purchase Agreement (PPA). Über 90 Prozent der EVUs wollen künftig stärker PPA nutzen, für den eigenen Bezug oder die Lieferung des Grünstroms an industrielle Abnehmer. Fast zwei von drei Unternehmen sprechen sich für eine Neugestaltung des Strommarktdesigns aus. Drei Viertel der Befragten sehen ferner den Ausbau ihrer Erneuerbaren-Kapazitäten nicht nur im lokalen, sondern auch im überregionalen Bereich. Für kleinere Versorger ergeben sich daraus einige Problemstellungen, etwa beim Werben um Fachkräfte oder auch um die nötigen Flächen für Wind- und Sonnenkraftwerke. Entsprechend setzen mehr als drei Viertel der Unternehmen auf den Aufbau von Kooperationen. Matthias Deeg betont, Energieversorger müssten sich strategisch und organisatorisch so aufstellen, dass sie den Erneuerbaren-Ausbau auch stemmen könnten. Dazu zählten neue Geschäftsmodelle wie Hybridprojekte, die Solar- und Windkraftanlagen mit Energiespeichern kombinierten. Es sei wichtig, das eigene Portfolio mit Speichern und steuerbaren Lasten zu optimieren. Wer bei dieser Flexibilitätsstrategie „Gas gibt, kann sich noch mit dem Aufbau von Erfahrungen und Referenzen am Markt positionieren“, so der Horvath-Experte. Die Branchenbefragung „Strategieentwicklung von Energieversorgern   “ von Horvath kann über das Internet angefordert werden.

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Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat sich im vergangenen Jahr weiter beschleunigt aber nicht genug, um die global anvisierten Ziele sicher zu erreichen. Nach dem jüngsten Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris stiegen die Kapazitäten zur Nutzung erneuerbarer Energien 2023 um 14 Prozent auf rund 4 200.000 MW. Von der Gesamtkapazität entfielen 90 Prozent auf die zwanzig größten Industrie- und Schwellenländer, die G20. Es war das schnellste bisher verzeichnete Wachstum. Drei Viertel des Zuwachses entfielen auf Photovoltaik-Anlagen. Das gegenwärtige Wachstumstempo würde nach den Schätzungen der IEA allerdings nicht reichen, um die Kapazitäten bis 2030 im Vergleich zu 2022 zu verdreifachen. Die IEA erwartet, dass von 2023 bis 2028 erneuerbare Anlagen mit einer Kapazität von 3,7 Millionen MW ans Netz gehen, 95 Prozent davon zur Nutzung von Wind- und Sonnenenergie. Die Erneuerbaren profitierten dabei von weiter fallenden Kosten und einer zunehmenden Wettbewerbsfähigkeit. Der globale Mix bei der Stromerzeugung werde sich bis 2028 grundlegend ändern. Bereits in diesem Jahr werde mehr Strom aus Wind- und Sonnenenergie erzeugt als aus Wasserkraft. Im nächsten Jahr lösten die Erneuerbaren Kohle als wichtigsten Energieträger zur Elektrizitätserzeugung ab. 2028 würden mehr als 42 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen erzeugt. 2023 hätten die Kosten der Stromerzeugung in 96 Prozent der Windräder und PV-Anlagen, die neu ans Netz gingen, unter denen von Kohle- und Gaskraftwerken gelegen, heißt es im Bericht der IEA. Diese Entwicklung werde in den nächsten Jahren anhalten. Trotz der wachsenden Bedeutung des schwankenden Angebotes aus Wind und Sonne nehme die Notwendigkeit, flexible und steuerbare Kraftwerke bereitzuhalten, in den großen Wirtschaftsräumen (EU, USA, China) nur langsam zu. China beim Zubau an der Spitze An der Spitze der Entwicklung sieht die IEA China. Dort sollen bis 2028 fast 60 Prozent des Zubaus zur Nutzung der erneuerbaren Energien erfolgen: „Obwohl die nationalen Subventionen 2020 und 2021 zurückgefahren wurden, hat sich der Ausbau von Wind- und Solaranlagen beschleunigt“, heißt es im Bericht der IEA. Neben Fortschritten, die die wirtschaftliche Attraktivität dieser Technologien verbessert hätten, spielten dabei auch die günstigen Rahmenbedingungen in der