Mit 344 Millionen Euro wurde ein Rekordergebnis vor Steuern erzielt, so viel wie noch nie und rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Grund dafür war vor allem das gute Energiegeschäft. Der Konzernumsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr von 4.160 Millionen Euro im Vorjahr auf 4.469 Millionen Euro. Das operative Konzernergebnis vor Steuern lag bei 344 Millionen Euro nach 252 Millionen Euro im Jahr 2022. Die Umsatzsteigerung ist vor allem auf ein außergewöhnliches Jahr auf dem Energiemarkt zurückzuführen. „Unsere Stadtwerke Leipzig konnten bei der Energieerzeugung deutlich zulegen − auch dank des neuen Heizkraftwerks Leipzig Süd“, erklärte Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Aufsichtsratsvorsitzender der Leipziger Gruppe, den Erfolg. Auch das Handelsgeschäft entwickelte sich positiv. Zwar gingen die Absatzmengen bei Strom, Erdgas und Fernwärme leicht zurück. Durch höhere Preise konnten aber auch hier Gewinne erzielt werden. Dies gilt insbesondere für den Strommarkt. Im Jahr 2022 schlossen die Stadtwerke aufgrund der drohenden Gas- und Stromknappheit aufgrund der eigenen Erzeugungskapazitäten sehr gut Termingeschäfte für 2023 ab. Diese konnten auch dank eines Gesellschafterdarlehens der Stadt Leipzig gehalten werden und tragen nun wesentlich zum Gewinn bei. Eigener Kraftwerkspark schafft Erlöse „Auch die Biomassekraftwerke haben ihr Ergebnis deutlich verbessert“, sagt Volkmar Müller, kaufmännischer Geschäftsführer der Leipziger Gruppe. 2023 sei auch ein Jahr der Sondereffekte am Ende der Energiekrise. Größere Energieunternehmen, die über die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zum Handel verfügten, hätten die Marktsituation durch schnelle und richtige Entscheidungen für sich nutzen können. Doch das war nicht einfach. „Das Jahr 2023 war geprägt von unterbrochenen Lieferketten, steigenden Zinsen sowie Bau- und Energiepreisen. Gerade die Energie- und Mobilitätsbranche war durch viele überregionale Regulierungen gefordert, die lokal umgesetzt werden mussten“, erklärt Karsten Rogall, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Gruppe. Gleichzeitig wurde die Beteiligung am Leipziger Gasimporteur VNG abgewertet. Die Risiken durch den Wegfall des russischen Erdgases, das das Hauptgeschäftsmodell der VNG war, hätten zu diesem Schritt geführt, so Müller. Dennoch wollen die Stadtwerke ein Motor der Strom- und Wärmewende in Leipzig bleiben. „Unser neues wasserstoffbetriebenes Heizkraftwerk Leipzig Süd ist am Netz und bringt uns wirtschaftliche Vorteile. Unser erstes selbst projektiertes Windrad in Königshain-Wiederau liefert grünen Strom, weitere Windräder sind im Bau. Wir erweitern unsere Photovoltaikflächen sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum. Der Bau der bundesweit beachteten Solarthermie Leipzig West hat begonnen. Und: Die kommunale Wärmeplanung der Stadt Leipzig wird von den Stadtwerken Leipzig aktiv unterstützt“, so Rogall. Wärmewende wie Elektrifizierung Oberbürgermeister Jung verglich diesen Prozess mit der Elektrifizierung vor 100 Jahren. Allein im Wärmebereich müsse die Stadt in den nächsten zehn Jahren sechs Milliarden Euro für den Umbau aufbringen: „Wir müssen öffentliches und privates Kapital zusammenbringen. Auf Bundesebene muss dringend geklärt werden, wie wir die Finanzierung sicherstellen können. Stille Beteiligungen des Bundes wären eine Möglichkeit. Sonst sind die Pariser Ziele nicht annähernd zu erreichen. Für die Endverbraucher bedeutet Untätigkeit mit Sicherheit höhere Kosten“. Noch in diesem Jahr will die Stadt ein Informationspapier zur Wärmeplanung vorlegen. In den Jahren 2025 und 2026 soll trotz finanzieller Unsicherheiten mit der Umsetzung begonnen werden. Ein Mittel dazu ist der Ausbau der Fernwärme. „Wir haben derzeit 5.000 Anfragen für Fernwärmeanschlüsse und kommen kaum hinterher“, sagt Rogall. An den vermeintlich hohen Fernwärmepreisen könne es nicht liegen. Hier sieht er die Stadtwerke Leipzig auf der Transparenzplattform des AGFW als eines der guten Fernwärmesysteme im unteren Drittel. Und: „Wir bauen ein Fernwärmenetz, das viele Kilometer in der Stadt abdeckt. Natürlich ist der Abstand zu Gas gering, aber Gas wird in den nächsten Jahren teurer, weil CO2 zusätzlich verteuert wird. Auch die Regelungen bei den Netzentgelten führen dazu, dass der Gaspreis immer höher wird“.

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Mit allen Mitteln versuchte das Ostseebad Binz auf Rügen das Flüssigerdgas-Terminal im benachbarten Mukran zu verhindern. Auch ein letzter Versuch vor Gericht brachte keinen Erfolg. Der Aufnahme des Regelbetriebs am Flüssigerdgas-Terminal in Mukran auf Rügen steht rechtlich nichts mehr im Wege. Das Bundesverwaltungsgericht lehnte am 7. Juni Eilanträge gegen die Genehmigung von Errichtung und Betrieb des Terminals ab. Die Anträge seien unzulässig, die von den Antragstellern geltend gemachten Sicherheitsrisiken nicht erkennbar, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts. Geklagt hatten die Gemeinde Binz, das Deutsche Jugendherbergswerk als Betreiber der Jugendherberge Prora und zwei private Grundstückseigentümer aus Sassnitz. Von der Gemeinde Binz verlautete, dass man zunächst die ausführliche Urteilsbegründung abwarten wolle. Die Deutsche Regas hatte im März mit dem Probebetrieb im Hafen von Mukran begonnen, auf Bitten des Gerichts aber mit dem Antrag auf Regelbetrieb gewartet, bis über die Eilanträge entschieden ist. Nach Betreiberangaben kamen bislang vier Lieferungen in Mukran an, wo ein „Energos-Power“ das verflüssigte Erdgas aufnimmt, wieder in Gas umwandelt und über eine etwa 50 Kilometer lange Pipeline durch die Ostsee zum Leitungsknotenpunkt in Lubmin bei Greifswald leitet. Künftig soll in Mukran ein zweites sogenanntes Regasifizierungsschiff stationiert werden. Es handelt sich um die „Neptune“, die bisher in Lubmin im Einsatz war. Die angestrebte Gesamtkapazität bezifferte Regas mit 13,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr, was in etwa 15 Prozent des aktuellen deutschen Jahresverbrauchs entspreche. Die Investitionskosten beliefen sich den Angaben zufolge auf rund 200 Millionen Euro.

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Nachdem die Verhandlungen mit der EU-Kommission zur Kraftwerksstrategie weiter anhalten, plädiert der Branchenverband BEE dafür, andere flexible Anlagen voranzubringen. Da konkrete Ausschreibungen für Kraftwerke nach Angaben der Bundesnetzagentur wohl in diesem Jahr nicht mehr kommen werde, setzt sich der BEE dafür ein, „bestehenden beziehungsweise schnell ausweitbaren heimischen Kapazitäten der flexibel steuerbaren Anlagen (Erneuerbare, Speicher und Sektorenkopplung) jetzt mit einfachen Gesetzesänderungen voranzubringen“, wie es in einer Verbandsmitteilung heißt. „Der Spatz in der Hand wartet darauf, gefüttert zu werden. Das geht schneller, als auf die Taube auf dem Dach zu warten. Denn im Falle der H2-ready-Gaskraftwerke benötigt die Klärung beihilferechtlicher Fragen mit der EU-Kommission offenbar mehr Zeit“, so BEE-Präsidentin Simone Peter. Um die Lücke schließen, die nach der Halbierung der Kraftwerksstrategie auf 10.000 MW Leistung entstanden ist, fordert der BEE die kombinierte Betrachtung von Kapazität und Flexibilität. „Die Kapazitäten, die künftig über die zehn Gigawatt gebraucht werden, müssen bereits heute als dringend benötigte Flexibilitätsoptionen aufgebaut werden“ erklärte Peter. Das aktuelle Strommarktdesign sei den wachsenden Herausforderungen, die mit der Entfesselung von Wind- und Solarenergie und damit ihrer systemsetzenden Rolle im Strommarkt einhergehen, nicht gewachsen. Statt Wind- und Solarstrom abzuregeln, weil der Ausbau der Netze weiter stockt, brauche es flexibel steuerbare Kraftwerke, die den Ausgleich gewährleisten. Hierfür stünden schon heute zigtausend Bioenergie- und Wasserkraftanlagen zur Verfügung. „Auch Speicher und Sektorenkopplungsanlagen kommen schnell hinzu, wenn entsprechende Anreize gesetzt werden. Ihre dezentrale Verfügbarkeit sei gleichzeitig ein Garant für Systemdienlichkeit, wie sie in den Eckpunkten der Kraftwerksstrategie gefordert wird. „Zudem sind heimische Wertschöpfung, Resilienz und Bezahlbarkeit mit diesem Erneuerbaren-Anlagenpark verbunden“, so Peter. Damit werde die weitere Dekarbonisierung und die Stromversorgungssicherheit gleichzeitig gewährleistet und Kosten gegenüber zusätzlichen H2-ready-Gaskraftwerken gespart. Der BEE hatte im April ein Thesenpapier vorgelegt, in dem er empfiehlt, die Flexibilitätsoptionen im Energiesystem ganzheitlich zu prüfen und bereits vorhandene erneuerbare Potenziale zu nutzen. Allein der bestehende Biogasanlagenpark kann nach den Erkenntnissen des Verbandes bei Umrüstung auf eine flexible Fahrweise zwischen 18.000 bis 27.000 MW gesicherte flexible Leistung bereitstellen. Eine Weiterentwicklung der Vergütungsstruktur im EEG, etwa der Flexibilitätsprämie, wäre hierfür notwendig. Im Bereich der Speicher wird die Absenkung der Stromnebenkosten von Stromspeichern als wirksame Maßnahme gesehen. Kleine, netzdienliche Elektrolyseure könnten zudem erheblich zur Netzstabilität und zur Senkung von Netzkosten beitragen. Das gelte auch für stetig verfügbare, planbare und flexibel steuerbare Wasserkraft. „Der erneuerbare Energiemix ist hier und heute nutzbar. Gesetzliche Anpassungen können zügig für weitere Kapazität und neue Flexibilität sorgen,” betonte Peter.

