Lade-Start-up hat Immobilienbranche im Visier

Das Ladeinfrastruktur-Start-up Heimladen hat seine erste Finanzierungsunde abgeschlossen. Zu den Investoren gehören die Gründer der Eon-Tochter Grid X. Mit einem Wallbox-Abo will Heimladen den Nutzern einen Ladepunkt mit “rund-um-sorglos Service” am eigenen Stellplatz für 35 Euro pro Monat bieten, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Zum Paket gehören unter anderem die Bereitstellung des Ladepunkts selbst, der Betrieb der Infrastruktur und die Verwaltung inklusive Abrechnung. Daneben soll auch die monatliche Kündbarkeit des Abos und ein schneller und kostenloser Austausch der Geräte im Fehlerfall die potenziellen Kunden überzeugen. Damit bestehe im Vergleich zum typischen Kauf der Ladeinfrastruktur kein technisches und finanzielles Risiko für die Nutzerinnen und Nutzer. Und auch den grünen Ladestrom liefere Heimladen, heißt es weiter. “Unsere Mission ist es, den Übergang zu nachhaltiger Mobilität zu beschleunigen, indem wir den Zugang so einfach wie möglich gestalten”, so Max Wojtynia, der Heimladen im November 2020 gründete. Der CEO und seine drei Mitgründer wollen damit einen Beitrag dazu leisten, dass die Elektromobilität in Deutschland nicht am Henne-Ei-Problem scheitert und setzen bewusst auf nicht-öffentliche Ladestationen. Stattdessen haben sie mit ihrem Produkt die Immobilienwirtschaft als Zielgruppe im Visier. Ihnen in die Karten spielt dabei das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG), demzufolge Bauträger und Projektentwickler seit Frühjahr 2021 bei Neubauten und Renovierungen mit einer bestimmten Zahl an Stellplätzen Vorkehrungen für Ladeinfrastruktur treffen beziehungsweise Ladepunkte einrichten müssen. Nun haben sich die Gründer in einer ersten Finanzierung nach eigenen Angaben einen “hohen sechsstelligen Betrag” gesichert. Aus der Energiewirtschaft konnten sie die Grid-X-Gründer David Balensiefen und Andreas Booke als Lead-Investoren gewinnen. Balensiefen und Booke haben im Herbst des vergangenen Jahres die Mehrheit am Smart-Grid-Unternehmen Grid X an Eon verkauft. Heimladen hat nach eigenen Angaben erste Projekte bereits umgesetzt und berichtet von “hunderten Stellplätzen”, die exklusiv unter Vertrag stehen, um mit Ladepunkten ausgerüstet zu werden. Mithilfe der Investoren soll nun ein aggressives Wachstum im Markt zur Elektrifizierung privater Stellplätze gelingen.

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Urteil: Technikfirma muss Smart Meter rechtzeitig ankündigen