Volksrepublik eine Rolle, namentlich langfristige Verträge zur Abnahme des Stroms. Auch in den USA, der EU, Indien und Brasilien erwartet die IEA ein kräftiges Wachstum der Erneuerbaren. Das günstige politische Umfeld spiele dabei eine wichtige Rolle. Windenergie an Land und die Photovoltaik profitierten außerdem von einer höheren Wirtschaftlichkeit. In der EU und in Brasilien suchten vor allem die privaten Verbraucher mit eigenen PV-Anlagen Schutz vor steigenden Energiepreisen. In den USA kämen die Subventionen aus dem Inflation Reduction Act (IRA) vor allem gewerblichen Angeboten zugute. Preis für PV-Module um fast 50 Prozent gesunken Wichtigste Ursache für die dynamische Entwicklung der Stromerzeugung aus Wind und Sonne sind nach Ansicht der IEA die sinkenden Kosten, insbesondere für Solarstrom. Die Preise für PV-Module seien im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent gesunken. Ob dieser Trend anhält, ist allerdings fraglich. Die Produktionskapazitäten hätten sich im Vergleich zu 2021 zwar verdreifacht und, berücksichtige man die im Bau befindlichen Fabriken für PV-Module, könnten schon im nächsten Jahr neue Module mit einer Leistung von 1,1 Millionen MW auf den Markt kommen, das Dreifache der erwarteten Nachfrage. Führender Anbieter bleibe China mit etwa 90 Prozent der verfügbaren Kapazität. In dem Bestreben von der Volksrepublik unabhängig zu werden, versuchten wichtige Akteure wie die USA, die EU und Indien jedoch, die eigene Produktion auszuweiten, was dort zu steigenden Kosten führen könne. Sorgenkind Windkraftanlagen Sorgen macht man sich in Paris um die Hersteller von Windrädern, die in den USA wie in der EU mit negativen Margen kämpfen. Steigende Kosten, Engpässe in der Rohstoffversorgung und steigende Zinsen machten der Branche zu schaffen. Lediglich in China sorge die Binnennachfrage und die vertikale Integration für eine höhere Widerstandsfähigkeit. Außerhalb von China hat die IEA ihre Prognose für den Ausbau der Windkraft nach unten revidiert. 2028 erwartet man in Paris, dass 25 Prozent des Stroms aus Wind und Sonne erzeugt werden, doppelt so viel wie heute. In sieben EU-Staaten werden es voraussichtlich mehr als 50 Prozent und in Dänemark sogar 90 Prozent. Das werde zu einem immer höheren Redispatch führen, weil der Ausbau der Stromnetze damit nicht Schritt halte. 7 Prozent der Erneuerbaren-Projekte, die bis 2028 geplant seien, dienten der Herstellung von grünem Wasserstoff (45.000 MW. Drei Viertel davon würden voraussichtlich in den USA, China und Saudi-Arabien realisiert. Auch hier habe man die Prognosen nach unten revidiert. Die Investitionsentscheidungen für viele Projekte (außer in China) hätten sich verzögert, weil die Entwicklung eines internationalen Wasserstoffmarktes mit großen Unsicherheiten behaftet sei.

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Die staatlichen Energiepreisbremsen bleiben bis Ende März 2024 in Kraft. Für die Energieversorger komme die Entscheidung zu spät für eine fristgerechte Umsetzung, so die Verbände. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wurden Strom-, Erdgas- und Fernwärmekunden in Deutschland in diesem Jahr durch staatliche Preisdeckel vor einer finanziellen Überforderung bewahrt. Am späten Abend des 16. November verlängerte der Bundestag diese Regelung bis zum 31. März 2024. Damit bleibt der Erdgaspreis auf 12 Cent/kWh und der Strompreis auf 40 Cent/kWh sowie der Fernwärmepreis auf 9,5 Cent/kWh begrenzt, allerdings nur für 80 Prozent des Verbrauchs des Haushalts von 2021/2022, um zum Sparen anzuregen. Die Energieversorger müssen sich per Antrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Einnahmen wieder zurückholen, die ihnen so entgehen. Das komplizierte Modell