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Das BSH geht über die gesetzlichen Offshore-Ausbauziele hinaus: Es will bis 2037 etwa 60.000 MW ausweisen. Dabei betritt die maritime Bundesbehörde BSH auch rechtlich mehrfach Neuland. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat in der planungsrechtlichen Absicherung des nationalen Offshore-Windkraftausbaus die gesetzlichen Ziele vorgezogen: Die zentrale maritime Behörde des Bundes veröffentlichte am 7. Juni den „Entwurf“ des Flächenentwicklungsplans (FEP) für die Ausschließliche Wirtschaftszone innerhalb der deutschen See. Demnach reicht der Planungshorizont nun bis 2037 statt 2030, und für das Zieljahr werden Flächen, Inbetriebnahme-Jahre, Ausschreibungsjahre und Netzanschlüsse für insgesamt etwa 60.000 MW ausgewiesen. Derzeit sind 8.460 MW Windenergie-Leistung offshore in Betrieb. Das gesetzliche Ziel für 2035 lautet 40.000 MW. Die neue Flächenfestlegung des BSH für jenes Jahr beläuft sich demgegenüber auf 50.000 MW. Der „Entwurf“ ersetzt den „Vorentwurf“ des FEP, den das BSH im September 2023 veröffentlicht hatte (wir berichteten). Er wird jetzt bis Juli / August öffentlich konsultiert, sodass ihn das BSH nach Abarbeitung aller Einwendungen am Jahresende in Kraft setzt. Bisher gilt der FEP von Januar 2023 (wir berichteten). Berufung auf ein unfertiges Gesetz Das BSH betritt mit der neuen Fortschreibung des FEP in mehrerlei Hinsicht rechtliches Neuland: So sind 36.000 MW der 60.000 MW sowie Netzinfrastruktur-Gebiete für 2037 erstmals sogenannte Beschleunigungsflächen. Das bedeutet, dass deren Genehmigung erleichtert wird. Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) findet dort nicht mehr pro Baugenehmigung im Auftrag des Projektierers statt, sondern bereits zuvor durchs BSH in der raumordnerischen Planung für alle Beschleunigungsflächen auf einmal (Strategische Umweltprüfung, SUP). Der Bundesverband Windenergie Offshore, der im Wesentlichen die Betreiber versammelt, fordert die Beibehaltung des alten Systems, wenigstens als Kann-Bestimmung (wir berichteten). Dabei geht es vor allem um den Arten- und Gebietsschutz. Das BSH wählte für das beschleunigte Verfahren nach eigenem Bekunden Flächen aus, von denen „voraussichtlich keine erheblichen Umweltauswirkungen zu erwarten sind“. Die EU-rechtliche Grundlage für die Beschleunigungsflächen ist die Erneuerbaren-Richtlinie RED III (2018/2001). Das nationale Umsetzungsgesetz hierzu steckt aber, was den Offshorewind-Ausbau angeht, noch im parlamentarischen Verfahren. Das Kabinett hatte es im März eingebracht. Die Festlegungen stehen daher auch unter parlamentarischem Vorbehalt. Zudem schafft der FEP-Entwurf − nächstes Neuland − erste Grundlagen, um zu einem vermaschten Offshore-Stromnetz mit den Nachbarländern zu gelangen. Zu diesem Zweck legt er die Baumaßnahmen für eine Vernetzung der Konverterplattformen, die bereits im Netzentwicklungsplan genehmigt sind, fest und weist grenzüberschreitende Kabeltrassen in die Nachbarländer aus. Potenzialflächen aus einer Schifffahrtsroute Für das gesetzliche Klimaneutralitätsjahr Deutschlands, 2045, zu dessen Erreichung dann 70.000 MW in den eigenen Meeren installiert sein sollen, hat das BSH weitere „Potenzialflächen“ festgelegt. Dafür wurde vor allem die Schifffahrtsroute SN10 verkleinert, die direkt zwischen der dänischen und holländischen See verläuft. Zum Sinn des Entwurfs erklärte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), die Offshore-Windenergie sei „auch langfristig eine Säule bei der Transformation des Energiesystems“. Der FEP schaffe „Planungs- und Investitionssicherheit“ und leiste einen Beitrag zum Aufbau nachhaltiger Lieferketten. Das BSH ist dem von Volker Wissing (FDP) geführten Verkehrsministerium zugeordnet.