Der Einbau intelligenter Messsysteme muss Verbrauchern drei Monate im Voraus angekündigt werden. Das gilt auch für Dienstleister von Messstellennetzbetreibern, so ein Urteil. Erst 19, dann 14 Tage: Zweimal hat die Münsteraner Messtechnikfirma Lackmann den Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) wegen Terminankündigungen für den Einbau intelligenter Zähler auf den Plan gerufen. Beim ersten Mal gab das Unternehmen auf eine Abmahnung hin eine Unterlassungserklärung ab. Das zweite Mal entschied das Landgericht Münster. Eine Vertragsstrafe in Höhe von 6.500 Euro soll der Dienstleister bezahlen, weil er gegen die Unterlassungserklärung verstoßen habe. „Verbraucherinnen und Verbraucher dürfen mit dem Einbau digitaler Zähler nicht überrumpelt werden,“ kritisiert VZBV-Rechtsreferentin Kerstin Hoppe und verweist auf das Messstellenbetriebsgesetz. In Paragraf 37 heißt es, dass Anschlussnutzer und -nutzerinnen „spätestens drei Monate vor der Ausstattung der Messstelle“ zu informieren sind. Und dass auf die „Möglichkeit zur freien Wahl eines Messstellenbetreibers“ hingewiesen werden muss. Der Paragraf zielt zwar auf “Messstellenbetreiber”, doch Dienstleister, die mit dem Einbau der Smart Meter beauftragt sind, sind damit offenbar auch gemeint. So zumindest die Rechtsansicht in Münster. Augen zu und durch? Das Gericht sei zu der Auffassung gelangt, dass das beauftragte Unternehmen vorsätzlich an dem Gesetzesverstoß mitgewirkt habe, sagt Hoppe. Es hätte nicht die Augen davor verschließen dürfen, dass der Messstellenbetreiber seiner Pflicht nicht nachgekommen sei. In verhandelten Fall ist das die Eon-Konzerngesellschaft Westnetz. Bei der anderen Ankündigung 19 Tage vor Einbau agierte die Messtechnikfirma für einen anderen Auftraggeber, berichtet die Verbraucherschützerin. Der VZBV zielte mit seiner Klage nicht nur auf den Fristverstoß, sondern auch darauf, dass die Kunden nicht auf einen möglichen Anbieterwechsel aufmerksam gemacht worden sind. In diesem Punkt habe das Gericht die Servicefirma nicht in der Pflicht gesehen, so Hoppe. Gegen das Urteil (Aktenzeichen: 024 O 36/21) hat Lackmann laut VZBV Berufung eingelegt. Es ist nicht die einzige Messtechnikfirma, über die sich derzeit Verbrauchende beschweren. „Wir haben einen Parallelfall“, sagt Hoppe. Der landet direkt vor Gericht, da das betreffende Unternehmen eine Unterlassungserklärung abgelehnt hat. Hoppe: „Wir rechnen damit, dass es in Zukunft mehr Beschwerden geben wird, wenn erst Schwung in den Smart Meter Rollout kommt.“ „Der Nutzen steht in den Sternen“ Von „Überrumpelungstaktik“ der Messstellenbetreiber spricht Holger Schneidewindt. „Die drei Monate sind sehr wichtig, damit sich Verbraucher einlesen können und gegebenenfalls zu einem güngstigen Anbieter wechseln können“, sagt der Energiereferent der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW). Smart Meter, so wie sie sich gegenwärtig darstellen, bezeichnet er als „reine Cashcow für Verteilnetzbetreiber“ – die in vielen Fällen die grundzuständigen Messstellennetzbetreiber sind. „Die Kosten sind fix, der Nutzen steht in den Sternen“, kritisiert Schneidewindt die Einführung der Smart Meter. „Die Dinger können fast nichts, noch nicht mal flexible Tarife abbilden.“ Schneidewindt meint: „Wenn sich daran nichts ändert, fährt der Smart-Meter-Rollout an die Wand.”

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VW steigert Absatz von E-Autos

Im ersten Quartal 2022 war der Gesamtabsatz vollelektrischer Modelle um 65 % höher als im Vorjahreszeitraum. Nach wie vor ein wichtiger Markt: China. Bis Ende März des laufenden Jahres hat Volkswagen 99.100 vollelektrische Fahrzeuge (Battery Electric Vehicle – BEV) ausgeliefert. Dies geht aus einer Mitteilung des Konzerns hervor. Im Jahr 2021 waren es im ersten Quartal noch 60.000 Fahrzeuge. „Die Steigerung wäre ohne die aktuellen Versorgungsengpässe noch deutlich höher ausgefallen“, sagt Hildegard Wortmann. Im weiteren Jahresverlauf rechnet die Konzernvorständin Vertrieb mit einer schrittweisen Verbesserung der Beschaffungssituation bei Halbleitern. Zusammen mit der Einführung neuer Modelle werde dies dem Konzern zusätzlichen Rückenwind geben. „Für das Gesamtjahr haben wir unser Ziel eines BEV-Anteils von sieben bis acht Prozent weiter fest im Blick“, so Wortmann. Am stärksten stieg der Absatz in China. Dort verkaufte VW im ersten Quartal 28.800 Elektroautos und damit viermal so viel wie in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres. Allerdings ist Europa mit 58.400 Fahrzeugen und einem Anteil von 59 % nach wie vor der größte Markt. In den USA wurden 7.900 BEV abgesetzt. Bei den Konzernmarken liegt VW mit 53.400 Fahrzeugen an der Spitze, gefolgt von Audi (24.200 Fahrzeuge), Porsche (9.500 Fahrzeuge) und Skoda (8.800 Fahrzeuge) Schlusslicht ist Seat/Cupra mit 2.200 verkauften E-Autos. Im Ranking der Modelle liegt der VW ID4 mit 30.300 Fahrzeugen auf Platz 1. Dahinter ID.3 mit 13.000 Fahrzeugen, Audi Q4 e-tron (inkl. Sportback) mit 10.700 Fahrzeugen, Audi e-tron (inkl. Sportback) mit 10.300 Fahrzeugen und der Porsche Taycan (inkl. Cross Turismo) mit 9.500 Fahrzeugen. „Die Nachfrage nach unseren vollelektrischen Fahrzeugen ist weltweit sehr hoch und unsere Auftragsbücher sind entsprechend gut gefüllt“, erklärt Vertriebsvorständin Wortmann. Allein in Westeuropa umfasse der Auftragsbestand rund 300.000 Fahrzeuge.