war notwendig, weil der Staat keine Datenbank hat, aus der er Haushaltsgrößen und Einkommenssituation ersehen kann, um bedürftige Bürgerinnen und Bürger gezielt zu entlasten. Schon bei der überstürzten Einführung der Preisbremsen im Dezember 2022 benötigten die Energieversorger für die Berechnungen und Briefe an tausende Kunden drei Monate Zeit. So konnten sie erst ab März 2023 umgesetzt werden, rückwirkend ab Januar. Die Lage auf den Energiemärkten hat sich mittlerweile stabilisiert. Die Fortführung der Preisbremsen sei „eine Versicherung gegen unerwartete Risiken“, heißt es in der Verordnung von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Nach den Berechnungen von Vergleichsportalen dürfte die Entlastung der Verbraucher nur noch gering ausfallen, im Bereich von einem Prozent. Ursprünglich hatte die Ampelkoalition die Preisbremsen bis 30. April 2024, dem Ende der Heizsaison, verlängern wollen. Doch die EU-Kommission hatte nur eine Verlängerung bis Ende März befürwortet. Energieversorger erneut überfordert Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kritisierten scharf, dass ohne Not die Verlängerung der Preisbremsen erst anderthalb Monate vor dem Jahreswechsel beschlossen wurde. „Eine reibungslose und fristgerechte Umsetzung der Preisbremsenverlängerung durch die Energieversorger zum 1. Januar 2024 kann daher nicht garantiert werden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Wegen absehbarer Verzögerungen bei den Abrechnungen bitte man die Strom- und Gaskunden schon jetzt um Verständnis. Verschärfend kommt die unklare Lage zur Mehrwertsteuersenkung auf Erdgas und Fernwärme hinzu. Vom 1. Oktober 2022 bis Ende März 2024 war der Satz auf 7 Prozent statt 19 Prozent gesenkt worden, um Haushalte und produzierendes Gewerbe zu entlasten. Im Oktober 2023 wollte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer doch schon zum 31. Dezember 2023 wieder anheben. Aktuell soll die Senkung aber bis Ende Februar 2024 weiter gelten. Auch hier werde alles durch ungleiche Zeiträume unnötig kompliziert, kritisierten die Vertreter der Energieunternehmen. Klagedrohung der CDU/CSU Unterdessen kündigte Unionsfraktionschef Friedrich Merz an, nach dem Karlsruher Haushaltsurteil über die Verwendung der Corona-Mittel für den Klimafonds auch das Sondervermögen für die Energiepreisbremsen auf Verfassungsmäßigkeit überprüfen. Er rechne bis Ende November mit einem ersten Ergebnis eines von ihm in Auftrag gegebenen Rechtsgutachtens. Es könnte also sein, dass auch die Sondermittel für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt würden. Die Union würde bei positivem Rechtsgutachten auch gegen diesen Fonds nach Karlsruhe gehen, kündigte Merz an. Aus dem WSF werden aber die Energiepreisbremsen finanziert. Bis Ende Oktober 2023 wurden für die Preisbremsen bereits 31,2 Milliarden Euro ausgezahlt. Noch keine Freigabe durch die EU „Ärgerlich ist aber, dass mit der Einigung in der Koalition zur Preisbremsenverlängerung und dem zu erwartenden Beschluss noch längst nicht die notwendige Klarheit besteht“, kritisierten BDEW und VKU. Es fehle noch immer die europarechtliche Grundlage. „Entsprechend können die Energieversorger noch immer nicht mit der Umsetzung starten“, so die Verbände. Das alles führe zu hohen Belastungen der Kolleginnen und Kollegen in den Unternehmen und zu Verdruss bei Kundinnen und Kunden. Unterdessen haben etliche Energieversorger ihre Grundpreise erhöht und dafür die Arbeitspreise knapp unter das Preisbremsenniveau gebracht, um der Unklarheit und dem Mehraufwand zu entgehen. Die von der Regierung angekündigte eigene Datenbank, mit der künftig gezielt hilfsbedürftige Bürgerinnen und Bürger entlastet werden könnten, steht noch nicht bereit.