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Der Fachkräftemangel ist derzeit eine der zentralen Herausforderungen für die Energiewirtschaft. Gleichzeitig steigen die Anforderungen der Kunden an ein hochwertiges Kundenerlebnis: Verfügbarkeit und Responsivität digitaler Services werden zum Differenzierungsfaktor in einem stark Commodity-geprägten Marktumfeld. Um sich für zukünftige Lastspitzen zu wappnen und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit der eigenen Prozesslandschaft auszubauen, gehört die Automatisierung von Prozessen zu den wichtigsten Aufgaben von Energieunternehmen.   RPA als Schlüssel für eine kostengünstige Automatisierung Hier setzt die Robotic Process Automation (RPA) an. Dabei handelt es sich um eine Form der robotergestützten Prozessautomatisierung, die es ermöglicht, hochvolumige und stark repetitive Aufgaben automatisiert auszuführen. Im Gegensatz zu Business Process Automation (BPA) oder anderen Formen der Automatisierung, die Prozesse neu aufsetzen, werden bei RPA Softwareprogramme oder Bots programmiert, die die menschliche Interaktion mit der Software imitieren. Dadurch können Prozesse sehr schnell und kostengünstig automatisiert abgebildet werden, ohne aktiv in die bestehende Systemlandschaft einzugreifen. Dabei wird zwischen „Attended“ und „Unattended“ Bots unterschieden: Attended ist der Prozess, wenn der Anwender den Bot direkt auf seinem Arbeitsplatz startet und die Verarbeitung für ihn sichtbar ist, im unattended Modus läuft der Bot im Hintergrund, ggf. auf einer eigenen virtuellen Workstation. Attended Bots werden vom Benutzer manuell gestartet, während unattended Bots zu festgelegten Zeiten starten oder durch Ereignisse wie API-Aufrufe ausgelöst werden.   Potenziale von RPA Durch diese Simulation einzelner Prozessschritte ermöglicht RPA die Automatisierung von Routineaufgaben und entlastet damit die Mitarbeiter, die sich dann komplexeren Tätigkeiten, wie z.B. dem persönlichen Kundenkontakt, widmen können. Gleichzeitig können die Durchlaufzeiten von Standardprozessen effektiv verkürzt und die Fehlerquote im Vergleich zur manuellen Bearbeitung reduziert werden, was letztlich zu Kosteneinsparungen führt. Die Kundinnen und Kunden profitieren wiederum von einer permanenten Verfügbarkeit der Services unabhängig von Geschäfts- und Servicezeiten sowie von kürzeren Bearbeitungszeiten ihrer Anfragen. Der größte Vorteil von RPA im Vergleich zu anderen Formen der Prozessautomatisierung liegt in der vereinfachten Implementierbarkeit der Lösungen. So erfordern die meisten kommerziellen Lösungen am Markt weder Programmierkenntnisse noch tiefgreifende Änderungen an der bestehenden Systemlandschaft. Die zu automatisierenden Prozesse können einfach aufgenommen und nach Bedarf konfiguriert werden. Dabei steht dem Anwender eine große Auswahl an vordefinierten Funktionen zur Verfügung, die per Drag & Drop miteinander verknüpft werden. Dies reduziert die Einführungszeit und -kosten erheblich. Demgegenüber stehen höhere Prozessdurchlaufzeiten als bei klassischen Automatisierungslösungen und eine Wartungsanfälligkeit bei sich ändernden Benutzeroberflächen. Anwendungsfelder für RPA in energiewirtschaftlichen Kernprozessen Aufgrund der beschriebenen Eigenschaften eignet sich RPA vor allem dort, wo manuelle, standardisierte Prozesse mit hoher Frequenz durchgeführt werden. Diese Potenziale wurden in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Energiemarktdienstleister (BEMD e.V.) im Hinblick auf die Kernprozesse in der Energiewirtschaft untersucht. Denn gerade in der Energiewirtschaft sind viele Abläufe strukturiert, regelbasiert und vor allem zeitintensiv. Hier können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von EVU, Messstellenbetreibern oder Verteilnetzbetreibern wirksam entlastet und für Tätigkeiten mit individuell höherer Komplexität eingesetzt werden. Im Folgenden werden drei ausgewählte Beispiele für energiewirtschaftliche Kernprozesse vorgestellt, die mit Hilfe von RAP automatisiert werden können: Use Case 1: Plausibilisierung von Zählerständen Nachdem Kunden oder Dienstleister die Zählerstände eingegeben haben, werden diese im Abrechnungssystem des Energieversorgers auf Plausibilität geprüft. Bei Unstimmigkeiten erfolgt eine manuelle Prüfung. Dieser Arbeitsschritt kann durch eine definierte Logik automatisiert werden. Ein Beispiel für einen solchen Klärungsfall ist der “Nullverbrauch”. Hier kann der Roboter automatisiert nachfragen, ob es sich um einen Leerstand handelt oder ob der Zählerstand vom EVU oder einem anderen Dienstleister erfasst wurde. Use Case 2: Lieferantenclearing Im klassischen Lieferantenclearing können teilautomatisierte Prozesse im Zusammenspiel zwischen RPA, Kunde und Sachbearbeiter die Durchlaufzeiten effektiv verkürzen. Dabei wird der Interessent nach Prüfung der Eingangsliste durch den Sachbearbeiter automatisiert kontaktiert. Nach Rücksendung der Daten durch den Kunden legt der Roboter die Vorgänge im System an und archiviert die Dokumente. RPA prüft die Wiedervorlage und der Sachbearbeiter gibt den Kunden über ein abschließendes Quality Gate frei.  Auf diese Weise sinkt die durchschnittliche Bearbeitungszeit von 12 auf 4 Minuten, was einer Aufwandsersparnis von 66 Prozent entspricht. Use Case 3: Tarifwechsel Die RPA-unterstützte Bearbeitung von Tarifänderungen zeigt, wie verschiedene Automatisierungstechnologien kombiniert werden können. So können die vom Kunden per Post zurückgesendeten Vertragsunterlagen mittels OCR-Technologie ausgelesen und dem Roboter in strukturierter Form zur vollautomatischen Verarbeitung zur Verfügung gestellt werden. Der Automatisierungsgrad liegt hier bei 85-90 Prozent bei einer Fehlerquote von null Prozent.   Schrittweise Implementierung Um die beschriebenen Effizienzpotenziale durch den Einsatz von RPA in den eigenen Prozessen zu heben, sollten Unternehmen bei der Implementierung einige wesentliche Erfolgsfaktoren berücksichtigen: Geeignete Prozesse auswählen Für den erfolgreichen Einsatz und die Akzeptanz von RPA ist die sorgfältige Auswahl der zu automatisierenden Prozesse von großer Bedeutung. Dabei sollten Unternehmen zum einen bestimmte technische Anforderungen wie Regelbasiertheit und Stabilität des Prozesses, Zugriffsmöglichkeiten auf die beteiligten Systeme oder standardisierte Lesbarkeit des Inputs berücksichtigen. Zum anderen sollten Prozesse ausgewählt werden, die ein hohes Amortisationspotenzial aufweisen. Zielparameter festlegen Klare Zielparameter sind elementar, um den Erfolg der RPA-Implementierung zuverlässig bewerten und gegebenenfalls gegensteuern zu können. Dazu sollten Unternehmen bereits zu Beginn der Implementierungsbemühungen entsprechende KPIs definieren, die bei der Bewertung des Implementierungsfortschritts berücksichtigt werden sollten. Dies reicht beispielsweise von implementierungsbezogenen Erfolgskennzahlen wie Implementierungszeiten oder Fehlerquoten bei automatisierten Prozessen bis hin zu ergebnisorientierten Kennzahlen wie Kapazitätseinsparungen, Durchlaufzeiten oder Mitarbeiterzufriedenheit. Stakeholder einbinden Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Einführung von RPA ist die rechtzeitige Einbindung der relevanten Stakeholder zum richtigen Zeitpunkt. In der Initialisierungsphase des Projekts spielen sowohl interne Projektsponsoren als auch Prozessexperten und Lead User, die die Prozesse kennen und bewerten können, eine wichtige Rolle. Später müssen interne oder externe Experten identifiziert werden, die die Umsetzung begleiten. Schließlich müssen in der Umsetzungsphase die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen eines Change- und Enablement-Programms frühzeitig eingebunden werden, um möglichen Vorbehalten entgegenzuwirken und die Akzeptanz der Lösung in der Organisation zu erhöhen. Anbieter evaluieren Mittlerweile gibt es auf dem RPA-Markt eine Vielzahl unterschiedlicher kommerzieller Produkt- und Lösungsanbieter. Bei der Auswahl des richtigen Technologiepartners sollten Unternehmen neben dem Kosten- und Lizenzmodell vor allem auf Kriterien wie mögliche Lösungserweiterungen, z.B. in Richtung Process Mining oder KI-Anbindung, sowie die angebotenen SLAs achten. RPA-Pipeline aufbauen Um eine hohe Akzeptanz für die RPA-Implementierung zu gewährleisten und Investitionsrisiken zu vermeiden, empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen, bei dem zunächst wenige, ausgewählte Prozesse..

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Power Purchase Agreements – ein Geschäftsmodell auch für Stadtwerke?