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Watzmann Natur Energie GmbH" in Oberbayern gegründet

Fünf Gemeinden und zwei regionale Versorger haben im Berchtesgadener Talkessel die „Watzmann Natur Energie“ gegründet. Die oberbayerischen Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau, Schönau am Königssee bilden gemeinsam mit der Energie Südbayern (ESB) und den Stadtwerken Bad Reichenhall den neuen regionalen Energieversorger „Watzmann Natur Energie GmbH“   . Hannes Rasp, Bürgermeister von Schönau, und Anton Poettinger von der ESB sind die beiden Geschäftsführer. Anfang April informierte die Geschäftsführung über die strategischen Ziele, teilten mehrere Regionalzeitungen mit, darunter die Passauer Neue Presse sowie der Bayerische Rundfunk. Derzeit vertreibt die Watzmann Natur Energie Ökostrom. Mittelfristig will der Versorger auch Strom selbst erzeugen, etwa aus eigenen Photovoltaikanlagen. Zudem gebe es Überlegungen, auch auf Wasserkraft zu setzen, teilte dazu Rasp der Passauer Neuen Presse mit. Geplant sei außerdem, eine Ladeinfrastruktur aufzubauen sowie ein E-Carsharing-Angebot in der Region. Der Versorger will vor allem „umweltfreundliche Energie“ für die Region anbieten – also einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. „Ohne Zweifel leistet jeder, der zu uns wechselt, einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz in unserer Region“, zitiert die Regionalzeitung Rasp. Im Juli 2021 hatten die Gemeinden in einer Gemeinderatssitzung den Beschluss gefasst, einen Versorger zu gründen – in Kooperation mit den Stadtwerken Bad Reichenhall und der ESB. Ende November 2021 war es dann so weit: der Gesellschaftervertrag wurde unterzeichnet, Ende Dezember 2021 wurde die „Watzmann Natur Energie“ ins Handelsregister eingetragen. Der Firmensitz ist in Schönau am Königssee, das Stammkapital beträgt laut dem Handelsregisterauszug des Amtgerichtes Traunstein 500.000 Euro.

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Tariferhöhungen sind an der Tagesordnung