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Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium, bei seiner Laudatio auf den "Energiemanager des Jahres", Gunar Hering, Vorstandsvorsitzender der Enertrag SE Quelle: E&M / Angela Regenbrecht

ENERGIEMANAGER DES JAHRES. Bei einer glanzvollen Feier wurde dem CEO von Enertrag, Gunar Hering, in Berlin der E&M-Preis „Energiemanager des Jahres“ verliehen. Die Laudatio hielt Staatssekretär Michael Kellner. Gunar Hering stehe nicht für die traditionelle Energiewirtschaft, aber das sei von der Jury eine ganz bewusste Entscheidung gewesen, sagte E&M-Herausgeber Helmut Sendner. Am Abend des 20. Septembers wurde der Preis in Berlin feierlich übergeben. Der geehrte CEO von Enertrag setze schon seit Jahren ausschließlich auf erneuerbare Energien und treibe als Vorstandsvorsitzender des Erneuerbaren-Unternehmens Enertrag konsequent die Energiewende voran. Deswegen wurde er von der Jury mit dem Preis „Energiemanager des Jahres 2022“ ausgezeichnet. Zahlreiche Kollegen, Weggefährten und Freunde fanden bei herrlichem Wetter den Weg nach Berlin in den Veranstaltungsort Spreespeicher, direkt am Flussufer gelegen. Schon am Nachmittag vor der Preisverleihung trafen sich dort zahlreiche Energieakteure und Industrievertreter zur gleichnamigen E&M-Veranstaltung Energiemanagerkonferenz. Diskutiert wurde dort, wie Energiewirtschaft und Industrie die Energiewende gemeinsam stemmen können. Wie Sendner bei der Preisverleihung sagte, war für viele der Name Hering eine Überraschung, weil der promovierte Physiker aus einem anderen Lager komme als viele seine Vorgänger. Aber genau deswegen sei er auch ausgewählt worden. Auch für den Jubilar war die Auszeichnung eine große Überraschung. Er hätte niemals damit gerechnet, sagte Hering in seinen Dankesworten. Gleichwohl: „Es ist mir wirklich eine große Ehre.“ Der Preis bestärke ihn, mit allen Kollegen und Kolleginnen den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. 100 Prozent erneuerbare Energie sind möglich Enertrag mit Sitz auf Gut Dauerthal in Brandenburg setzt ausschließlich auf erneuerbare Energien und auf grünen Wasserstoff. Mit Gunar Hering an der Spitze produziert das Unternehmen jährlich rund 2 Milliarden kWh Strom aus knapp 800 eigenen Erneuerbaren-Anlagen – vor allem Windkraft – und treibt aktiv Projekte in neun Ländern weltweit voran. Neben dem Hauptstandort Dauerthal in der Uckermark betreibt es zehn Regionalbüros in ganz Deutschland. Im Ausland ist es in Polen, Frankreich, Spanien, Uruguay, Vietnam, Ghana, Südafrika und Namibia engagiert. In seiner Laudatio würdigte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWK), Michael Kellner, den Einsatz des Preisträgers für die nationale wie auch internationale Energiewende. Er sei zugleich Bundestagsabgeordneter der Grünen für die Region Uckermark, von daher freue es ihn besonders, dass eine Persönlichkeit aus seinem Wahlkreis mit dem Preis „Energiemanager des Jahres“ ausgezeichnet wurde, sagte Kellner. Es sei eine unglaubliche Leistung, was Hering und alle Mitarbeiter von Enertrag aufgebaut hätten. „Dafür meinen aller-, allergrößten Respekt“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär unter dem Beifall der Gäste. Bei der Preisverleihung gehört seit langem eine kurze Interviewsession von Jurymitgliedern zum Programm. Den Preisträger über seine weiteren Pläne zu befragen, oblag dieses Mal wieder Christof Spangenberg, Geschäftsführer von M3 Management Consulting, und Christian Held, Partner bei Becker Büttner Held. Beide Unternehmen unterstützen den Fachverlag Energie & Management bei der jährlichen Verleihung des Preises, der im Jahr 2001 von Helmut Sendner ins Leben gerufen worden war. Der Preisträger im Interview Auf die Frage von Jurymitglied Spangenberg, welche Rolle Enertrag in der Energiewende für sich vorsieht, sagte Hering: „Als Enertrag vor rund 30 Jahren gegründet wurde, stand die Frage im Raum, ob man mit Windenergie sicher und zuverlässig Energie erzeugen kann. Heute wissen wir: Es geht.“ Das von Enertrag verantwortete Verbundkraftwerk Uckermark könne alles, was ein konventionelles Kraftwerk auch kann: sicher und zuverlässig Energie erzeugen – aber das nachhaltig. „Das sind innovative Ideen, die Enertrag ausmacht.“ Und: „Wir möchten bei der Energiewende mit gutem Beispiel vorangehen.“ Auf die Frage von Jurymitglied Christian Held, wie Hering zu Wasserstoff in Erdgas-Leitungen stehe, antwortete Hering: Es gebe heute noch sehr viele Bereiche, die mit Öl und Erdgas versorgt würden. Diese müsse künftig mit grünem Wasserstoff geschehen. Er plädiere dafür, Gasnetze, die perspektivisch nicht mehr zum Erdgastransport genutzt werden, schnell auf Wasserstoff umzustellen, denn die Pipelines seien gut geeignet, große Mengen an Energie zu transportieren. Prinzipiell sei man bei der Energiewende in Deutschland schon ein ganzes Stück vorangekommen. Gleichzeitig bleibe noch sehr viel zu tun. Er wünsche sich, dass alle gemeinsam diese Aufgabe mit Leidenschaft anpacken, „denn das sind auch die Grundwerte von Enertrag“. In einer separaten Meldung sehen Sie eine Bildergalerie von der Preisverleihung am 20. September im Spreespeicher (nur online).  