PPA spielen für Stadtwerke derzeit noch eine eher untergeordnete Rolle, werden aber perspektivisch immer relevanter. Warum es für Stadtwerke lohnt, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Mehrjährige Stromlieferverträge aus Erneuerbare-Energien-Anlagen, so genannte Power Purchase Agreements (PPA), haben in den letzten Jahren einen starken Boom erlebt – verbunden mit vielen Hoffnungen. Denn mit PPAs lassen sich Stromerzeugungskapazitäten langfristig binden und Preisniveaus absichern. Mit der Energiekrise traten und treten im Energiemarkt jedoch völlig neue Herausforderungen und Regularien in den Vordergrund, die für Unsicherheit sorgten, wie z.B. Schwierigkeiten bei der Preisfindung für längerfristige Strombezugsverträge oder eine drohende Gewinnabschöpfung für die Stromerzeugung im Rahmen der Strompreisbremse. Während das Gesamtvolumen der abgeschlossenen PPAs auch im vergangenen Jahr relativ stabil blieb, wurden überwiegend so genannte Corporate PPAs abgeschlossen. Dabei handelt es sich um direkte Lieferverträge zwischen großen Erzeugern erneuerbarer Energien und großen Abnehmern aus Industrie und Dienstleistungsbereichen, die den Strom in ihren Betriebsstätten selbst verbrauchen. So schließen z.B. Betreiber von Rechenzentren und Serverfarmen wie Google, Microsoft oder Amazon derzeit vermehrt PPAs ab, um ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Stadtwerke hingegen spielen in diesem Umfeld bisher keine oder nur eine untergeordnete Rolle, da die Nachfrage ihrer Kunden nach PPAs häufig (noch) relativ gering ist. Bei Gewerbe- und Mittelstandskunden lag der Fokus in der Vergangenheit und insbesondere in den letzten Monaten eher auf Kostenreduktion und Versorgungssicherheit. Aspekte wie die Sicherstellung von „grünen“ Lieferverpflichtungen oder die Erfüllung eigener Nachhaltigkeitsziele, die den Bezug von Ökostrom aus der Region fördern würden, entfalten noch nicht die erhoffte Wirksamkeit. Zumal die PPAs aufgrund ihrer „grünen“ Eigenschaften in der Regel entsprechend teurer sind. Auf Seiten der Privatverbraucher steigt zwar seit Jahren die Nachfrage nach Ökostrom, aus welchen (regionalen) Quellen dieser stammt, ist bei vielen von nachgelagerter Bedeutung oder kann aufgrund der vielschichtigen Definition des Begriffs Ökostrom dem Kunden nicht angemessen vermittelt werden. Größere Industrieunternehmen sind häufig keine Stadtwerke-Kunden mehr bzw. nicht mehr auf diese angewiesen, sondern haben in den letzten Jahren eigene Energiebeschaffungseinheiten aufgebaut und beziehen teilweise schon über Corporate PPAs Energie direkt vom Erzeuger. Im Gegensatz zu anderen Ländern wie beispielsweise den USA spielen PPAs auch für Kommunen in Deutschland bislang eine untergeordnete Rolle. Alternative Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten sowie fehlender Handlungsdruck und politscher Wille führen bislang zu einer geringen Relevanz von PPAs im kommunalen Umfeld. Auch auf der Erzeugerseite ist das Angebot an PPAs aus der Region derzeit häufig noch gering, da der Ausbau der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren eher schleppend verlaufen ist und kaum neue PV- oder Windanlagen als potenzielle PPA-Quellen zur Verfügung stehen. Insbesondere beim Zubau der Windenergie, die aufgrund der hohen Leistungsgrößen besonders relevant für den PPA-Markt wären, befindet sich Deutschland in den letzten beiden Jahren auf einem geringen Zubau-Niveau von nur gut 2 GW. Dies entspricht etwa ein Drittel den Zubauzahlen von 2017[1]. Auch im Bereich der PV-Freiflächen – der zweiten zentralen Säule für PPAs – kam der Zubau in den letzten Jahren nur sehr schleppend voran.   Energiewende als Treiber Die Energiewende erfordert allerdings in den nächsten Jahren einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energiekapazitäten. Insbesondere für Erneuerbare-Energien-Anlagen, die keiner staatlichen Einspeisevergütung unterliegen bzw. diese nicht in Anspruch nehmen wollen (um somit z.B. gewisse Ausschreibungspflichten zu umgehen), könnten PPAs verstärkt zum Einsatz kommen, da sie eine mittel- bis langfristige Finanzierung und Absicherung der Investitionskosten von Erneuerbare-Energien-Projekten ermöglichen. Unterstützt durch sinkende Investitionskosten für Solar- und Windkraftanlagen auf der einen sowie (vermeintlich) weiter steigenden Strompreisen auf der anderen Seite werden PPAs auf der Erzeugungsseite jedoch zunehmend interessant. Denn so lässt sich ein hohes Energiepreisniveau mittels PPAs zur Absicherung von Investitionsrisiken für geplante Anlagen nutzen, um die eigene Kreditwürdigkeit ggf. Kapitalgebern zu stärken. Bei Bestandsanlagen können die hohen Preise so für die nächsten Jahre gesichert werden. Auch das Anfang 2023 in Kraft getretene Lieferkettengesetz wird perspektivisch für eine steigende Nachfrage nach PPAs sorgen, vor allem bei mittelständischen Industrie- und Gewerbekunden, da es Unternehmen verpflichtet nachzuweisen, dass auch ihre Vorlieferanten in der Lieferkette nachhaltig agieren. Der „ökologische (und soziale) Fußabdruck“ eines Produktes und die nachhaltige Praxis des Unternehmens werden so transparent. Mittelständische Industrie- und Gewerbeunternehmen werden daher bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategien verstärkt nach verlässlichen und möglichst regionalen Bezugsquellen für Ökostrom suchen. Wenn sie ihre Erneuerbare Energie über PPAs beziehen, erfüllen sie sogar höhere Nachhaltigkeitsstandards, da sie damit grüne Energieanlagen ohne staatliche Subventionen realisieren können. Auf der anderen Seite wird durch die Sensibilisierung der Gesellschaft für Nachhaltigkeitsaspekte, aber auch durch Regulierungen wie das Lieferkettengesetz, eine langfristige grüne Beschaffung mit kalkulierbaren Preisen von zentraler Bedeutung sein. Dies schafft insbesondere bei B2B-Kunden ein Marktpotenzial, an dem auch Stadtwerke partizipieren können. So können sich Stadtwerke als grüner Partner und Anbieter regional gebundener Energieerzeugungsleistung positionieren und die Regionalität grüner Energie entsprechend als ihren USP vermarkten. Um zukünftig höchsten Nachhaltigkeitsanforderungen gerecht zu werden und entsprechende Gütesiegel zu erhalten, wird die Energiebeschaffung über PPA nach unserer Einschätzung zu einem wichtigen Kriterium. Auch Kommunen werden als PPA-Kunden zunehmend interessanter, denn auch sie haben Klimaschutzziele zu erreichen. Hohe Strombedarfe der Kommunen können über PPA teilweise gedeckt werden. Dafür brauchen sie aber regionale Partner, die nicht nur über Know How und Expertise verfügen, sondern auch über den nötigen Zugang zu Erneuerbarer Energie. Mittels PPAs können Kommunen den Ausbau regionaler Erneuerbaren Energie-Anlagen vorantreiben, vorbei an einer (weniger) attraktiven staatlichen EEG-Einspeisevergütung oder komplexen Förderprogrammen. Insbesondere für Kommunen ohne eigenes Stadtwerk ist diese Option interessant, da sie Erneuerbare Energie-Projekte nicht an ihr Stadtwerk „delegieren“ können. Die Abwicklung erfolgt stattdessen über Bürger-Energie-Genossenschaften (ggf. mit kommunaler Beteiligung). Implikation und Fragestellungen für Stadtwerke Auch wenn PPAs für Stadtwerke derzeit noch eine untergeordnete Rolle spielen, werden sie perspektivisch an Bedeutung gewinnen. Es ist also wichtig, dass sich Stadtwerke frühzeitig mit der Thematik beschäftigen. Dabei stehen drei zentrale Fragenblöcke im Vordergrund: Wo liegen in meinem Versorgungsgebiet überhaupt PPA-Potenziale auf Erzeugerseite? Welches Portfolio kann ich aufbauen und rentabel bewirtschaften? Größere Erzeugungsanlagen (sowohl Post-EEG als auch neue Anlagen) sind stark im Fokus des Wettbewerbs. Das macht es schwierig für Stadtwerke, hier konkurrenzfähig zu agieren. Der Fokus sollte deshalb primär im kleineren und mittleren Segment liegen, d.h. im Bereich von 1-10 MW Erzeugungsleistung. Allerdings ist hier die Marge je Kunde..

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(Foto: Berliner Stadtwerke GmbH/Jack Simanzik)

Kerstin Busch, die bisherige Chefin der Berliner Stadtwerke, wechselt zum Energiekonzern Vattenfall. In ihrer neuen Rolle bei Vattenfall wird sie das technische Vorstandsressort in der Vattenfall Wärme Berlin AG übernehmen. Dieser Wechsel markiert auch das zunehmende Engagement des Landes Berlin bei dem Versorger, besonders im Hinblick auf die Fernwärmeversorgung der Stadt. Busch, die seit 2018 als technische Geschäftsführerin bei den Berliner Stadtwerken tätig war, bringt ihre Expertise nun in das kommunale Unternehmen ein, welches demnächst vom Land Berlin übernommen werden soll​. Der Wechsel von Kerstin Busch zu Vattenfall steht symbolisch für die dynamischen Veränderungen in der Energiebranche, insbesondere im Bereich der Fernwärmeversorgung. Ihre Erfahrungen und Kenntnisse in technischen und infrastrukturellen Angelegenheiten werden für Vattenfall von großem Wert sein, besonders in einer Zeit, in der das Unternehmen und die Stadt Berlin gemeinsame Ziele hinsichtlich der Energieversorgung und des Klimaschutzes verfolgen. Bei den Berliner Stadtwerken war Busch insbesondere für technische Aspekte zuständig, was sie zur idealen Kandidatin für die Übernahme des technischen Vorstandsressorts bei der Vattenfall Wärme Berlin AG macht. Ihre Aufgabe wird es sein, die Fernwärmeversorgung in Berlin auszubauen und zu verbessern, ein Bereich, der für die Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt von entscheidender Bedeutung ist. Dieser Wechsel ist auch ein Hinweis auf die zunehmende Verflechtung zwischen öffentlichen und privaten Akteuren im Energiebereich. Die Beteiligung des Landes Berlin an Vattenfall, insbesondere im Hinblick auf die Fernwärme, zeigt das Bestreben, die Energieinfrastruktur der Stadt nachhaltiger zu gestalten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit zwischen erfahrenen Führungskräften wie Kerstin Busch und großen Energieunternehmen wie Vattenfall ist ein wesentlicher Schritt, um innovative Lösungen für die Herausforderungen im Energiebereich zu entwickeln. Es spiegelt die gemeinsamen Bemühungen wider, die Energieversorgung zu dekarbonisieren, die Effizienz zu steigern und die Energieunabhängigkeit zu fördern, um letztendlich eine nachhaltigere und klimafreundlichere Zukunft für Berlin zu schaffen.

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Zukunft der Energie: Dezentralisierung und Solaranlagen als Schlüssel zur Kostenreduktion und Netzstabilität

Die Diskussion um den Ausbau von Solaranlagen und dessen Einfluss auf die Kosten der Stromnetze in Deutschland nimmt an Intensität zu. Einerseits hat Deutschland seine Ausbauziele für Photovoltaik übertroffen, was die Transformation zur nachhaltigen Energieversorgung vorantreibt. Andererseits führt der schnelle Zubau von Solaranlagen zu steigenden Kosten für die Stromnetze, was einige Kritiker dazu veranlasst, eine Begrenzung des Zubaus zu fordern​​. Ein interessanter Aspekt in dieser Debatte ist der Vorschlag zur Dezentralisierung der Stromnetze. Durch die Schaffung von dezentralen Stromspeicherlösungen und sogenannten Microgrids, also kleinen, autarken Stromnetzen, könnte eine höhere Unabhängigkeit von zentralisierten Stromquellen erreicht werden. Dies würde nicht nur die Zuverlässigkeit des Stromnetzes verbessern, sondern auch die Flexibilität im Verbrauch erhöhen, indem sich der Verbrauch flexibel an die Erzeugung anpasst. Virtuelle Kraftwerke, die aus einer Vielzahl von dezentralen Energieerzeugern und -speichern bestehen, könnten Schwankungen im Stromnetz ausgleichen und dadurch die Versorgungssicherheit erhöhen. Solche innovativen Ansätze können die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren und gleichzeitig die Kosten für den Netzausbau senken, indem sie auf teure Übertragungsleitungen verzichten​​. Die Dezentralisierung des Strommarktes bietet auch die Chance, dass Bürgerinnen und Bürger selbst zu Energieproduzenten werden und somit die Demokratisierung der Energieversorgung vorantreiben. Die Verteilung der Energieproduktion auf viele kleine Einheiten kann erneuerbare Energien besser nutzen und die Abhängigkeit von zentralen Kraftwerken reduzieren. Zudem fördern dezentrale Netze die lokale Wertschöpfung und schaffen neue Arbeitsplätze in der Energiebranche​​. Diese Diskussion zeigt, dass die Frage nach der Begrenzung des Zubaus von Solaranlagen nicht isoliert betrachtet werden sollte. Vielmehr ist es wichtig, innovative Lösungen wie die Dezentralisierung der Stromnetze und die Nutzung intelligenter Energiemanagement-Systeme zu fördern, um die Energiewende effizient und kosteneffektiv zu gestalten. Die Dezentralisierung und der Einsatz moderner Technologien könnten Schlüssel zur Lösung der Herausforderungen sein, die mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien verbunden sind.