Die Strom- und Gaspreise für Verbraucher verharren im April auf einem sehr hohen Niveau. Das geht aus Zahlen des Vergleichsportals Check 24 hervor. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlt zurzeit im Schnitt 2.054 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 41,1 Ct pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.512 Euro – ein Plus von 36 %. Die Stromgrundversorger haben in insgesamt 1.202 Fällen die Preise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 29 % und betreffen rund 8,4 Mio. Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 478 Euro pro Jahr. Für April, Mai, Juni und Juli haben Stromgrundversorger bereits in 217 Fällen Preiserhöhungen durchgeführt oder angekündigt – in der Spitze über 100 %. 572 Grundversorger haben neue Tarife ausschließlich für Neukunden eingeführt. Hier wurden die Preise um durchschnittlich 64 % angehoben (+1.045 Euro). 46 Stromgrundversorger senkten die Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 2,3 %. Davon profitieren rund 1,4 Mio. Haushalte. Im Schnitt spart ein Musterhaushalt 37 Euro im Jahr. Im April kostet eine Megawattstunde an der Strombörse durchschnittlich 143 Euro (Stand: 19. April). Zum Vergleich: Im April 2021 war eine Megawattstunde für nur 52 Euro zu haben − ein Plus von 175 %. Entlastung durch Wegfall der EEG-Umlage “Durch gestiegene Kosten bei der Stromerzeugung in Kohle- und Gaskraftwerken, Produktionsrückgängen bei erneuerbaren Energien und gleichzeitig großer Nachfrage aus der Wirtschaft, waren die Strompreise bereits auf hohem Niveau”, kommentiert Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check 24, die Entwicklung. Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland könnten die Strompreise für Endkunden weiter steigen lassen. Bereits im Februar wurde beschlossen, dass ab 1. Juli die EEG-Umlage auf Strom entfällt. Weitere Entlastungsmöglichkeiten beim Strom könnten eine Senkung der Strom- sowie der Mehrwertsteuer bringen. Alle Maßnahmen kombiniert ergäben nach Berechnungen von Check 24 eine jährliche Entlastung von insgesamt 467 Euro für Familien und 150 Euro für Singles. ​Situation bei Gas Der durchschnittliche Gaspreis bleibt im April hoch, sinkt aber im Vergleich zum März. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlt im Schnitt 2.902  Euro im Jahr für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 14,5 Ct pro kWh. Im März kostete die gleiche Menge Gas noch 3.305 Euro. Im April 2021 waren es 1.264 Euro – ein Plus von 130 % zum April 2022. Seit vergangenem Sommer haben in Deutschland die Gasgrundversorger in 1.518 Fällen Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 59 % und betreffen gut 4,1 Mio. Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 900 Euro pro Jahr. Unsichere Lage trifft auf steigende Nachfrage Für April, Mai, Juni und Juli haben Gasgrundversorger bereits in 218 Fällen Preiserhöhungen durchgeführt oder angekündigt – 76 Erhöhungen übersteigen 100 %. 497 Grundversorger haben neue Tarife ausschließlich für Neukunden eingeführt. Hier wurden die Preise um durchschnittlich 141 % angehoben (+2.155 Euro). Im April kostet eine Megawattstunde an der europäischen Gasbörse (European Gas Spot Index THE) durchschnittlich 109 Euro (Stand: 19. April). Zum Vergleich: Im April 2021 kostete eine Megawattstunde lediglich 21 Euro. Die Gründe für die Entwicklung nach Einschätzung des Vergleichsportals: Unsicherheiten, wie mögliche Energiesanktionen oder Gasimportverbote aus Russland sich auswirken, lassen die Großhandelspreise steigen. Händler greifen bereits auf andere Gasquellen zurück, wo das Angebot aber knapp ist. Nach dem Ende vieler Coronabeschränkungen zieht außerdem die Nachfrage nach Gas und Öl weiter an. Gleichzeitig waren die Gasspeicher in Europa lange Zeit deutlich leerer als normal. “Die hohen Energiepreise werden erst mit etwas Verzögerung vollumfänglich bei privaten Strom- und Gaskunden ankommen”, sagt Steffen Suttner. “Denn wenn die bereits vor der Krise beschafften Energiemengen der Versorger verbraucht sind, werden sie noch mehr zu den aktuell teuren Börsenpreisen einkaufen müssen. Dann werden sich auch die Preise für ihre Kunden weiter erhöhen.”

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250.000 Ladepunkte für EnBW-Kunden in Europa

Mehr eine viertel Million Ladepunkte für Elektroautos können Kunden des baden-württembergische Energiekonzern EnBW jetzt in Europa nutzen. Wie es in einer Mitteilung von EnBW heißt, betreibt das Unternehmen nicht nur das größte Schnellladenetz in Deutschland, sondern mittlerweile können seine Kunden mehr als 250.000 Ladepunkten in neun europäischen Ländern nutzen. Dabei gelte überall das „mobility+“- Angebot mit länderübergreifend einheitlichen Tarifen. Timo Sillober, der als Chief Sales & Operations Officer der EnBW auch den Bereich E-Mobilität verantwortet: „Wir verdichten unser engmaschiges Hyper-Netz mit seiner sehr hohen Abdeckung an Ladepunkten immer weiter.“ Schon heute biete man Autofahrern und Autofahrerinnen die meisten Ladepunkte und die beste Netzabdeckung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie flächendeckendes Laden in sechs weiteren europäischen Ländern an. Zusätzlich hat EnBW nun auch die Ladepunkte des schwedischen Stromversorgers Vattenfall angebunden, was eine Erweiterung des Netzes in den Niederlanden und Deutschland um mehr 11.000 Ladepunkte bedeutet. Auch hier gelten die Einheitspreise. Allein in den Ausbau seines Schnellladenetzes will EnBW bis 2025 rund 100 Mio. Euro jährlich investieren. Dann sollen es bundesweit 2.500 Schnellladestandorte sein.