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In Berlin trafen sich Branchenexperten zur E&M-Energiemanagerkonferenz. Einer der Schwerpunkte war die Bereitstellung von Wasserstoff zur Dekarbonisierung der Industrie und Wärme.   Wasserstoff gilt als Schlüssel, um künftig Industrie und Energieversorgung mit möglichst wenig fossilen Brennstoffen zu sichern. Mittels Elektrolyse kann Wasserstoff aus erneuerbarem Strom und damit klimaneutral („grün“) erzeugt werden. Dafür fehlen aktuell aber noch genug Strom, Elektrolyseure und Leitungen, um Wasserstoff zu den Abnehmern zu transportieren. Darum war der Weg von Plänen zur Umsetzung der Wasserstoffstrategie Thema auf der Berliner E&M-Energiemanagerkonferenz am 20. September. Axel Bree vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) sprach über die ehrgeizigen Wasserstoffpläne der Bundesregierung. Der Leiter des Referats Förderprogramme Dekarbonisierung der Industrie und Klimaschutzverträge im BMWK nannte die Aktualisierung der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) vom Sommer als Referenz. Darin hatte sich die Bundesregierung vorgenommen, statt 5.000 MW Erzeugungskapazität für Wasserstoff in Deutschland bis 2030 schon 10.000 MW zu errichten. Die Elektrolyseure würde nicht der Staat errichten, sie sollten durch die Wirtschaft gebaut und betrieben werden, unter den Rahmenbedingungen der Politik. Für die “Wichtigen Projekte gegenseitigen europäischen Interesses” (IPCEI) habe es durchaus reges Interesse gegeben, von 270 Bewerbungen konnten 60 ausgewählt wurden. Dieses Programm sei jetzt abgeschlossen, aber eine Ausschreibung von Elektrolyseuren für 500 MW Leistung komme. Auch in anderen Programmen für die Dekarbonisierung der Industrie würden Elektrolyseure gefördert, sagte Bree. Der eigentliche Flaschenhals sei der Transport des erneuerbaren Stroms insbesondere in die südlichen Bundesländer, weshalb der Leitungsausbau beschleunigt werden müsse, was aktuell auch noch durch fehlende Genehmigungen und umstrittene Trassenverläufe verzögert werde. Hier müssten die Länder und Kommunen mitarbeiten, appellierte Bree. Etliche Regulationsfragen offen Prof. Christian Held von der Energiekanzlei Becker Büttner Held (BBH) nannte die Regulierung des Netzausbaus oder der Umwidmung von Erdgasleitungen für Wasserstoff als aktuell in der EU diskutiertes Thema. Im Trilogverfahren sei dank des Europäischen Parlaments inzwischen ein Ausweg in Sicht, sodass das Unbundling, nach dem Gasnetzbetreiber keine Wasserstoffleitungen betreiben dürfen, vom Tisch sein könnte. Eine Entscheidung könnte bis Ende des Jahres fallen. Problematischer sei noch das Vorhaben, für beide Gase unterschiedliche Gesellschaften vorzuschreiben, da im Übergang Wasserstoff sinnvollerweise dem Erdgas beigemischt werden sollte, gab Held zu bedenken. Das mache es auch notwendig, verlässliche Zertifikate besonders für grünen Wasserstoff zu definieren. Im Herkunftsnachweisregistergesetz plane die Bundesregierung bereits eine solche Regelung. Sie würde es ermöglichen, ähnlich wie heute beim Ökostrom bilanziell klimaneutrale Gase einzukaufen, auch wenn vor Ort aus der Leitung noch Erdgas kommt. Für die Enertrag beklagte der Vorstandsvorsitzende Gunar Hering die langen Entscheidungswege von rund zwei Jahren, bis Anträge entschieden werden. Andere Länder wie die USA und Saudi-Arabien hätten klare und schnelle Förderregeln, wodurch Unternehmen in Deutschland benachteiligt seien. „Bis 2030 ist nicht mehr viel Zeit und auch die Umsetzung der Projekte dauert Zeit“, mahnte der Preisträger des E&M-Energiemanagers 2022. Industrie startet schon „Wir haben einen Bedarf von 200.000 Tonnen Wasserstoff jährlich, allein in der stofflichen Nutzung, nicht