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Zwischen Technologie und Tradition: Deutschlands Ringen um den Abschied von fossilen Brennstoffen

Die Debatte über den verzögerten Ausstieg aus fossilen Energien in Deutschland spiegelt die Komplexität und die Herausforderungen wider, die mit der Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft einhergehen. Einerseits zeigt die Diskussion auf der UN-Klimakonferenz in Dubai die globale Dringlichkeit, von Kohle, Öl und Gas wegzukommen, um die Klimakrise zu bekämpfen. 20 Staaten, darunter Frankreich und Spanien, haben sich für den Einstieg in den Ausstieg aus allen fossilen Brennstoffen ausgesprochen, eine Forderung, die Deutschland allerdings nicht mitgetragen hat​​. Andererseits verdeutlicht die innerdeutsche Debatte um die Carbon Capture and Storage (CCS)-Technologie die Spannungen innerhalb der Bundesregierung und zwischen den Koalitionspartnern. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat Pläne vorgestellt, die die unterirdische Speicherung von CO2-Emissionen ermöglichen sollen, um industrielle Sektoren wie die Zement- und Kalkherstellung sowie die Abfallverbrennung klimaneutral zu gestalten. Diese Pläne sind jedoch auf breite Kritik gestoßen, insbesondere von Seiten der SPD, die fordert, dass solche Verfahren bei fossilen Kraftwerken ausgeschlossen werden sollten​​. Die Diskussion um CCS reflektiert die breitere Debatte über die Rolle von Technologien zur Emissionsreduktion und deren Potential, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu verzögern oder gar zu ersetzen. Während einige die CCS-Technologie als notwendigen Teil der Lösung sehen, um die unvermeidlichen Emissionen einiger Industrien aufzufangen, warnen Kritiker vor der Gefahr, dass diese Technologien als Ausrede genutzt werden könnten, um den notwendigen Umstieg auf erneuerbare Energien hinauszuzögern. Die Situation spiegelt die komplexe Balance wider, die zwischen dem unmittelbaren Bedarf an Emissionsreduktionen, dem Einsatz von Übergangstechnologien und der langfristigen Notwendigkeit einer vollständigen Abkehr von fossilen Brennstoffen gefunden werden muss. Es wird deutlich, dass ein umfassender und koordinierter Ansatz erforderlich ist, der sowohl innovative Technologien als auch den Ausbau erneuerbarer Energien umfasst, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen und eine nachhaltige, klimaneutrale Zukunft zu sichern.

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DEW21

Steffen Püschel hat kürzlich die Rolle des Vertriebsleiters bei DEW21, einem Energie- und Wasserversorger in Dortmund, übernommen. Diese Personalie, die Anfang Februar 2024 bekannt gegeben wurde, markiert einen signifikanten Schritt sowohl für Püschel als auch für DEW21​​​​. Püschel bringt eine umfangreiche Erfahrung aus der Energiebranche mit zu DEW21. Vor seinem Wechsel war er in verschiedenen führenden Positionen bei der E.ON Energie Deutschland GmbH tätig, zuletzt als Vice President für Organisations- und Kulturentwicklung. In dieser Position leitete er Change-Projekte, die darauf abzielten, die Aufbau- und Ablauforganisation des Unternehmens neu zu strukturieren, um es an das dynamische Marktumfeld anzupassen​​. Seine Ernennung wird von DEW21 als strategischer Gewinn gesehen, nicht nur aufgrund seiner fachlichen Expertise, sondern auch wegen seiner tiefen Verwurzelung in Dortmund. Püschel ist in der Stadt geboren und aufgewachsen, was ihm ein tiefes Verständnis für die Region und ihre Besonderheiten verleiht. Dr. Gerhard Holtmeier, ein Vertreter von DEW21, hebt hervor, dass Püschels Hintergrund und Kenntnisse ihn ideal positionieren, um das Vertriebsgeschäft des Unternehmens zu leiten und weiterzuentwickeln​​. Püschel selbst sieht seine neue Position bei DEW21 als Gelegenheit, nicht nur das traditionelle Vertriebsgeschäft zu stärken, sondern auch aktiv an der Gestaltung der Energiewende in Dortmund mitzuwirken. Er betont die Bedeutung der Bewältigung der aktuellen Energiekrise und sein Ziel, neue Geschäftsfelder zu entwickeln, die zur Energiewende beitragen​​. Insgesamt verspricht Steffen Püschels Übernahme des Vertriebsleiterpostens bei DEW21 einen frischen und dynamischen Ansatz in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens, insbesondere in einer Zeit, in der die Energiebranche vor großen Herausforderungen und Chancen steht. Seine Erfahrung und lokale Verbundenheit positionieren ihn als Schlüsselfigur für DEW21’s zukünftige Entwicklungen und Erfolge.

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Das LNG-Terminal Mukran auf Rügen hat seinen Probebetrieb aufgenommen! Ein wichtiger Schritt für Deutschlands Energiezukunft:

Das LNG-Terminal Mukran auf der Ostseeinsel Rügen ist ein beeindruckendes Beispiel für Deutschlands Bestrebungen, die Energieversorgung zu diversifizieren und zu sichern. Die Inbetriebnahme dieses Terminals markiert einen wichtigen Meilenstein in der Energieinfrastruktur des Landes, besonders vor dem Hintergrund globaler Energieunsicherheiten. Hier sind sieben Gründe, warum dieses Projekt nicht nur für die Energiebranche, sondern auch für Industrie und Wirtschaft von großer Bedeutung ist: Sicherung der Energieversorgung: In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten bietet das Terminal eine zusätzliche Quelle für Erdgas, was die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern reduziert. Flexibilität im Energieimport: Durch die Möglichkeit, LNG (Liquefied Natural Gas) weltweit zu beziehen, erhöht Deutschland seine Flexibilität und Unabhängigkeit in der Energieversorgung. Unterstützung der Energiewende: Das Terminal kann als Brückentechnologie dienen, indem es eine zuverlässige Energiequelle bereitstellt, während der Anteil erneuerbarer Energien weiter ausgebaut wird. Regionale Wirtschaftsförderung: Die Errichtung und der Betrieb des Terminals schaffen Arbeitsplätze in der Region und fördern lokale Wirtschaftskreisläufe. Beitrag zur Emissionsreduktion: LNG ist im Vergleich zu Kohle eine sauberere Brennstoffoption, die hilft, CO2-Emissionen im Energiebereich zu senken. Erhöhung der Speicherkapazitäten: LNG-Terminals erhöhen die Speicherfähigkeit für Erdgas in Deutschland, was für die Versorgungssicherheit während der Wintermonate oder bei Lieferausfällen kritisch ist. Stärkung der internationalen Energiekooperationen: Das Terminal erleichtert den Import von LNG aus verschiedenen Weltregionen und stärkt damit Deutschlands Position in internationalen Energiekooperationen. Das LNG-Terminal Mukran ist also weit mehr als nur ein Infrastrukturprojekt; es ist ein strategisches Asset, das Deutschland hilft, seine Energieversorgung zu sichern, die Wirtschaft zu stärken und die Umweltbelastung zu reduzieren. Mit dem Beginn des Probebetriebs am 24. Februar 2024 setzt Deutschland ein klares Zeichen für seine Zukunftsfähigkeit und seinen Anspruch, eine führende Rolle in der globalen Energiewende zu spielen​​.