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So ticken Wechselkunden in Krisenzeiten

Hohe Preise für Neukunden, Vertriebsaktivitäten auf Sparflamme: Im zweiten Halbjahr 2021 gab es bei Energieversorgern weniger Wechselkunden. Zwei Kriterien stechen hervor. Preisexplosionen, Liefereinstellungen, Vertriebsstopps: Das Endkundengeschäft hat in den vergangenen Monaten Wendungen genommen, wie es sie so noch nie gab. Und mehr denn je stellte sich vielen Verbrauchern die Frage nach einem Anbieterwechsel – sofern sie nicht schon, unfreiwillig, in die Ersatzversorgung gerutscht waren oder gerade deshalb. Doch das aktive Wechselaufkommen ging im zweite Halbjahr deutlich zurück. Das zeigt die neue „Wechslerstudie Energie“, die das Münchner Unternehmen Kreutzer Consulting und das Vergleichsportal Verivox erstellt haben. Demnach lag der Anteil der Erstwechsler – Kunden, die aus der Grundversorgung zu einem andern Anbieter wechseln – unter privaten Stromkunden etwa sechs Prozentpunkte niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im zurückliegenden Halbjahr lag ihr Anteil bei 17%. Die übrigen 83 % machten sogenannte Mehrfachwechsler aus. Wechselziel waren vor allem große Energieunternehmen. Insgesamt haben 62% der Wechlser “bei einem überregional aktiven Grundversorger außerhalb des Grundversorgungsgebiets abgeschlossen”, erklärt Studienautor Klaus Kreutzer. Als wichtiges Kriterium erwiesen sich Preisgarantien: Verschoben hat sich dabei das Verhältnis zwischen voller und eingeschränkter Preisgarantie: Im zweiten Halbjahr schlossen fast 70 % der neuen Verträge eine volle Garantie ein – 30 Prozentpunkte mehr als 2020. Um 14 Prozentpunkte zugelegt hat nach der Erhebung der Anteil der Tarife ohne Bonus. Hintergrund war das ausgedünnte Angebot an solchen Verträgen. Etwa auf dem Vorjahresniveau verharrte der Anteil der Erstwechsler unter den Gaskunden, der Wert betrug 17 %. Wie bei Strom präferierten Erst- und Mehrfachwechsler Grundversorger in einer anderen Region. Und ähnlich für den Strommarkt stellten die Analysten einen deutlichen Anstieg der Abschlussquote von Tarifen mit voller Preisgarantie fest. Der lag bei 59 % – gut 20 % mehr als im Vergleichszeitraum. Immer mehr Kunden wollen Öko Um zusehen, wie Wechselkunden ticken, haben sich die Studienautoren angesehen, welche „Filtereinstellungen“ diese auf dem Vergleichsportal vornahmen. Wie andere Portal gibt Verivox bestimmte Einstellungen vor. Was die Stromtarifangebote angeht, justierten demnach im zweiten Halbjahr 2021 zwischen 31 und 40 % der Wechsler die Filter individuell. Mehr als die Hälfte habe die Dauer der Preisgarantie angepasst, etwa 43 % hätten den Filter bei der Erstvertragslaufzeit verändert, heißt es. Und „trotz hoher Abschlussquote von Ökostromtarifen, haben mit circa 12 % vergleichsweise wenige Wechsler von Anfang an ausschließlich Öko oder Öko plus eingestellt“. Jedoch sei dieser Anteil im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 bereits um ein Drittel gestiegen. Die individuellen Einstellungen im Gas-Tarifrechner ähneln denen bei Strom. Der Anteil der Wechsler, die Veränderungen vornehmen, lag mit um die 40 % auf ähnlichem Niveau. Die Dauer der Preisgarantie und Erstvertragslaufzeit wurden von rund 53 beziehungsweise 45 % selber eingestellt. Wie bei Strom legen Wechsler Wert auf grüne Produkte. Die Abschlussquote von Klimagastarifen sei um 4 % auf knapp 38 % geklettert. Allerdings: Übers ganze Jahr änderte sich wenig, bereits im ersten Halbjahr erreichte die Quote 37 %. „In den nächsten Monaten wird es interessant sein zu sehen, ob es Nachholeffekte geben wird und das Wechselaufkommen im Sommer stark steigt“, sagt Klaus Kreutzer. Versorger müssten sich zudem auch auf die mittel- und langfristigen Folgen der Energiepreiskrise einstellen und ihre Beschaffungs- und Vertriebsstrategien anpassen. Kreutzer weist darauf hin, dass sich die „Schere am Beschaffungsmarkt“ eines Tages auch wieder in Gegenrichtung bewegen kann. Wenn alternative Anbieter dann erneut günstig auf Spotmärkten einkaufen können, komme es für etablierte Anbieter mit langfristigen Beschaffungsstrategien darauf an, dass die Kundenbindung funktioniere – etwa mit Kombiprodukten oder anderen „Mehrwerten“. Die Studie “Wechslerstudie Energie” kann bei Kreuzer Consulting    oder Verivox    kostenpflichtig für 2.500 Euro (ohne Mehrwertsteuer) bestellt werden.

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