als Energieträger“, sagte Thomas Riede, Vizepräsident der BASF. Dieser Bedarf gelte allein für den Standort Ludwigshafen. Um diese Mengen zu bekommen, sei eine Pipeline nötig, weshalb sein Unternehmen froh sei über das jetzt beschlossene Wasserstoffkernnetz der Bundesregierung. Allerdings werde es frühestens 2028 in Betrieb gehen und voraussichtlich nicht genug liefern können. Daher habe sein Unternehmen beschlossen, die Versorgung zu diversifizieren. Wasserstoff werde auch aus anderen Quellen beschafft werden. So baue BASF selbst eine Pyrolyseanlage und einen Elektrolyseur und kaufe auch Wasserstoff aus Erdgas ein. „Wir können nicht warten, bis alles fertig ist und müssen schon jetzt starten“, sagte der Industrievertreter. Auch „blauer“ Wasserstoff aus Erdgas verbessere die aktuelle Klimabilanz seines Unternehmens. „Eine Transformation kann auch viel Spaß machen“, sagte Gasag-Vorstand Matthias Trunk. Sein Energieversorger habe damit begonnen, die Sanierungsquote auf vier Prozent hochzuschrauben, um weniger Energie zum Heizen zu benötigen. Für die Hauptstadt hätten sich die Gasag und Partner verpflichtet, ein erstes Wasserstoffnetz aufzubauen, das zunächst die Kraftwerke anschließen werde. „Das ist eine Vorinvestition, das ist nicht im Rahmen der Regulierung zu machen“, sagte Trunk. Erst gegen 2030, wenn der erste Wasserstoff fließe, könne man Geld zurückverdienen, daher benötigen die Beteiligten einen langen Atem.

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Der klassische Vertrieb eines Energieversorgers steht vor großen Herausforderungen. Bestehende, historisch gewachsene Energieversorgungsunternehmen müssen sich zunehmend auf neue Gegebenheiten, ein sich stetig veränderndes Marktumfeld und steigende Kundenerwartungen einstellen. Stand früher der Verkauf von Commodity-Produkten an langjährige Bestandskunden im Mittelpunkt des Vertriebs, sind es heute energienahe Dienstleistungen und ein breiteres Produktportfolio. Kooperationen mit Dritten und regionalen Partnern spielen dabei eine zentrale Rolle. Was in Fachkreisen schon länger diskutiert wird, hat durch die unerwartet eingetretene und immer noch andauernde Energiekrise an Brisanz gewonnen. Die klassischen Energievertriebsprodukte allein bieten auf Dauer keine gesicherte wirtschaftliche Basis mehr und zwingen die EVU zum Umdenken. Unübersichtliches Marktumfeld und zunehmende Unsicherheit im Vertrieb Die aktuelle Entwicklung der Energiepreise löst bei vielen Versorgern Besorgnis und Unsicherheit aus. Perspektivisch sind nur vage Prognosen möglich. Und mit den Preisen steigt auch der Beratungsbedarf der Kunden, sei es bei der Tarifberatung, bei Fragen zur Rechnung oder zu Zahlungs- und Ratenplänen. Doch nur wenige Versorger sind auf diesen Ansturm wirklich vorbereitet. Meist fehlt es nicht nur an leistungsfähigen digitalen Tools, sondern auch an flexibel einsetzbaren Personalkapazitäten und grundsätzlich an der notwendigen Zeit. Die geopolitischen Entwicklungen der letzten Monate stellen die gesamte energiewirtschaftliche Wertschöpfungskette vor bisher nicht gekannte Herausforderungen. So kämpfen nicht nur die Verbraucher mit steigenden Energiepreisen, sondern auch die Energiebeschaffungskosten auf der Anbieterseite explodieren. Wer sich nicht vorausschauend am Markt eingedeckt hat, sieht sich nun mit einer kostenintensiven Energiebeschaffung konfrontiert, um seiner Verpflichtung zur Versorgungssicherheit und Erfüllung der vertraglichen Kundenansprüche nachzukommen. So müssen diese Energiemengen derzeit meist mit hohen negativen Deckungsbeiträgen beschafft werden. Die Auswirkungen der Energiekrise zeigen sich auch deutlich bei der Betrachtung der Kundenzahlen in der Grundversorgung. Viele