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Vattenfall und Evonik haben einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung unternommen. Sie haben einen langfristigen Stromliefervertrag abgeschlossen, der ab 2025 jährlich rund 120 Gigawattstunden Solarstrom aus zwei Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Schleswig-Holstein an Evonik liefern wird. Dieser Vertrag, der eine Laufzeit von zehn Jahren hat, markiert einen wichtigen Meilenstein in der Dekarbonisierung der Chemieproduktion und unterstreicht das Engagement beider Unternehmen für erneuerbare Energien​​. Die beiden Solarparks in Schleswig-Holstein, die diesen Strom liefern werden, bringen zusammen eine Leistung von 120 Megawatt. Besonders hervorzuheben ist, dass dieser Schritt Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von Evonik ist, die vorsieht, die externe Stromversorgung bis 2030 vollständig auf erneuerbare Quellen umzustellen. Mit dieser Vereinbarung überschreitet Evonik die Marke von 50 Prozent des extern bezogenen Stroms aus erneuerbaren Quellen, was nicht nur ein Zeichen für den Umstieg auf grüne Energie ist, sondern das Unternehmen auch unabhängiger von fossilen Brennstoffen macht​​. Diese Initiative ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Unternehmen durch innovative Partnerschaften und den Einsatz von erneuerbaren Energien zur Reduzierung ihrer CO2-Fußabdrücke beitragen können. Es zeigt, dass der Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft nicht nur notwendig, sondern auch machbar ist, wenn Unternehmen bereit sind, in erneuerbare Energiequellen zu investieren und langfristige Verpflichtungen einzugehen.

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Steigende Netzentgelte: Ein Strompreisphänomen und seine Auswirkungen

Wer hätte gedacht, dass das Thema Netzentgelte so spannend sein könnte? Nun, wenn Sie jeden Monat Ihre Stromrechnung begutachten, könnten Sie bald merken, warum es so wichtig ist. Die Netzentgelte steigen nämlich um satte 25 Prozent, und das ist keine Kleinigkeit. Aber was bedeutet das eigentlich für Sie und mich? Ganz einfach: teils höhere Stromrechnungen. Einige Bundesländer werden von den neuen Strompreisen besonders getroffen​​. Aber warten Sie, es gibt noch mehr! Während wir uns alle ein grüneres, nachhaltigeres Energieversorgungssystem wünschen, stellt sich die Frage: Wann führt der Ausbau erneuerbarer Energien zu niedrigeren Strompreisen? Durch den verstärkten Einsatz von Windkraft und Solaranlagen soll der Strom nicht nur grüner, sondern auch günstiger werden. Experten sind sich einig, dass dieser Wandel notwendig und langfristig auch finanziell vorteilhaft für die Verbraucher sein wird​​. Doch kommen wir zu den wirklich spannenden Punkten – den Vorteilen dieser Entwicklung und konkreten Anwendungsbeispielen im Energiesektor und der Industrie: Kostensenkungen langfristig möglich: Durch den Ausbau erneuerbarer Energien könnten die Stromkosten mittel- bis langfristig sinken, was die Betriebskosten in der Industrie reduziert. Stärkere Netzstabilität: Die Einführung smarter Netze und Technologien zur besseren Integration erneuerbarer Energien kann zu einer erhöhten Stabilität des Stromnetzes führen. Förderung der Elektromobilität: Niedrigere Strompreise und verbesserte Netzinfrastrukturen können die Elektromobilität weiter vorantreiben und somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Innovationsantrieb: Die Notwendigkeit, die Netze für erneuerbare Energien zu optimieren, fördert Innovationen in Technologie und Energiemanagement. Dezentrale Energieerzeugung: Die steigenden Netzentgelte könnten den Ausbau dezentraler Energieerzeugung, wie z.B. Solaranlagen auf Firmendächern, attraktiver machen. Energieunabhängigkeit: Langfristig kann der Ausbau erneuerbarer Energien zu einer größeren Energieunabhängigkeit führen, was besonders für energieintensive Industrien von Vorteil ist. Nachhaltigkeitsziele erreichen: Unternehmen, die aktiv in erneuerbare Energien investieren, können ihre Nachhaltigkeitsziele leichter erreichen und gleichzeitig von staatlichen Förderungen profitieren. Obwohl die Netzentgelte steigen, eröffnet der Wandel hin zu einer grüneren Energieversorgung zahlreiche Chancen. Von langfristigen Kosteneinsparungen über eine stabilere Energieversorgung bis hin zu innovativen Technologien – die Energiewende ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Chance für den Energiesektor und die Industrie.

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Die Debatte um CO₂-Speicherung, auch bekannt als Carbon Capture and Storage (CCS), gewinnt an Fahrt. Während einige die Technologie als notwendigen Schritt im Kampf gegen den Klimawandel betrachten, warnen andere vor potenziellen Risiken für Klima und Gesundheit. Die Speicherung von CO₂ unter der Erde wird als eine Möglichkeit gesehen, das Treibhausgas aus der Atmosphäre zu entfernen und so die Erderwärmung zu bekämpfen. Die Technologie steht jedoch in Deutschland und weltweit unter kritischer Beobachtung. Vorteile und Hoffnungen In Dänemark wurde kürzlich ein Pilotprojekt genehmigt, bei dem bis zu 15.000 Tonnen CO₂ in einem ehemaligen Ölfeld in der Nordsee gespeichert werden sollen. Dieser Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein und zeigt das Potenzial der Technologie auf, Teil einer breiteren Klimaschutzstrategie zu sein. Das Projekt unterstreicht die Machbarkeit und Notwendigkeit von CCS im Kontext der globalen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Kritik und Herausforderungen Trotz des Potenzials von CCS zur Minderung der Klimakrise gibt es Bedenken hinsichtlich der langfristigen Sicherheit und der Umweltauswirkungen der unterirdischen CO₂-Speicherung. Kritiker befürchten, dass die Technologie die Emissionen nicht nachhaltig reduziert und stattdessen zu einem verzögerten Umstieg auf erneuerbare Energien führen könnte. Die Sorgen umfassen auch potenzielle Risiken für das Grundwasser und die Stabilität der Speicherstätten. Wirtschaftliche Aspekte und Klimazertifikate Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Rolle von Klimazertifikaten im Zusammenhang mit CO₂-Speicherprojekten. Klimazertifikate, die zur Kompensation von Emissionen dienen, könnten eine finanzielle Unterstützung für Landwirte bieten, die durch Humusaufbau CO₂ binden. Diese Praxis wird jedoch kritisch betrachtet, da bisher eine wissenschaftliche Basis für die Bewertung der langfristigen Klimawirksamkeit fehlt. Trotzdem erkennen Studien das Potenzial von Humusaufbau und anderen landwirtschaftlichen Praktiken zur CO₂-Bindung an, wobei die Notwendigkeit einer dauerhaften und nachhaltigen Speicherung von Kohlenstoff im Boden betont wird. Die CO₂-Speicherung bleibt ein kontrovers diskutiertes Thema. Während sie das Potenzial hat, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, müssen die Risiken und Herausforderungen sorgfältig abgewogen werden. Zukünftige Forschungen und Pilotprojekte werden entscheidend sein, um die Sicherheit, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit dieser Technologie zu bewerten und ihren Platz in der globalen Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels zu bestimmen​​​​​​.

