Joachim Rumstadt legt sein Amt als Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Steag nieder. Er geht zum Ende des Jahres. Seine Nachfolge ist geklärt. Nach 13 Jahren gibt es einen Wechsel an der Spitze der Steag: Joachim Rumstadt tritt zum Jahresende auf eigenen Wunsch als Vorsitzender der Geschäftsführung ab, teilte das Unternehmen am 3. Dezember mit. Der 56-jährige Jurist möchte nach rund 25 Jahren in Diensten des Essener Energieunternehmens eine Auszeit nehmen und sich dann neuen Aufgaben zuwenden. Sein Nachfolger wird Steag-Geschäftsführer Dr. Andreas Reichel. Rumstadt, der seit 2007 der Geschäftsführung angehört, war im Januar 2009 zu deren Vorsitzenden bestellt worden. Zuvor leitete er die Unternehmensentwicklung und war operativ verantwortlich für die Energiewirtschaft des Unternehmens im In- und Ausland. Seine Laufbahn bei Steag begann er im Jahr 1997. Joachim Rumstadt (links) legt sein Amt bei der Steag zum Jahresende nieder. Sein Nachfolger ist Andreas Reichel Quelle: Steag Zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung hat der Aufsichtsrat Andreas Reichel, seit August 2020 Geschäftsführer der Steag GmbH, bestellt. Reichel bekleidete zuvor 17 Jahre Führungspositionen im Eon-Konzern, davon 14 Jahre als Vorstand eines großen Regionalversorgers. Zuletzt war der 60-jährige promovierte Jurist geschäftsführender Arbeitsdirektor von Eon Deutschland. Von 1985 bis 1995 gehörte Reichel als Abgeordneter der FDP dem nordrhein-westfälischen Landtag an, von 1992 bis 1994 war er Generalsekretär der Liberalen in NRW.

Mehr lesen

Andreas Schierenbeck, einstiger Vorstandschef von Uniper, ist seit 1. Februar Vorstandsmitglied der HH2E AG. Diese will bis 2025 grünen Wasserstoff im Industriemaßstab produzieren. “Ich habe über 20 Jahre in großen, globalen Organisationen verbracht und mich mit deren Leistungen und Produkten, der Einführung von Innovationen auseinandergesetzt”, wird Schierenbeck in einer Mitteilung der HH2E AG, seinem neuen Arbeitgeber, zitiert. In großen Unternehmen müsse man sich sehr zeitintensiv mit der häufig sehr langsamen Veränderung ihrer Kultur sowie mit ihrer internen Bürokratie beschäftigen, so der einstige Uniper-Vorstandschef. Mit seinem Einstieg in das von Uniper und Siemens Energy Anfang vergangenen Jahres gegründete Start-up HH2E AG wolle er sich nun auf das konzentrieren, “was sich direkt und schnell auswirkt: die Entwicklung von Innovationen, Technologien und profitablen Geschäftsmodellen”. Im Sommer 2019 hatte der Manager die Führung bei Uniper übernommen. Im März vergangenen Jahres war er überraschend ausgestiegen (wir berichteten). Von 2013 bis 2018 war der gelernte Elektroingenieur Vorstandsvorsitzender der Thyssen-Krupp Elevator AG. Im Vorstand der HH2E steht Schierenbeck das Gründungsmitglied Alexander Voigt zur Seite. Finanzvorstand ist Mark Page, ebenfalls ein Gründungsmitglied. Deren Ziele sind hochgesteckt: So will das Unternehmen in absehbarer Zeit in Deutschland wettbewerbsfähig grünen Wasserstoff herstellen. “Bereits im Jahr 2025 wird HH2E grünen Wasserstoff in Deutschland zu denselben Preisen produzieren und liefern können, die für grünen Wasserstoff veranschlagt werden, der im Jahr 2030 aus Regionen wie dem Nahen Osten oder Australien importiert wird”, teilt das Unternehmen mit. Konstante Wasserstoff-Produktion mithilfe einer Speichereinheit Bis 2030 will HH2E Elektrolyseure mit einer Leistung von 4.000 MW bauen. Zur Erinnerung: Die Ampelkoalition strebt bis 2030 eine Elektrolyseleistung von 10.000 MW an. Schierenbeck sieht in der inländischen Produktion einen klaren Vorteil, da die kostenträchtige Logistik wegfalle. Ziel sei es, lokale Industriebetriebe und Kommunen mit wettbewerbsfähigem grünem Strom, grünem Wasserstoff und Prozessdampf zu versorgen. Aktuell plane das Unternehmen hierzu Investitionen in Höhe von 2,7 Mrd. Euro in Projekte auf deutschem Boden. Im Zentrum der Pläne steht das sogenannte “HH2E-Werk”: ein Zink-Elektrolyseur und ein Hochtemperatur-Speicher. Die Speichereinheit soll große Mengen an Wind- und Sonnenenergie in Form von Wärme auf hohem Temperaturniveau speichern. Die eingesetzte Elektrolyseur-Technologie hat, so das Unternehmen weiter, ein asynchrones Lade-Betriebsprofil. Das heißt, der Elektrolyseur produziert auch dann Wasserstoff, wenn die Energiezufuhr nicht gegeben ist. Die Stromerzeugungseinheit besteht aus einer Wasserstoffturbine oder eine Brennstoffzelle, die kohlenstofffreien Strom erzeugt. Bereits vier Stunden Wind- oder Sonnenstrom täglich reichen nach Angaben von HH2E aus, um eine konstante Produktion von grünem Wasserstoff garantieren zu können. Ziel sei es, nur überschüssigen Wind- und Sonnenstrom einzusetzen, der besonders günstig zur Verfügung stehe.

Mehr lesen