wechselwillige Kunden sind in der Vergangenheit zu Billiganbietern abgewandert, die jedoch durch die Energiekrise häufig in finanzielle Schieflage geraten sind. Nun sind viele Kunden wieder in die lokale Grundversorgung zurückgekehrt. Grundsätzlich sind die Wechselquoten auf der Verbraucherseite in den letzten Jahren durch den Markteintritt zahlreicher neuer Akteure und ein sich radikal veränderndes Kundenverhalten deutlich angestiegen. Diese Entwicklung erfordert zwingend ein Umdenken in den Vertriebseinheiten. Ein zeitgemäßer und zugleich kosteneffizienter Ansatz könnte die Nutzung von Social Media sein. Hier sind die Vorbehalte der Energieversorger zwar häufig noch groß. Doch allein aus demografischer Sicht wird sich diese logische Entwicklung nicht aufhalten lassen und Energieversorger werden sich dem Thema Social Media als Kundenkontaktkanal stellen müssen. Alle bisherigen Handlungsfelder und Herausforderungen der Branche werden durch das Pariser Klimaabkommen mit seinen neuen Regelungen, Gesetzen und Richtlinien noch verstärkt, die Komplexität nimmt zu. Aber auch die immer näher rückende Deadline hin zu einer klimaneutralen Welt zeigt die Dringlichkeit der Weiterentwicklung der Energieversorgungsbranche. Die beschriebenen Themen sind der Anstoß, dass sich Energieversorger, insbesondere deren Energievertrieb, weiterentwickeln müssen. Der klassische Energievertrieb kann mit den anstehenden Herausforderungen nur schwer umgehen Unterzieht man die heutigen Versorgungsunternehmen einer kritischen Analyse, so zeigt sich in vielen Bereichen und Themenfeldern dringender Handlungsbedarf. Während sich einzelne Versorger frühzeitig auf die aktuellen Herausforderungen eingestellt haben und entsprechend agieren, hinkt der Großteil der Energieversorger hinterher und hat die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung oft noch nicht erkannt. Der klassische Energievertrieb sieht sich mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert: Steigender Wettbewerbsdruck, erschwerte Erzielung positiver Produktmargen sowie ein grundlegend verändertes Kundenverhalten. So sind die Kunden heute meist jünger, wollen bevorzugt digital angesprochen werden und wünschen sich eine schnelle und unkomplizierte Kundenberatung. Zudem vergleichen sie ständig die Verbraucherpreise, sind wechselwillig und fragen neben reinen Commodity-Produkten zunehmend Energiedienstleistungen nach, z.B. Beratung, Installation und Energiedatenmanagement für PV-Anlagen. Darauf müssen sich die Energieversorger umgehend einstellen, wenn sie nicht weitere Kundenverluste hinnehmen wollen. Das Ökosystem für den Vertrieb der Zukunft Vor diesem Hintergrund erfordert ein erfolgreicher Vertrieb eine klare Strategie sowie Offenheit für den Aufbau von Netzwerken. Darüber hinaus stellen die Flexibilisierung der Prozesse und das Aufbrechen starrer Wertschöpfungsstufen eine wichtige Entwicklungschance dar. Vertriebseinheiten sollten sich nicht nur intern weiterentwickeln, sondern auch die Chancen eines durchaus attraktiven Marktumfeldes nutzen, z.B. für Kooperationen. Strategisch und operativ ist eine Weiterentwicklung in unterschiedlichen Detaillierungsgraden und Richtungen denkbar und sinnvoll. Ansätze hierfür können sein: Etablierung eines zielgerichteten Marketings und Trackings Aufbau eines zukunftsgerichteten Shared Services Definition einer zeitgemäßen Zielkunden- und Vertriebskanalstrategie Entwicklung von (neuen) Energiedienstleistungen, z.B. mit einem Prototyping-Ansatz Interne Weiterentwicklung (Organisation, Prozesse, Systeme) Von Jan-Emanuel Brandt (Partner) & Alexander Resch (Senior Consultant) m3 management consulting GmbH

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