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Das Rathaus von Hamminkeln will Stadtwerke gründen und die Mehrheit an den Verteilnetzen übernehmen: Im regulierten Netzbereich bekomme man mehr für sein Kapital als am Markt, hieß es. Der Streit der Netzbetreiber mit dem Regulierer darüber, welche Zinsen sie aufs investierte Kapital aufschlagen dürfen, wenn sie die Netzentgelte berechnen, ist alt. Sie klagen, die Bundesnetzagentur lege die Zinssätze so niedrig fest, dass es attraktiver sei, sein Geld woanders zu investieren. Jetzt gibt es aber einen Beleg dafür, dass die zugestandenen Eigenkapital-Zinssätze so weit über dem Marktniveau liegen, dass eine Stadt genau aus diesem Grund ihren Einstieg in das bisher private Strom- und Gasverteilnetz für lukrativ hält. Die niederrheinische 27.000-Einwohner-Stadt Hamminkeln (NRW) konkretisiert derzeit Überlegungen, eigene Stadtwerke zu gründen und sich maßgeblich am Verteilnetz im Stadtgebiet zu beteiligen. Der Anlass dazu rückt derweil näher: Die extern vergebenen Netzkonzessionen enden. Das Stromnetz gehört noch bis 2028 der Eon-Konzerngesellschaft Westnetz, das Gasnetz bis 2034 der kommunalen Gelsenwasser Energienetze aus Gelsenkirchen. Kämmerer Robert Graaf will nicht nur den kommunalen Daumen auf die Netze bekommen, sondern den großen Wurf: die Gründung von Stadtwerken. Dabei heißt es in einer Vorlage an den Bauausschuss, der am 1. Februar die ersten Schritte dem Plenum empfehlen soll, welcher wiederum zwei Wochen später entscheidet: Der „Vorteil“ etwa einer mehrheitlichen Übernahme des Gasnetzes liege „darin, dass die kalkulatorische Eigenkapital-Verzinsung gesetzlich reguliert und festgeschrieben ist. Aktuell betragen die Zinssätze 5,07 Prozent vor Körperschaftsteuer für Neuanlagen und 3,51 Prozent vor Körperschaftsteuer für Altanlagen“. (Gemeint ist die Gewerbesteuer, Anmerkung der Redaktion). „Sogar“ bei „Kreditnotwendigkeiten vorteilhaft“ Diese Zinssätze liegen nach Meinung Graafs sowohl „oberhalb der am Kapitalmarkt zu erwirtschaftenden Eigenkapital-Verzinsung“ als auch oberhalb der Fremdkapital-Zinssätze. Daher sei der Erwerb von mindestens 51 Prozent des Gasnetzes in einer neu zu gründenden KG, die es dann an den Altkonzessionär Gelsenwasser Energienetze verpachtet, „sogar“ dann „vorteilhaft, wenn Kreditnotwendigkeiten für das Anlagevermögen bestehen“. Auf gut Deutsch: Mit dem regulierten Eigenkapital-Zinssatz, der bei 40 Prozent der Netzinvestitionen und der Instandhaltung des Bestandsnetzes anerkannt wird, lassen sich die Netzentgelte künstlich hochhalten, der designierte Netzbetreiber zahlt sogar bei 100 Prozent Kreditaufnahme weniger Zinsen, als er kalkulieren darf, und die Differenz treibt mit dem Entgeltumsatz auch den Gewinn hoch. Personalaufwand falle praktisch nicht an, da die bisherigen Konzessionäre die Netze weiter betreiben sollen. Aber warum noch ein Gasnetz? Wegen Wasserstoffs Warum sich die Stadt Hamminkeln überhaupt noch für das 120 Kilometer lange Gasnetz mit 4.600 Zählpunkten interessiert, wenn Deutschland 2045 klimaneutral sein soll, beantwortet die Vorlage unter Berufung auf Gelsenwasser so: Die Lage des Netzes in der Nähe des „Wasserstoff-Startnetzes 2030“ sei „stark privilegiert“, fast alle Gasleitungen in Hamminkeln seien sowohl wasserstoff- als auch biogastauglich, und schon 2028 werde die erste Ferngasleitung in der Nähe auf Wasserstoff umgestellt. Gelsenwasser Energienetze steht laut einer Präsentation „im engen Austausch“ mit seinen vorgelagerten Netzbetreibern, um dann vorrangig den Industrie- und Gewerbebedarf bedienen zu können. Gelsenwasser hat der Stadt angeboten, einen kommunalen Wärmeplan aufzustellen, und erwartet die Antwort in diesem Monat. Er hat in den vergangenen zehn Jahren 20 Strom- und Gasnetze übernommen und betreibt in NRW und Niedersachsen 50 Netze. Der große kommunalwirtschaftliche Wurf in Hamminkeln, der noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll, wird nach den Vorstellungen im Rathaus folgendermaßen aussehen: Die Stadt gründet eine „Hamminkeln Holding GmbH“ und als 51-Prozent-Tochter davon die „Stadtwerke Hamminkeln GmbH“. Strategischer Partner des Stadtwerks mit 49 Prozent wird Gelsenwasser, die bei der Betriebsführung des Abwasser-Eigenbetriebs maßgeblich hilft. Gelsenwasser veräußert sein Gasnetz an eine 100-prozentige Stadtwerke-Tochter, pachtet es und macht den Netzbetrieb. An einer neuen lokalen Stromnetz-KG behält die Westnetz-Mutter Westenergie 49 Prozent, sonst läuft alles wie beim Gas. In Kooperation mit einer ungenannten Vertriebsgesellschaft, mit der es „vielversprechende Gespräche“ gab, wird auf Holdingebene ein Stromvertrieb aufgebaut. Geschäftsmodell: den Strom aus ausgeförderten PV- und Biogasanlagen in der Region, an denen die Stadt teilweise schon beteiligt ist, oberhalb des Börsenpreises einzukaufen und den Stadtbürgern unterhalb des Marktpreises anzubieten.

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Diederik Samsom gilt in Brüssel als Architekt des europäischen Klimapaktes (Green Deal). Jetzt verlässt der Niederländer die EU-Kommission. Samsom begann seine politische Karriere in den 90er Jahren als Greenpeace-Aktivist. 2003 wurde er ins niederländische Unterhaus gewählt und stieg zum Chef der Sozialdemokraten (Parteij van de Arbeid) auf. Den Parteivorsitz legte er 2017 nieder. Sein Parteifreund, Frans Timmermans, wurde 2019 Klimakommissar und Vize-Präsident in der Kommission von Ursula von der Leyen. Er holte Samsom als Chef seines Leitungsstabes nach Brüssel. Dort galt er als Timmermans engster Mitarbeiter und als die treibende Kraft einer anspruchsvollen Klimapolitik. Mit dem Klimagesetz wurde das Klimaziel der EU auf 55 Prozent angehoben. Danach brachten Timmermans und Samsom alle Bereiche der europäischen Wirtschaft auf Linie. Timmermans konnte sich darauf verlassen, das Samsom die Strategien dafür entwickelte und hinter den Kulissen auch dafür sorgte, dass sie umgesetzt wurden. Timmermans ging Mitte letzten Jahres nach Den Haag zurück. Die Regierung der Niederlande schlug den Christdemokraten Wopke Hoekstra als seinen Nachfolger vor. Der war in der Vergangenheit nicht durch ein besonderes Engagement für den Klimaschutz aufgefallen. Im Europäischen Parlament, wo die Umweltverbände über einen erheblichen Einfluss verfügen, kam der Niederländer nicht gut an. Am Ende sprachen sich die Abgeordneten dennoch für Hoekstra aus, weil die Aussicht bestand, dass Samsom weiter im Hintergrund die Fäden ziehen würde. Hoekstra bestätigte ihn als Chef seines Kabinetts. Aber die Zusammenarbeit zwischen dem Sozialdemokraten und dem Christdemokraten dauerte nur ein viertel Jahr. Jetzt hat Samsom seinen Job bei der Kommission gekündigt. Nicht weil die Kommission in ihrem klimapolitischen Eifer nachgelassen habe, hat der Niederländer dem Online-Portal Politico versichert. Gleichzeitig macht er kein Geheimnis daraus, dass er nicht alles toll findet, was sein neuer Chef macht: „Ich habe ihm drei Dinge versprochen: ihm bei der Bestätigung durch das Parlament zu helfen, ihn bei der Vorbereitung der sehr komplexen Klimakonferenz zu unterstützen und dass ich bis zur letzten, wichtigen Entscheidung bleiben würde: dem Vorschlag für das Klimaziel für 2040.“ Die Kommission wird diesen Vorschlag voraussichtlich am 7. Februar vorlegen. Samsom will der Kommission „für einige Monate“ weiter als Berater zur Verfügung stehen. Was er danach macht, hat er noch nicht verraten.

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Nach EU-Recht dürfen Verteilnetzbetreiber keine öffentliche Ladeinfrastruktur mehr betreiben. In Hamburg übernimmt daher jetzt eine neue Tochter. 1.600 öffentliche Ladepunkte in Hamburg bekommen einen neuen Betreiber: Mit der neu gegründeten Hamburger Energiewerke Mobil GmbH (HEnW Mobil) hat zum 1. Januar 2024 eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Hamburger Energiewerke (HenW) das Ladenetz in der Hansestadt übernommen. Bis zum Jahresende sollen weitere 200 Ladepunkte im Stadtgebiet entstehen. Anlass für den Betreiberwechsel sind die Bestimmungen des Paragraphen 7c im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Dieser legt fest, dass Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen weder Eigentümer von Ladepunkten für Elektromobile sein noch diese Ladepunkte entwickeln, verwalten oder betreiben dürfen. Die Vorschrift setzt eine entsprechende EU-Richtlinie um. Dabei galt für bestehende Ladepunkte eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2023. Geleitet wird HEnW Mobil von den beiden Geschäftsführern Florian Hartke (38) und Andreas Kramer (41). Florian Hartke bringt nach Angaben des Unternehmens mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in der Geschäftsfeldentwicklung sowie dem Innovations- und Produktmanagement mit. Seit 2020 ist er für Elektromobilität verantwortlich, zunächst bei Hamburg Energie und nach dem Unternehmenszusammenschluss bei den Hamburger Energiewerken. Andreas Kramer zeichnete seit 2010 bei Hamburg Energie und anschließend bei den Hamburger Energiewerken in leitenden Positionen unter anderem für Vertriebssteuerung und Produktmanagement verantwortlich. Den Bereich der Hamburger Elektromobilität gestaltet er bereits seit 2011 maßgeblich mit. Um den Wettbewerb bei den Angeboten von Ladestrom zu sichern, sollen die städtischen Ladepunkte gemäß Hamburger Modell auch weiterhin allen Ladestromanbietern diskriminierungsfrei zur Verfügung stehen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Über ein in Planung befindliches städtisches Konzessionsverfahren sollen künftig auch weitere Anbieter Ladeinfrastruktur im öffentlichen Straßenraum Hamburgs bauen und betreiben können.

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PV-Check per Mausklick Lohnt sich die PV-Anlage auf dem eigenen Dach oder die Wärmepumpe in Omas Häuschen? Immer mehr niederschwellige Informationsangebote richten sich an potentielle Energiesparer. Wer im oberbayerischen Landkreis Ebersberg oder im Umland Münchens wohnt, der kann jetzt vom Sofa aus prüfen, ob sich die Installation einer Solaranlage auf dem eigenen Dach lohnt. Damit wirbt die Energieagentur Ebersberg-München gGmbH in einer aktuellen Mitteilung. Mit einem neuen Online-Tool können Interessierte direkt auf das Solarpotentialkataster zugreifen, in dem für jedes einzelne Gebäude hinterlegt ist, ob und in welchem Umfang das Dach für die Solarenergieerzeugung geeignet ist. Gewonnen wurden die Daten aus Laserscans, die beim Überfliegen der Region gesammelt wurden. Das Berechnungsmodell schließt auch die Verschattung durch Bäume und Gebäude mit ein. Mit Eingabe einer Adresse erscheint im Online-Tool eine Aufsicht des Daches, auf der die Stärke der Sonneneinstrahlung von blau (schwach) bis rot (stark) dargestellt ist. In weiteren Schritten lässt sich dann durch verschiedene Eingaben − unter anderem der Art der gewünschten Module, der bevorzugte Platzierung und des aktuellen Strompreises − eine potentielle Solarthermie- oder Photovoltaikanlage konfigurieren und auf ihre Wirtschaftlichkeit prüfen. Auch ein Stromspeicher kann berücksichtigt werden. Detailliert zeigt das Tool dann mögliche Kosten, Amortisationszeit und Kapitalrendite an. In einem letzten Schritt ist es dann sogar möglich, sich einen geeigneten Installationsfachbetrieb in der Nachbarschaft anzeigen zu lassen. Wärmepumpe für den Altbau? Ebenfalls an potentielle Energiesparer richtet sich ein Aufruf von Zukunft Altbau, einem durch das baden-württembergische Umweltministerium geförderten Informationsprogramm. Mit einem einfachen Test, heißt es dort, könne man prüfen, ob der Einbau einer Wärmepumpe im eigenen Haus auch ohne Sanierung möglich ist. Für den sogenannten „EE-fit-Test“ müsse man lediglich an sehr kalten Tagen in einer Frostperiode die Vorlauftemperatur des Heizkessels auf 50 bis 55 Grad einstellen und dann die Thermostate an den Heizkörpern auf 20 Grad (Stufe drei) Celsius drehen. Bei Außentemperaturen um null Grad sollte die Vorlauftemperatur nach der Absenkung bei 45 Grad liegen. Werden alle Räume anschließend ausreichend warm, heißt es in der Mitteilung von Zukunft Altbau, sei das Haus fit für eine Wärmepumpe. Wenn nicht, seien Optimierungsmaßnahmen erforderlich oder es müsse energetisch saniert werden. Das Online-Tool für den Abruf des Solarpotentialkatasters für den Landkreis München    und den Landkreis Ebersberg    ist im Internet abrufbar.

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Vor allem die geplanten Kürzungen im Bundeshaushalt 2024 am Klima- und Transformationsfonds (KTF) rufen Kritik bei Energiebranche und Klimaschützern hervor. In der Bereinigungssitzung des Bundestags-Haushaltsausschusses vom 18. Januar sind wichtige Änderungen beschlossen worden (siehe auch separate Meldung). „Wir entlasten die Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen weiterhin durch die Abschaffung der EEG-Umlage mit insgesamt 10 Milliarden Euro“, so die Ampelkoalition. Die EEG-Umlage war per Ende Juni 2022 abgeschafft und durch eine bedarfsorientierte Finanzierung aus dem Bundeshaushalt ersetzt worden. Vor allem der Klima- und Transformationsfonds (KTF) muss nun mit 13 Milliarden Euro weniger auskommen. Das sei am falschen Ende gespart, kritisieren Verbände. Die Förderung der energetischen Stadtsanierung sei unter den gestrichenen Programmen, kritisiert die Deutsche Energieeffizienzinitiative (Deneff). So fehle langfristige Planungssicherheit. Gebäudesanierung ausgebremst Deneff-Geschäftsführer Christian Noll bedauerte, dass die Bundesregierung auf die geplante Erhöhung der Fördersätze für Gebäudesanierungen verzichtet hat. Zeitgleich habe sie in Brüssel geplante Mindeststandards zur Sanierung der schlechtesten Wohngebäude vereitelt. „Die in diesen Gebäuden verschwendete Energie macht die knappe erneuerbare Energie für die Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr unnötig teuer“, warnte Noll. Auch die Förderung für Quartiersansätze falle weg. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing räumte aus Sicht der kommunalen Unternehmen ein: „Es war sicherlich nicht leicht für den Haushaltsausschuss, das Finanzloch im Bundeshaushalt zu schließen.“ Für die Wärmewende bedeute der gestrige Beschluss allerdings einen Rückschlag. So sei die Kürzung der Fördermittel für den Wärmenetzausbau um 200 Millionen Euro falsch, die 2026 greifen soll. „Wer klare Ausbauziele hat, sollte nicht genau das Gegenteil tun, zumal der Fördertopf für effiziente Wärmenetze (BEW) ohnehin schon zu klein war“, kritisierte Liebing. Die Mittelkürzungen führten zwangsläufig zu einem geringeren Tempo in der Wärmewende und dem Verfehlen der Klimaschutzziele im Gebäudesektor. Damit aber würde der Bundeshaushalt mit Ausgaben belastet, wenn er statt eigener Reduktion von Treibhausgas-Emissionen absehbar Ausgleichszahlungen an andere EU-Länder für deren CO2-Kontingente zahlen muss. „Die ehrgeizigen Zielvorgaben, die Anschlüsse an Wärmenetze verdreifachen zu wollen, erfordern aus unserer Sicht bis Mitte der 30er eine Förderung von 3 Milliarden Euro jährlich“, forderte der VKU-Chef. DUH beklagt Streichung der PV-Modulförderung Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH), erklärte dagegen: „Bauministerin Geywitz hat dafür gesorgt, dass es bis heute keinen Plan zur werterhaltenden Sanierung deutscher Wohngebäude gibt.“ Jetzt fehlten auch noch die finanziellen Anreize zur Sanierung. Zudem kritisiert die DUH, dass kein Geld mehr bereitsteht, um die Produktion von Solarmodulen in Deutschland zu fördern. Justus Menten, Co-Founder und Geschäftsführer des Gebäudeenergieberaters Enter, begrüßte die Einigung auf einen Haushalt, der Hausbesitzern nun endlich verlässliche Planung ermögliche. „Förderanträge im Bereich der energetischen Eigenheimsanierung und der Energieberatung können wieder gestellt und Fördergelder ausgezahlt werden“, so Menten. Ohne individuellen Sanierungsfahrplan sei eine maximale Summe von 30.000 Euro förderfähig, bei Vorliegen eines individuellen Sanierungsfahrplans beträgt der Förderdeckel das Doppelte. Privates Kapital für neue Energieträger aktivieren Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (EN2X) kritisierte die Streichung von Fördergeldern für die Etablierung erneuerbarer flüssiger und gasförmiger Energieträger und chemischer Einsatzstoffe. Hauptgeschäftsführer Christian Küchen forderte Mittel, um die Projekte für den industriellen Hochlauf weiter voranzubringen. Statt Gelder zu streichen, müsse die Politik die Produktion von grünem Wasserstoff und erneuerbaren Kohlenwasserstoffen stärker vorantreiben, so Küchen. Wichtig sei auch die Entwicklung von Finanzierungsinstrumenten, die die erforderlichen langfristigen Investitionen für den Markthochlauf grüner Moleküle absichern. Die AfD-Fraktion im Bundestag hält den Haushaltsentwurf für verfassungswidrig. Die Nettokreditaufnahme liege nicht, wie behauptet, bei 39, sondern bei 77 Milliarden Euro und verstoße somit doch gegen die Schuldenbremse, meinte der haushaltspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Peter Boehringer.

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Die Fördergelder aus dem Klima- und Transformationsfond (KTF) des Bundes stehen nach einer Ausgabensperre ab sofort wieder zur Verfügung.  Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) habe die Antrags- und Bewilligungspause aufgehoben, teilte die Behörde in Berlin mit. Es hatte am 1. Dezember eine Sperre für alle Förderprogramme verhängt, die aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) finanziert werden. Grund dafür war das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes (BVG), nach dem der Bund 60 Milliarden Euro, die die Regierung bereits verplant hatte, nicht ausgeben durfte. Ein großer Teil dieser Mittel sollte im Rahmen des KTF für Förderprogramme des Bundes zur Verfügung stehen. Nach der Bereinigungssitzung des Bundestags-Finanzausschusses haben die Koalitionsparteien Mitte Januar einen neuen Haushalt beschlossen. Danach stehen im KTF weniger Mittel zur Verfügung als vor dem Urteil des BVG geplant waren. Die Kürzungen fielen jedoch nicht so drastisch aus, wie zunächst befürchtet wurde, nachdem das Finanzministerium mehr als sechs Milliarden Euro „Haushaltsreste“ aus dem abgelaufenen Haushaltsjahr gefunden hatte. Dieses Geld kann 2024 ausgegeben werden und wurde auf verschiedene Haushaltsposten verteilt. Nachdem jetzt feststeht, wie viel Geld im KTF zur Verfügung steht, hat das BMWK die sicherheitshalber verhängte Bewilligungssperre aufgehoben. Betroffen davon seien unter anderem die Nationale Klimaschutzinitiative, das Aufbauprogramm Wärmepumpe, die Förderung der Wärmeinfrastruktur, der Einsatz von Wasserstoff in der Industrie, die nationale Wasserstoffstrategie, die Dekarbonisierung der Industrie oder die serielle Fertigung von Energiespeichern, heißt es dazu. Für diese Programme nehmen die damit beauftragten Behörden ab sofort wieder Anträge entgegen. Bereits vorliegende Anträge werden weiter bearbeitet und „nach Maßgabe der vorläufigen Haushaltsführung“ beschieden. Nicht betroffen vom Antragstopp waren die Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien in Gebäuden und Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz.

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